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News und Trends aus der Energiewirtschaft
| Â April 2009 |
|  | Topthema  | Zum Seitenanfang | Hoffnungsträger LNG
| Liquefied Natural Gas (LNG) - verflüssigtes Erdgas - wird für die Energieversorgung der Zukunft immer wichtiger. Pipelinegas dominiert vor allem in regionalen Märkten wie Amerika, Europa und Asien. Verflüssigtes Erdgas kann hingegen in großen Tankschiffen über weite Entfernungen transportiert werden. In der Folge entwickelt sich mit rasanter Geschwindigkeit ein globaler Markt für LNG, der auch für die sichere Versorgung Deutschlands von wachsender Bedeutung ist.Â
Zwischen 1995 und 2005 hat sich die weltweit gehandelte Menge an LNG verdoppelt - ein Trend, der sich unter anderem nach Ansicht der Internationalen Energie Agentur (IEA) in den kommenden Jahren fortsetzen wird. 2005 war LNG schon zu etwa sieben Prozent an der Deckung des weltweiten Erdgasbedarfs beteiligt, für Europa liegt der entsprechende Wert inzwischen bei über zehn Prozent. Dass dieser Anteil weiter steigen wird, ist unter Experten unstrittig. Neue bedeutende Anbieter erreichen heutzutage per Tankschiff Abnehmermärkte, die zuvor per Pipeline nicht oder nur zu horrenden Kosten erreichbar gewesen wären. Das Emirat Katar am persischen Golf ist dafür ein gutes Beispiel. Hier entstehen derzeit die weltweit größten Exportkapazitäten für LNG. Vor wenigen Tagen wurde in diesem Emirat das Projekt Qatargas 2 eingeweiht. Bis zu 15,6 Millionen Tonnen Flüssigerdgas sollen jährlich von diesen Terminals aus ihre Seereise zu Abnehmerländern in aller Welt antreten. Zu den potenziellen Kunden zählt auch Großbritannien. Anfang April traf der algerische Tanker Berge Arzew auf der britischen Insel Grain ein und brachte die 100. Lieferung seit der Inbetriebnahme des dortigen LNG-Terminals im Jahr 2005. Angesichts steigender Nachfrage und gleichzeitig sinkender Produktion in den eigenen Feldern der Nordsee müsse Großbritannien bis 2010 etwa 50 Prozent des Gasbedarfs durch Importe decken, erklärte National Grid anlässlich des kleinen Jubiläums. LNG werde daran einen großen Anteil haben.
Laut einer Studie der Stiftung Wissenschaft und Politik (Jens Hobohm: Mehr Erdgas für den Klimaschutz, Berlin 2008) baut die europäische Gaswirtschaft "mit hoher Dynamik" eine LNG-Infrastruktur auf, "und zwar dort, wo ökonomische Vorteile damit verbunden sind". Demnach entstehen die meisten LNG-Kapazitäten in den nächsten Jahren in Großbritannien. "Der größte Gasmarkt Europas benötigt Alternativen, um seinen Gasbedarf auch bei rückläufiger Eigenförderung decken zu können", heißt es dazu in der Studie - womit die Selbsteinschätzung der schwieriger werdenden Versorgungslage durch National Grid bestätigt wird. Umfangreiche Anlandekapazitäten entstehen aber auch auf dem europäischen Festland, insbesondere in den Mittelmeerländern Spanien und Italien. Mitte 2009 soll die Importkapazität in Europa bei weit über 200 Milliarden Kubikmeter pro Jahr liegen. Doch trotz des Ausbaus der Kapazitäten, so die Wissenschaftler, werde LNG in Europa weiterhin "der Juniorpartner der Gasversorgung sein, da Pipelines angesichts der begrenzten Transportentfernung in den meisten Fällen die wirtschaftlichere Lösung bleiben".
