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News und Trends aus der Energiewirtschaft
| Â Juli 2010 |
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Aus dem Inhalt |  | 
| Vorwort |  | Liebe Leser,
alle reden über das längst überfällige nationale Energiekonzept, und wenn man die Diskussion verfolgt, könnte man fast zu dem Schluss kommen, es gehe ausschließlich darum, ob und - wenn ja - wie lange deutsche Kernkraftwerke länger laufen dürfen als im Ausstiegsbeschluss festgelegt. Dabei ist doch mehr oder weniger unstrittig, dass die Erneuerbaren künftig eine immer wichtigere Rolle spielen sollen. Deshalb geht es ebenfalls um die Frage, wie der Strom aus erneuerbaren Energien, vor allem aus Windkraft, in eine weiterhin sichere Versorgung eingebunden werden kann. Der Ausbau der Netze und die zügige Entwicklung leistungsfähiger Speichertechnologien stehen dabei im Vordergrund. Auch ist die allgemein erwartete zunehmend dezentrale Stromerzeugung ohne die Entwicklung von "Smart Grids" nicht denkbar. Zudem muss klar gesagt werden, welche Rolle die Kohle künftig in der Stromversorgung spielen soll. Gleiches gilt für die vergleichsweise klimaschonende Energiegewinnung in der Kraft-Wärme-Kopplung und in hocheffizienten Gas-(und Dampf-)-Kraftwerken.
Eine interessante Lektüre wünscht Rolf Sweekhorst
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Topthema  | Zum Seitenanfang | Heiße Diskussionen um Energiekonzept
| Das lang erwartete nationale Energiekonzept kommt nach offiziellen Verlaubarungen im November, und alle, die irgendwie beteiligt oder betroffen sind, versuchen noch schnell vor der parlamentarischen Sommerpause, ihre Positionen öffentlichkeitswirksam darzustellen. Dabei steht die mögliche Verlängerung der Laufzeiten von Kernkraftwerken im Mittelpunkt der Diskussionen. Hört man einigen der Akteure zu, drängt sich der Eindruck auf, der künftige Energiemix (der eng mit den Laufzeiten der Kernkraftwerke zusammenhängt) und der notwendige Ausbau von Übertragungsnetzen und Speichermöglichkeiten spielten in der Diskussion eine eher untergeordnete Rolle.
| "Ich habe mich immer für eine signifikante Laufzeitverlängerung ausgesprochen", erklärte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle vor wenigen Tagen auf einer BDI-Veranstaltung zum Energiekonzept der Bundesregierung:. Dafür sprächen volkswirtschaftliche Vorteile, aber auch der Klimaschutz "Es gibt allerdings keinen Computer oder Wissenschaftler, der uns eine objektive Zahl liefern könnte, wie lange wir die Kernkraftwerke in Deutschland noch weiter betreiben sollen. Dafür ist eine politische Entscheidung notwendig. Darum ist es vernünftig, das Thema Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke jetzt parallel zum Energiekonzept anzugehen." Brüderle will eine "mindestens 50-prozentige Abschöpfung" der Zusatzgewinne und geht davon aus, dass eine Regelung zur Verlängerung der Laufzeiten von Kernkraftwerken ohne Einschaltung des Bundesrates machbar ist.