Auch in Deutschland setzen die großen Erdasimporteure und hier insbesondere E.ON Ruhrgas auf LNG als wichtige Möglichkeit zur weiteren Diversifizierung der Bezugsquellen. Die Unternehmen sind schon seit Jahren mehr oder weniger intensiv auf diesem Feld aktiv. In der Öffentlichkeit ist das Thema insbesondere nach dem (noch immer nicht endgültig beigelegten) Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine und den damit verbundenen Liefereinschränkungen wieder mehr ins Bewusstsein gerückt. Der Essener Ferngasversorger E.ON Ruhrgas hat ausdrücklich erklärt, die LNG-Aktivitäten weiter ausbauen zu wollen. Aktuell hat das Unternehmen im LNG-Terminal "Gate" in Rotterdam eine jährliche Kapazität von drei Milliarden Kubikmeter Erdgas gebucht, mit denen der nordwesteuropäische Raum versorgt werden soll. Das Terminal befindet sich im Bau und wird 2011 seinen Betrieb aufnehmen. Im britischen Terminal Grain wurden 1,7 und in den spanischen Regasifizierungsanlagen in den Häfen Barcelona und Huelva wurden jeweils 0,8 Milliarden Kubikmeter vertraglich gesichert. Darüber hinaus ist E.ON Ruhrgas an Terminalprojekten in Italien und Kroatien beteiligt.
Zusätzlich ist das Essener Unternehmen auch in einigen Produktionsländern an der Verflüssigung von Erdgas beteiligt oder strebt solche Beteiligungen an. Anfang 2009 wurde eine entsprechende Vereinbarung mit einem Partner im westafrikanischen Äquatorialguinea zur Realisierung der geplanten zweiten Verflüssigungsanlage des Landes unterschrieben. Südlich der Sahara gehört Äquatorialguinea zusammen mit Nigeria und Angola zu den bedeutendsten Energielieferanten. Insgesamt wird der Anteil der afrikanischen Vorkommen an den weltweit nachgewiesenen Gasreserven mit rund acht Prozent beziffert. In Algerien und Ägypten verfügt E.ON Ruhrgas inzwischen über Explorationslizenzen und plant entsprechende Bohrungen. Vertretungen in Algerien, Libyen und Nigeria dienen ebenfalls dem Ziel, die Aktivitäten in den Bereichen Exploration, Förderung und Erdgasverflüssigung weiter voranzutreiben. Einen weiteren wichtigen Schritt zur Erschließung zusätzlicher Erdgasbezugsquellen sieht das Unternehmen in der Mitte März erfolgten Eröffnung einer Repräsentanz in Doha (Katar). Damit, so Vorstandsmitglied Jochen Weise, wolle man Katar bei der Förderung der heimischen Gaswirtschaft unterstützen. "LNG wird in Zukunft unser Gasbeschaffungsportfolio ergänzen und somit zur Versorgungssicherheit für unsere Kunden in Europa beitragen. Katar ist dabei für uns ein strategisch wichtiger Partner."
| Liquefied Natural Gas - LNG - ist verflüssigtes Erdgas. Erdgas lässt sich durch Abkühlung auf -162 Grad Celsius verflüssigen. Dabei verringert sich das Volumen auf etwa ein Sechshundertstel im Vergleich zum Volumen im gasförmigen Zustand. Eine zusätzliche Komprimierung für den Transport per Spezialschiff ist deshalb nicht erforderlich. Für die Verflüssigung im Exportland und die Regasifizierung im Empfängerhafen müssen spezielle Anlagen errichtet werden. Deren Größe und die auf dem Weltmarkt verfügbaren Transportkapazitäten bestimmen die Obergrenzen für die handelbaren LNG-Mengen.
Die größten heute gebauten LNG-Tankschiffe fassen gut 250.000 Kubikmeter LNG, was einem Volumen von etwa 150 Millionen Kubikmeter Erdgas entspricht, die nach der Regasifizierung ins vorhandene Pipelinenetz eingespeist werden können. Der Rotterdamer Terminal "Gate" wird nach seiner Fertigstellung eine Gesamtkapazität von 12 Milliarden Kubikmeter Erdgas jährlich haben.
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Strom  | Zum Seitenanfang | BDEW widerspricht Bundesnetzagentur: Netzinvestitionen sind gefährdet
| Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) weist die Behauptung, die Energieunternehmen hätten günstige Bedingungen für Netzinvestitionen, zurück. Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur, hatte bei der Vorstellung des Jahresberichts erklärt: "Das von uns zügig umgesetzte Regulierungs- und Anreizsystem setzt positive Signale und Bedingungen für Investitionen in die Netze." Hildegard Müller, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, hält dagegen: Die tatsächlichen Investitionen seien 2007 entgegen der ursprünglichen Planung um ein Drittel eingebrochen. "Schon jetzt haben die Stromnetzbetreiber ihre geplanten Investitionen für die Jahre 2008 und 2009 von insgesamt 7,7 auf 6,5 Milliarden Euro um 16 Prozent nach unten korrigiert." Diese Entwicklung könnte sich bei den tatsächlichen Investitionen wiederholen. Müller nannte zwei wesentliche Gründe: "Durch eine einseitige Regulierung, die sich in erster Linie nur um die Preise und nicht um die Qualität und Versorgungssicherheit dreht, werden die Investitionsbedingungen zunehmend schwierig. Die langwierigen Planfeststellungs- und Genehmigungsverfahren wirken zusätzlich investitionshemmend." Bis zum Jahr 2020 seien rund 40 Milliarden Euro Investitionen allein in die Stromnetze erforderlich. "Sollten sich die Rahmenbedingungen nicht verbessern, werden wir dieses dringend notwendige Investitionsziel verfehlen." |  |
ASUE News  | Zum Seitenanfang | Effizienz und Erneuerbare - die ISH gibt die Richtung vor
| Die alle zwei Jahre in Frankfurt stattfindende ISH gilt allgemein als Weltleitmesse für die Bereiche Bad, Gebäude-, Energie- und Klimatechnik sowie für die Nutzung erneuerbarer Energien. In diesem Jahr stand an vielen Messeständen das Thema Energieeffizienz im Vordergrund - eine Tendenz, die sich angesichts der Klimaproblematik und der Endlichkeit von Energieressourcen in den kommenden Jahren noch verstärken dürfte. Auch die rasant wachsende Bedeutung der erneuerbaren Energien für die Versorgung der Haushalte mit Wärme und Strom wurde in Frankfurt mehr als deutlich. Die Industrie präsentierte zahlreiche nachhaltige Lösungen, in denen energieeffiziente Heiz- und Klimatechniken mit erneuerbaren Energien kombiniert werden. Bei den innovativen Gasanwendungen standen Strom erzeugende Heizungen und Gaswärmepumpen im Vordergrund.
Genau diesem Trend entsprachen auch die auf dem Stand der ASUE Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch e.V. gemeinsam mit Partnern ausgestellten Exponate. Reger Zulauf, großes Interesse und hoher Informationsbedarf von Besuchern aus unterschiedlichen Bereichen, vom Gerätehersteller über den Energieberater bis hin zum privaten Endkunden, sind deutliche Anzeichen für die Bedeutung, die diesen Schlüsseltechnologien für die Heizung der Zukunft von Fachleuten und Verbrauchern zugeordnet wird.
Besonders große Aufmerksamkeit erfuhr die von Honda entwickelte Strom erzeugende Heizung, die unter der Bezeichnung "Ecowill" auf dem japanischen Markt angeboten wird. Gesteigert wurde dieses Interesse noch durch die Mitteilung, dass Honda und Vaillant in den kommenden zwei Jahren gemeinsam gasbetriebene Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen für Einfamilienhäuser entwickeln wollen. Das japanische Unternehmen wird dazu seine Motorenkompetenz einbringen, der deutsche Partner übernimmt die Konzeption der Hydraulik des Heizsystems sowie die Entwicklung der Regelungs- und Anschlusstechnik.