Es müssten Wege aufgezeigt werden, "wie die Energieversorgung auch bei unseren ambitionierten Klimaschutzzielen im Jahr 2050 noch möglichst sicher und bezahlbar bleibt", so Brüderle weiter. "Bezahlbare Energie ist gerade für unsere energieintensiven Industriebetriebe eine zentrale Voraussetzung, damit sie international eine faire Wettbewerbschance haben. Wir brauchen diese Basis, denn sonst werden wir unsere Position als erfolgreiches Industrieland nicht halten können." Von den eingeschalteten externen Gutachtern, die unter anderem die Auswirkungen unterschiedlich langer Laufzeitverlängerungen untersuchen sollen, erwartet Brüderle eine "solide gesamtwirtschaftliche Abschätzung", wie die Klimaziele ökonomisch am günstigsten zu erreichen seien. Es könne nicht Aufgabe des Konzepts sein, eine heile Energiewelt zu zeichnen und sich Träumereien hinzugeben, sagte er. Laut Detlef Dauke, Abteilungsleiter Energiepolitik im Bundeswirtschaftsministerium, ist der letzte Termin für die Vorlage der Szenarien durch die beteiligten wissenschaftlichen Institute der 27. August. Im November 2010 soll dann das Energiekonzept vorgelegt werden. Â
| Kernkraftwerk Phillipsburg
Bildquelle: EnBW/Bernd Franck, Düsseldorf
Breiter, technologieoffener Energiemix
Ein ganzheitliches und nachhaltiges Energie- und Klimakonzept müsse die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie stärken, die Planungs- und Investitionssicherheit verbessern und einen technologieoffenen Energiemix zum Ziel haben, so Werner Schnappauf, Hauptgeschäftsführer des BDI. Das seien die Hauptmesslatten. "Für eine verlässliche, bezahlbare und klimagerechte Energieversorgung ist nur ein breiter, technologieoffener Energiemix zukunftskompatibel. Mittelfristig gehört dazu auch die Nutzung der Kernenergie als Brückentechnologie." Nach Ansicht von Christopher W. Grünewald, Vorsitzender des BDI-Ausschusses Energie- und Klimapolitik "muss die Politik die Laufzeitbegrenzung zurücknehmen." Sie solle aber "jede Genehmigung für den Weiterbetrieb daran ausrichten, dass technische Sicherheitsstandards erfüllt sind". Die geplante Brennelementesteuer mit ihrer erheblichen Abschöpfungswirkung mindere einerseits den Strompreis dämpfenden Effekt der Kernenergie, andererseits begrenze sie die Investitionsfähigkeit der großen Versorger. "Noch ist der Aufschwung nicht selbsttragend. Neue Steuern lehnen wir daher strikt ab", sagte Grünewald.
Grünewald sieht auch die weitere Entwicklung hinsichtlich der Energieeffizienz als entscheidend an für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie. "Der BDI fordert realistische Effizienzziele. Vor allem müssen diese Ziele marktwirtschaftlich gestaltet sein. Die Energieproduktivität in Deutschland soll sich von 1990 bis 2020 verdoppeln. Dieses Ziel wurde auf dem Energiegipfel der Bundeskanzlerin im Juli 2007 beschlossen. Um das Ziel zu erreichen, müsste die Energieeffizienz ab jetzt jährlich um drei Prozent steigen. In den vergangenen 20 Jahren verbesserte sich die Energieeffizienz in Deutschland Jahr für Jahr um durchschnittlich 1,7 Prozent. [...] Weitere Anstrengungen sind nicht nur mit teilweise überproportionalen Kosten verbunden. Sie stoßen auch an physikalische Grenzen. Das Energiekonzept muss bei Effizienz dort ansetzen, wo die größtmöglichen Effizienzgewinne pro eingesetztem Euro erreichbar sind."
| Übertragungsnetz bei Rommerskirchen im rheinischen Braunkohlenrevier
Bildquelle: RWE AG
Kernenergie zu sehr im Mittelpunkt
Nach Ansicht von Hildegard Müller, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), finden sich im Koalitionsvertrag der schwarz-gelben Regierung gute energiepolitische Ansätze, nur die Umsetzung dauere zu lange. Müller sieht die Kernenergie, wie so viele, als Brückentechnologie, bis die Erneuerbaren verlässlich übernehmen können. Der BDEW, der 1.800 Mitgliedsunternehmen - darunter sehr viele Stadtwerke - vertritt, mahnt gleichzeitig an, es dürfe nicht zu Wettbewerbsverzerrungen zuungunsten der kleineren Versorger und Erzeuger kommen. So müssten etwaige Mittel, die aus einer Laufzeitverlängerung resultierten, allen Unternehmen der Branche zur Verfügung stehen. Für Hildegard Müller steht allerdings das Thema Kernenergie zu sehr im Mittelpunkt der Debatte um das nationale Energiekonzept. "Wir sind längst weiter. Wir müssen klären, wie wir die stark wachsenden erneuerbaren Energien ins Netz integrieren, wie wir große Mengen Ökostrom speichern und wie wir noch mehr Energie sparen können", so Müller im Interview mit der Frankfurter Rundschau. Man müsse Politik und Wirtschaft zu einem Gipfel über den Ausbau der Stromnetze zusammenbringen, forderte Müller auf dem diesjährigen BDEW-Jahreskongress in Berlin. "Das Thema muss auf die politische Agenda." "Es kann beim energiepolitischen Gesamtkonzept der Bundesregierung ja nicht einfach nur um einen Teil des Erzeugungsmixes gehen. Sondern es muss auch darum gehen, wie das Zusammenspiel aller Erzeugungsarten mit den Netzen und den Speichern aussehen soll. Es geht um Fragen der Energieverteilung, Energiespeicherung, der Marktfähigkeit und der Kosten", so Rolf Martin Schmitz, zu diesem Zeitpunkt noch Präsident des BDEW, auf derselben Veranstaltung. Stadtwerke sehen Investitionen gefährdet
Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) fordert, die Feststellungen von Bundeskartellamt und Monopolkommission ernst zu nehmen, die einhellig auf die negativen Auswirkungen einer unkonditionierten Laufzeitverlängerung auf den deutschen Energiemarkt verwiesen. "Die Stadtwerke planen kurz- und mittelfristig Investitionen in Höhe von 12,5 Milliarden Euro für den Bau hocheffizienter Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen und den Ausbau der erneuerbaren Energien. Jetzt machen sich die Stadtwerke berechtigte Sorgen um diese Investitionen", erklärte VKU-Präsident Stephan Weil. Ähnlich die Position der 8KU, eine Kooperation der nach eigenen Angaben acht größten deutschen kommunalen Energieunternehmen. Das für den Spätherbst angekündigte Energiekonzept müsse aufzeigen, wie das im Koalitionsvertrag festgelegte Ziel einer erneuerbaren Energieversorgung umgesetzt werden solle. Danach sollten die erneuerbaren Energien den Hauptteil an der Energieversorgung übernehmen und in einem dynamischen Energiemix die konventionellen Energieträger kontinuierlich durch alternative Energien ersetzt werden.
| Offshore-Windpark Rodsand I in Schweden
Bildquelle: Ole Christiansen/E.ON AG
Auch das Umweltbundesamt (UBA) macht seine Position in der Diskussion deutlich. So legte das Amt vor wenigen Tagen eine Studie (Download unter www.uba.de/uba-info-medien/3997.html) vor, nach der eine Vollversorgung mit Strom aus erneuerbaren Energien bis 2050 mit heute am Markt verfügbarer Technik erreichbar ist. Voraussetzung dafür sei, dass der Strom sehr effizient genutzt und erzeugt werde. Um die Stromversorgung entsprechend umgestalten zu können, ist es laut UBA allerdings dringend nötig, neben den erneuerbaren Energien auch die Netze und die Speichersysteme deutlich auszubauen. Auch müssten die Möglichkeiten, Strom einzusparen, ausgeschöpft werden.
Investitionen in Netze und Speicher müssen sich lohnen
In dieselbe Richtung geht die Argumentation von Bundesumweltminister Norbert Röttgen. Für ihn sei der Ausbau der Netze und Speichermöglichkeiten der "Dreh- und Angelpunkt des Energiekonzepts", erklärte der Minister im SPIEGEL. Röttgen weiter: "Wir sind bei der Modernisierung von Netzen und der Entwicklung von Stromspeichern im Verzug. Deshalb müssen wir jetzt die richtigen Investitionsbedingungen schaffen. Wir haben noch eine Regulierung, die bei Netzen auf niedrige Preise setzt und zu wenige Anreize zum Investieren bietet."
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IEU News  | Zum Seitenanfang | Haushaltsausschuss kippt Förderstopp für Ökoheizungen
| BDEW und IEU fordern technologieoffene Förderung
Selten ist ein politischer Beschluss auf derart einhellige Zustimmung gestoßen wie die Entscheidung des Haushaltsausschusses des Bundestages, die im April von Bundesfinanzmister Wolfgang Schäuble verhängte Haushaltssperre über ein Drittel der diesjährigen Fördersumme des Marktanreizprogrames (MAP) zur Modernisierung des privaten Wärmemarktes in Deutschland wieder zurückzunehmen. Die Zustimmung von allen Seiten ist aus vielen Gründen nachzuvollziehen - auch aus finanziellen. Das renommierte Münchener Institut für Wirtschaftsforschung (ifo) hatte in einem Kurzgutachten nachgewiesen, dass mit den gestoppten Investitionszuschüssen in Höhe von 115 Millionen Euro insgesamt mindestens 200 Millionen Euro Mindereinnahmen für die öffentlichen Haushalte und die Sozialkassen verbunden gewesen wären. "Das Marktanreizprogramm ist offensichtlich ein Beispiel dafür, dass staatliche Förderung sich durchaus auch aus Sicht der Haushälter positiv auswirken kann, indem Mittel zurückfließen", so Manfred Schöpe, der Autor der ifo-Studie. Holger Krawinkel, Energieexperte des Verbraucherzentrale Bundesverbandes, warnt auch vor möglichen Verunsicherungen bei den Investitionswilligen. "Ohne eine verlässliche und klar kalkulierbare Förderung scheuen viele Verbraucher vor der Modernisierung der Heizung zurück."