| DVGW-Vizepräsident Dr. Jürgen Lenz, ASUE-Präsident Andreas Prohl und Dr. Thorsten Formanski, Leiter der ASUE-Transferstelle neue Produkte, interessieren sich für die Strom erzeugende Heizung von Honda.Â
| Ebenfalls präsentiert wurde eine Mikro-Kraft-Wärme-Kopplungsanlage des Anbieters AISIN mit 0,3 bis 4,6 Kilowatt elektrischer Leistung und 11,7 Kilowatt thermischer Leistung. Vertrieben wird das Gerät in Deutschland über Berndt EnerSys, Gelsdorf. Ebenso marktreif ist die Absorptionswärmepumpe aus der neuen Produktreihe "PRO" von Robur, die ebenfalls auf dem ASUE-Stand zu sehen war. Arbeitszahlen von bis zu 165 Prozent - der Wert liegt über 100 Prozent, weil zusätzlich zum eingesetzten Primärenergieträger auch Umweltenergie genutzt wird - und eine Reduktion der CO2-Emissionen um bis zu 40 Prozent belegen die hohe Energieeffizienz dieser Produkte, die z.B. für einen Einsatz in Industrie, Gewerbe, Hotels und Mehrfamilienhäusern geeignet sind.
Auf reges Interesse stieß auch der Nano30 von Magic Boiler. Dieses kleine Gasbrennwertgerät - die Kantenlänge des "Heizwürfels" liegt bei nur 30 Zentimeter - beeindruckt mit Heizleistungen zwischen sechs und 30 Kilowatt. Die Produktion von warmem Wasser erfolgt im Durchlauferhitzer-Modus, wobei je nach Temperatur bis zu 12,5 Liter pro Minute bereitgestellt werden können.
Strom erzeugende Heizungen mit Ottomotoren waren an den Ständen von Senertec und Ecopower zu sehen. Die Unternehmen Baxi, Buderus, Elco, Junkers, Remeha und Viessmann setzen auf Stirlingmotoren und zeigten an ihren Ständen entsprechende Geräte im Entwicklungs- bzw. Feldteststatus. Darüber hinaus präsentierten AEM, Magic Boiler und Sanevo gemeinsam den WhisperGen in der Vorserienversion für den europäischen Markt. Vaillant stellte ebenso wie Viessmann den Prototyp eines Zeolith-Heizgerätes vor (Zeolith setzt Wärme frei, wenn es in Kontakt mit Wasser kommt). Darüber hinaus waren Prototypen von Gaswärmepumpen für den Einsatz im Einfamilienhaus von Buderus, Elco und Junkers zu sehen. Und Baxi präsentierte auf der ISH erstmals die neue Brennstoffzelle "Gamma 1,0", die in Kleinserie gefertigt werden wird.
| Liefert Strom und Wärme für das Einfamilienhaus: die Mikro-Kraft-Wärme-Kopplungsanlage der Firma AISIN mit 0,3 bis 4,6 Kilowatt elektrischer und 11,7 Kilowatt thermischer Leistung.Â
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EnergieSzene Berlin  | Zum Seitenanfang | CCS-Gesetz - die Diskussion geht weiter
| "Kohlekraftwerke haben nur eine Zukunft, wenn sie weniger schädlich für das Klima werden. CCS könnte da eine Perspektive bieten. Wir müssen jetzt untersuchen, ob die Technik im industriellen Maßstab funktioniert", sagte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel zur Verabschiedung des CCS-(Carbon Capture and Storage)-Gesetzes durch das Bundeskabinett. "Dabei erteilen wir CCS mit diesem Gesetz keinen Blankoscheck. Im Gegenteil: Der Entwurf sieht hohe Umweltstandards vor, auf die es keinen Rabatt gibt. Das Wichtigste ist dabei - die Speicher müssen auf Dauer sicher sein."
Erst 30 Jahre nach Stilllegung einer Anlage und damit rund 80 Jahre nach ihrer Inbetriebnahme könnten Betreiber ihre Verantwortung auf den Bund übertragen - und das auch nur bei einem Langzeitsicherheitsnachweis nach dem Stand von Wissenschaft und Technik. Im Jahr 2015 will der Bund die Erfahrungen mit den Demonstrationsvorhaben aus dem In- und Ausland auswerten und klären, ob CCS technisch und wirtschaftlich ein gangbarer Weg ist.