Die Aufhebung der Haushaltssperre "ist ein richtiges Zeichen der Politik auf dem Weg in eine nachhaltige Energieversorgung", erklärte Hildegard Müller, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Der BDEW würde es begrüßen, wenn die Höhe der Fördermittel im kommenden Jahr beibehalten werde. Zudem sollten die Förderbedingungen für die unterschiedlichen Wärmetechnologien technologieneutral bleiben.
Nach Ansicht der Initiative Erdgas pro Umwelt (IEU) ist der überfällige Neustart nur ein erster Schritt: Um den Modernisierungsstau in deutschen Heizungskellern aufzulösen, die bundespolitischen Klimaschutzziele zu erreichen und die regionale Wirtschaft zu stärken, müsse das staatliche Fördersystem ausgebaut und technologieoffener gestaltet werden. "Die Aufhebung des Förderstopps ist zu begrüßen und längst überfällig. Bedauerlich ist allerdings, dass sich die Förderung nach wie vor an bestimmten Technologien und nicht an deren Effizienz orientiert", betonte IEU-Sprecher Bernhard Funk. Die Einschränkung durch das Bundesumweltministerium, vorrangig regenerative Energien durch das Marktanreizprogramm zu fördern, sei gerade für die dringend notwendige Modernisierung im Bestand nachteilig. "Eine Heizungsmodernisierung auf der Basis der hocheffizienten Erdgas-Brennwerttechnik, kombiniert mit erneuerbaren Energien wie z. B. der Solarthermie, sollte im Rahmen des Marktanreizprogrammes uneingeschränkt gefördert werden, um alle Modernisierungspotenziale zugunsten des Klimaschutzes aktivieren zu können. Darüber hinaus würde so auch auf die begrenzten Budgets vieler Hausbesitzer Rücksicht genommen werden." Das Vorgehen des Bundesumweltministeriums bringe Familien, die nur über eher geringe finanzielle Mittel verfügten, schnell an ihre finanziellen Grenzen. Gerade solche Familien seien jedoch auf erschwingliche Energielösungen, wie es die Erdgas-Brennwerttechnik nachgewiesenermaßen sei, angewiesen.
| "Die Erfahrung zeigt, dass Bauherren und Immobilienbesitzer mit dem richtigen Anreiz bereit sind, beim Heizungstausch hohe Investitionen zu tätigen. Hier muss die Förderpolitik ansetzen. Durch die anfallenden Steuern finanziert sich das System selbst."
Bernhard Funk, Sprecher der Initiative Erdgas pro Umwelt
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Hohes Modernisierungstempo durch Erdgas-Brennwerttechnik
Drei Viertel der Anlagen in deutschen Heizungskellern sind laut Bundesverband der Haus- und Energietechnik (BDH) veraltet und ineffizient. Hier besteht, so Jörg Mayer von der Agentur für Erneuerbare Energien, "enormer Handlungsbedarf. Nach dem Willen der Bundesregierung soll sich der Anteil erneuerbarer Energien im Wärmebereich bis 2020 auf 14 Prozent verdoppeln. Ohne staatliche Anreize wird es schwer, dieses Ziel zu erreichen." Laut IEU sind bis 2020 rund zehn Millionen Heizungen in Deutschland modernisierungsbedürftig. Würden diese komplett gegen moderne Erdgas-Brennwertkessel ausgetauscht, ließen sich über 70 Millionen Tonnen klimaschädliches CO2 pro Jahr einsparen. Durch den zunehmenden Bioerdgas-Anteil im Versorgungsnetz steigt diese Einsparung zusätzlich. Zudem kommt der Heizungsaustausch vorwiegend kleinen Handwerksbetrieben und somit der regionalen Wirtschaft zugute. "Um dieses Potenzial voll zu nutzen, sind weitere staatliche Anreize in Form einer zielgerichteten Förderung notwendig. Ein modernes Fördersystem muss dabei technologieoffen und langfristig angelegt sein. Im Mittelpunkt soll die CO2-Einsparung im Vergleich zur Altanlage stehen", fordert Bernhard Funk.
Auch für Eigenheimbesitzer zahlt sich die Investition in den Heizungstausch schnell aus. Mit ihrer kurzen Amortisationszeit hat die Erdgas-Brennwerttechnik ein großes Potenzial, den Sanierungsstau in deutschen Heizungskellern aufzulösen. "Auf Basis dieser Heizlösung können Besitzer von Bestandsimmobilien hervorragend für den Heizungstausch motiviert werden", erklärt Funk. "Die Erdgas-Brennwerttechnik sollte daher in Kombination mit jeglicher solarthermischen Nutzung gefördert werden."
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EnergieSzene Berlin/Brüssel  | Zum Seitenanfang | dena-Studie: Bioerdgasförderung neu ausrichten
| Der Absatz von Bioerdgas im Erdgasnetz kommt in Deutschland nur schleppend voran. Ohne Anpassung der Fördermechanismen sind die Ausbauziele der Bundesregierung für diesen vielseitigen und nachhaltigen Energieträger nicht annähernd zu erreichen. Bis Ende 2010 werden insgesamt nur etwa 70 Biomethananlagen in Betrieb sein. Um das Ausbauziel bis 2020 zu erreichen, müssten aber jährlich rund 120 Anlagen dazukommen. Das zeigt eine Studie der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) in Zusammenarbeit mit Projektpartnern. "Mit gezielten Maßnahmen kann die Bundesregierung dem Biomethanmarkt wieder neuen Schwung geben", sagte dena-Geschäftsführer Stephan Kohler auf der Veranstaltung "biogaspartner - das podium" in Berlin. "Das Ziel, im Jahr 2020 sechs Milliarden Normkubikmeter Erdgas durch Biogas zu ersetzen, wäre dann wieder realistisch. Biogas gehört zu den Multitalenten unter den erneuerbaren Energien und ist ein wichtiger Faktor im Energiemix der Zukunft. Der Ausbau muss daher hohe Priorität haben." Die Studie schlägt unter anderem vor, die Entgelte, die Biogasproduzenten dafür erhalten, dass sie mit ihrer dezentralen Einspeisung Netzkosten vermeiden, zu erhöhen. Für diejenigen, die Biomethan in KWK-Anlagen in Verbindung mit Gas-Spitzenlastkesseln nutzen, sollten außerdem die Netznutzungsentgelte reduziert werden, damit eine Doppelbelastung durch den gleichzeitigen Gas- und Biomethanbezug vermieden werden kann. Mittelfristig könnten das Erneuerbare-Energien-Gesetz sowie das Erneuerbare-Wärme-Gesetz angepasst werden, um weitere Anreize zu schaffen, den Absatz von Biogas im KWK- und Wärmemarkt zu fördern.
Auch das Heizen mit Bioerdgas in Brennwertkesseln kann der Studie zufolge in einer Übergangszeit ein sinnvoller Absatzweg für Biomethan sein. Eine Maßnahme dafür wäre, im Erneuerbare-Wärme-Gesetz den Einsatz von Biomethan in Brennwertanlagen zur Erfüllung der Pflicht zur Nutzung von erneuerbaren Energien zuzulassen und die Nutzungsverpflichtung auf den Gebäudebestand bei Investitionen in das Heizungssystem auszuweiten.
| Neues Energieforschungsprogramm kommt 2011
| Der Exekutivdirektor der Internationalen Energie-Agentur (IEA), Nobuo Tanaka, hat in Berlin die neuen "Energy Technology Perspectives 2010" der IEA vorgestellt. Danach lässt sich eine Dekarbonisierung der Stromerzeugung nur erreichen, wenn alle Technologien genutzt werden - erneuerbare Energien ebenso wie Kernkraft und die Nutzung von Technologien zur Abtrennung und Speicherung von CO2 (CCS).
Jochen Homann, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, begrüßt die von der IEA vorgelegte Studie: "Die neue Untersuchung der IEA kommt zur rechten Zeit. Ihre Ergebnisse werden in die laufenden Arbeiten der Bundesregierung an dem neuen Energieforschungsprogramm einfließen. Bedeutsam ist vor allem die Einschätzung, dass über 50 Prozent der notwendigen CO2-Einsparungen durch neue Technologien auf der Seite der Endverbraucher möglich sind. Auf diesem Gebiet ist Deutschland führend und kann daher, auch durch den Export moderner Technologien, einen wichtigen Beitrag zum globalen Klimaschutz leisten."
Die Bundesregierung will das neue Energieforschungsprogramm im kommenden Jahr vorlegen. Weitere Informationen zur IEA-Studie unter www.iea.org. Â
| Europäische Erdgas-Versorgungssicherheit in drei Stufen
| Das dreistufige System zur Sicherung der Erdgasversorgung in Europa bleibt bestehen. Der Ausschuss der Ständigen Vertreter in Brüssel hat sich auf den mit dem Europäischen Parlament abgestimmten Text für eine Verordnung zur Sicherheit der Europäischen Gasversorgung geeinigt.
"Die Verordnung wird wesentlich zur Vorsorge und Bewältigung möglicher Gasversorgungskrisen beitragen. Der jüngste Konflikt zwischen Russland und Weißrussland macht deutlich, wie wichtig solche Vorbereitungen sind", sagte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle. "Wir haben uns von deutscher Seite mit wesentlichen Punkten eingebracht. Zum Beispiel werden die Verantwortlichkeiten klar und mehrstufig verteilt: erstens Unternehmen, zweitens Mitgliedstaaten, drittens die EU. Auch der eindeutige Vorrang von Marktmaßnahmen vor staatlichen Eingriffen trägt die deutsche Handschrift. Gleiches gilt für verbindliche Mindeststandards der Mitgliedstaaten bei der Erdgasinfrastruktur. Die neue Regelung ist ein klares Signal, dass wir in der EU bei zukünftigen Lieferunterbrechungen gemeinsam und solidarisch handeln. Die Verordnung gibt uns auch das Rüstzeug dazu."
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ASUE News  | Zum Seitenanfang | Hohe Auszeichnungen für preiswürdige Planer, Forscher und Entwickler
| Innovative Erdgastechniken und pfiffige Ideen gesucht
Mehr Klimaschutz durch CO2-Minderung, höhere Energieeffizienz und eine sinnvolle Einbindung erneuerbarer Energien in die Energie- und vor allem Wärmeversorgung der Zukunft - das sind die wesentlichen Ziele, die sich die ASUE Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch auf die Fahnen geschrieben hat. Wer derart hohe Ansprüche formuliert, braucht innovative technische Lösungen und/oder pfiffige Ideen, um sie zu erfüllen. Grund genug für die Arbeitsgemeinschaft, gemeinsam mit dem Allgemeinen Deutschen Automobilclub (ADAC), der Deutschen Energie-Agentur (dena) und dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) die Arbeit an solchen Lösungen und Ideen durch die Verleihung attraktiver Preise zu forcieren. Auch in diesem Jahr werden wieder richtungsweisende Projekte und beispielhafte Konzepte mit dem renommierten "Preis der deutschen Gaswirtschaft für Innovation und Klimaschutz 2010" ausgezeichnet.
Insgesamt werden am 29. September 2010 in Berlin - voraussichtlich im Beisein von Bundesumweltminister Norbert Röttgen - Preise in drei Kategorien verliehen. Dabei geht es um "Rationelle und umweltschonende Planungen von Energieanlagen mit Erdgasanwendungen (auch in Verbindung mit regenerativen Energien)", um "Besondere Leistungen der Forschung & Entwicklung auf dem Gebiet der Erdgasanwendungen, zur Verbreitung von Erdgasanwendungen und zur Ausbildung und zum Know-how-Transfer" sowie in der dritten Kategorie um "Umweltschonende Mobilität: Erdgas im Verkehr". An der Auszeichnung der Preisträger im Bereich "Umweltschonende Mobilität: Erdgas im Verkehr" ist der ADAC maßgeblich beteiligt, liegt doch der Fokus hier auf Ideen und Initiativen, die nachhaltige Impulse für umweltschonende Antriebstechniken mit Erdgas liefern. Die für den Bereich "Planung, Forschung und Entwicklung" ausgelobten Preise zielen hingegen ab auf die Entwicklung neuer Techniken sowie beispielhafter Konzepte zur Energieeinsparung, zur Effizienzsteigerung und zur Emissionsminderung auf der Basis innovativer Erdgastechnologien sowie auf neu entwickelte effiziente Gerätetechnologien. Ziel ist es, Impulse zu geben für kreative Lösungen und diesen den Weg hin zur praktischen Umsetzung zu erleichtern.
Ausgezeichnete Projekte und Ideen der letzten Runde
Die Preisverleihungen der letzten Jahre haben eindrucksvoll gezeigt, wie vielfältig die Stellschrauben sind, an denen zur Verbesserung von Klimaschutz und Energieeffizienz noch "gedreht" werden kann. So ging der mit 20.000 Euro verbundene "Innovationspreis für Planung, Forschung und Entwicklung" an die bielomatik Leuze für ihr Gaskonvektionsheizelement mit integrierter automatischer Zündung und Temperaturregelung zum Schweißen von Kunststoffen. Ausgezeichnet wurde das Energieversorgungskonzept eines Autohauses auf Basis einer Kraft-Wärme-Kälte-Kopplungsanlage, das eine Primärenergieeinsparung von 40 Prozent bringt. Auch die Entwicklung eines Linearstrahlers zur Trocknung getränkter Papiere als Alternative zu elektrisch betriebenen Infrarot-Röhrenstrahlern mit einer Senkung der CO2-Emissionen bis zu 47 Prozent sowie ein "SelfCooking Center" für Groß- und Gewerbekunden erhielten Preise. Den mit 10.000 Euro dotierten "Innovationspreis für umweltschonende Mobilität: Erdgas im Verkehr" erhielt die Raiffeisen-Warengenossenschaft Jameln für ihr Projekt "Jamelner Biogastankstelle - eine Alternative für Landwirte". Dort wird Biogas erzeugt, auf Erdgasqualität aufbereitet und regional als Bioerdgas vermarktet. Eine weitere Auszeichnung ging an die Stadtwerke Neumünster, die unternehmensweit und im öffentlichen Personennahverkehr auf Erdgas als Antriebsenergie setzt. Besonderheit dabei ist der Einsatz von vier Sattelzügen mit Erdgasantrieb.
50.000 Euro Preisgeld
Die Bewertung der eingehenden Bewerbungen sowie die Festlegung der Preisträger erfolgt durch eine unabhängige Jury mit hochrangigen Vertretern aus Wissenschaft, Ministerien, Fachhandwerk und Gaswirtschaft. Die Preisverleihung findet am 29. September 2010 in Berlin in einem feierlichen Rahmen statt. Dabei werden Preise im Gesamtwert von 50.000 Euro vergeben. Wettbewerbsbeiträge können nicht nur von den Urhebern der Projekte beziehungsweise Neuentwicklungen selbst, sondern auch von Dritten vorgeschlagen werden.Â
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Bewerbungsunterlagen sind erhältlich bei der ASUE Postfach 10 01 16 45001 Essen Tel.: (02 01) 27 01 96, Fax: (02 01) 27 22 64 E-Mail: info@asue.de Im Internet sind die Unterlagen unter www.asue.de im Bereich Innovationspreis 2010 zum Download eingestellt.
Für alle Bewerbungen gilt der 31. Juli 2010 als Einsendeschluss.
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Energieprognose  | Zum Seitenanfang | Primärenergieverbrauch in Deutschland wird sinken
| Der Primärenergieverbrauch in Deutschland wird bis zum Jahr 2030 um 21 Prozent im Vergleich zum Jahr 2007 zurückgehen. Dies ist das herausragende Ergebnis einer Energieprognose, die vom Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung (IER) der Universität Stuttgart, dem Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI), Essen, und dem Zentrum für Europäische Wirtschaftforschung (ZEW), Mannheim, im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWI) erstellt worden ist.
Verantwortlich für den deutlichen Rückgang der Energienachfrage werden nach den Berechnungen der drei renommierten Forschungseinrichtungen vor allem erhebliche Steigerungen bei der Energieproduktivität sein. In der Folge wird bis 2030 die Nachfrage nach Elektrizität weiter ansteigen. Dies liege aber auch an dem sich fortsetzenden Trend zu Singlehaushalten.
Um den steigenden Stromverbrauch hierzulande zu decken, werde zunehmend Strom aus dem Ausland importiert werden müssen, meinen die Wirtschaftsforscher. Auch die Abhängigkeit von Erdgasimporten werde künftig steigen. Allerdings nehme parallel dazu auch der Anteil der erneuerbaren Energien am Primärenergieverbrauch und in der Stromerzeugung zu. Angesichts dieser zu erwartenden Entwicklung werde Deutschland keine Probleme haben, seine im Rahmen des Kioto-Abkommens eingegangene Reduktionsverpflichtung beim Treibhausgasausstoß zu erfüllen. Bis zum Jahr 2020 könne Deutschland seine Emissionen um circa 34 Prozent und bis zum Jahr 2030 um rund 44 Prozent gegenüber dem Referenzjahr 1990 reduzieren. Auch beim Ausbau alternativer Energien komme Deutschland gut voran. Die Vorgabe der EU, bis 2020 18 Prozent des Bruttoenergieverbrauchs durch erneuerbare Energien zu decken, werde nur knapp um zwei Prozentpunkte unterschritten.
Als Variante werden in der Studie auch die Auswirkungen einer möglichen Laufzeitverlängerung für bestehende Kernkraftwerke betrachtet. Bei den Berechnungen zeige sich, dass die verlängerte Laufzeit positive energie- und volkswirtschaftliche Effekte mit sich bringen würde. Dies gelte sowohl in Bezug auf eine Steigerung von Wertschöpfung, Produktionsmengen und Beschäftigung als auch hinsichtlich der Reduzierung sowohl der Kosten für CO2-Zertifikate als auch der Strompreise. Längere Kernkraftwerks-Laufzeiten würden zudem zu einer insgesamt höheren Energieversorgungssicherheit beitragen und gleichzeitig zu niedrigeren Treibhausgasemissionen in Deutschland führen. Der Ausbau der erneuerbaren Energien werde durch die verlängerte Kernenergienutzung hingegen nicht beeinträchtigt, prognostizieren die Wissenschaftler.
Download des Gutachtens: Â
Summary: ftp://ftp.zew.de/pub/zew-docs/gutachten/Energieprognose_2009_Summary.pdf
Kurzfassung: ftp://ftp.zew.de/pub/zew-docs/gutachten/Energieprognose_2009_Kurzfassung.pdf
Hauptbericht: ftp://ftp.zew.de/pub/zew-docs/gutachten/Energieprognose_2009_Hauptbericht.pdf
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Zahlen & Fakten  | Zum Seitenanfang | Erneuerbare Erzeugungskapazitäten in der EU weiter auf Wachstumskurs
| Zwischen 2008 und 2009 ist der Anteil der erneuerbaren Energien an den jeweils neu installierten Stromerzeugungskapazitäten in der EU 27 von 57 auf 62 Prozent oder 17.000 Megawatt angestiegen. Davon gehen allein gut 10.000 Megawatt auf das Konto der Windenergie. Dies ist dem Bericht der Gemeinsamen Forschungsstelle der EU-Kommission zu entnehmen.
An der Deckung des Gesamtenergieverbrauchs waren die Erneuerbaren in 2009 zu fast einem Fünftel (19,9 %) beteiligt. Mehr als die Hälfte (11,6 Prozentpunkte) dieser Erzeugung entfiel auf die Wasserkraft, gefolgt von Windkraft (4,2), Biomasse (3,5) und Solarenergienutzung (0,4). Wenn die aktuellen Wachstumsraten beibehalten werden, könnten nach den Berechnungen der Forschungsstelle im Jahr 2020 bis zu 1.400 Terrawattstunden Strom oder 35 bis 40 Prozent des gesamten Verbrauchs der Europäischen Union aus erneuerbaren Quellen bezogen werden. Zuvor, so heißt es in der Mitteilung, gelte es jedoch noch einige drängende Probleme zu lösen. Dazu gehöre beispielsweise die Gewährleistung eines gerechten Netzzugangs. Zudem müssten entsprechende Projekte in Forschung und Entwicklung von den Mitgliedsstaaten umfassend gefördert und die bestehenden Elektrizitätssysteme für die vermehrte Aufnahme von Strom aus erneuerbaren Quellen ausgebaut werden.
Mit ihrer aktuellen Erzeugungskapazität von mehr als 74.000 Megawatt hat die Windenergie das für 2010 vorgebene Ziel von 40.000 Megawatt bereits um 80 Prozent übertroffen. Bei anhaltenden Wachstumsraten könne sich die Stromerzeugung aus Biomasse in der EU von 2008 bis 2010 annähernd verdoppeln, teilt die Forschungsstelle mit. Die Entwicklung sei jedoch stark abhängig davon, wie viel Biomasse für konkurrierende Energieverbraucher wie Heizanlagen oder Kraftfahrzeuge bereitgestellt werde. Ähnlich gute Entwicklungschancen sehen die Statistiker der EU für die Bereiche Photovoltaik und Konzentrierte Solarenergie.
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