Nach Meinung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) schafft CCS in den Industrienationen die notwendige Zeit, das Stromangebot auf eine höhere Nachhaltigkeit auszurichten und ist gleichzeitig ein technologischer Weg auch für Schwellenländer. Hildegard Müller, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, plädiert dafür, die EU-Richtlinie vollständig und 1:1 umzusetzen. "Nur so können Wettbewerbsverzerrungen gegenüber anderen europäischen Ländern vermieden und deutschen Unternehmen die Einführung einer klimaschutztechnischen Innovation ermöglicht werden." Insbesondere die technischen Anforderungen des neuen CCS-Gesetzes an Bau und Betrieb von Demonstrationsanlagen gingen weit über das notwendige Maß und die Vorgaben der EU-Richtlinie hinaus. Dies betreffe auch die finanzielle Vorsorge und die Haftung der Betreiber von CO2-Speichern.
Die Einrichtung eines öffentlich-rechtlichen Haftungsfonds, der von den Kraftwerksbetreibern und den Betreibern von CO2-Speichern und -Pipelines finanziert werden müsse, fordert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Der Gesetzentwurf verletze die Fürsorgepflicht des Staates bei der Einführung einer neuen Technologie, kritisierte BUND-Vorsitzender Hubert Weiger. Die Bundesregierung setze mit der CCS-Technologie auf das falsche Pferd. "CCS ist kein Beitrag zu einer sicheren Energieversorgung. Es ist eine Bremse für den Ausbau der erneuerbaren Energien zugunsten einer teuren, unerprobten und risikobehafteten Technologie."
Auch nach Meinung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) setzt der Entwurf den traditionellen Vorrang für Kohle fort und behindert den Ausbau erneuerbarer Energien. "Der Gesetzentwurf dokumentiert den Versuch der Großen Koalition, Deutschland als Kohleland durch die Klimakrise zu führen. Dieser Versuch muss scheitern, weil sich die Energiewende zwar behindern und verzögern, aber nicht mehr aufhalten lässt", sagte DUH-Bundesgeschäftsführer Rainer Baake. Ärgerlich sei insbesondere, dass nach dem Gesetzentwurf andere fortschrittliche Nutzungen der entsprechenden geologischen Formationen, etwa die Geothermie oder die Einrichtung von Druckluftspeichern, zumindest behindert würden.
Die Diskussion um die weitere Ausgestaltung des Gesetzes ist also eröffnet. Der Zeitplan zur Verabschiedung noch in dieser Legislaturperiode ist ehrgeizig und muss dies nach Einschätzung des IZ Klima auch sein. Geschäftsführer Michael Donnermeyer: "Die unbestrittene klimapolitische Notwendigkeit der CO2-Speicherung für die Erreichung des Zwei-Grad-Ziels führt zur klaren Forderung: Wer Klimaschutz will, muss CCS fördern." Dabei werde es mit Blick auf die gesellschaftliche Akzeptanz entscheidend darauf ankommen, mit dem Gesetz den berechtigten öffentlichen Anforderungen an die Sicherheit des Einsatzes der Technologie glaubhaft entsprechen zu können.
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IEU News  | Zum Seitenanfang | IEU fordert stärkere Anreize zur Heizungssanierung
| Mitte März hat die Bundesregierung die Novelle der Energieeinsparverordnung verabschiedet. Neben höheren Anforderungen an die Energieeffizienz von Neubauten oder einer Vorschrift zur langfristigen Außerbetriebnahme von Nachtstromspeicherheizungen in bestimmten Gebäuden werden mit Inkrafttreten der Verordnung im Herbst 2009 auch erweiterte Förderprogramme für die Gebäudesanierung wirksam. Für den Ersatz alter ineffizienter Heizungsanlagen durch moderne, sehr viel sparsamere Nachfolger werden Privathaushalten jedoch keine zusätzlichen Anreize geboten. Die Initiative Erdgas pro Umwelt (IEU) sieht hier deshalb erhebliches Verbesserungspotenzial.
Nachbesserungsbedarf bei Förderprogrammen für Gebäudesanierung
Bereits seit dem 1. Januar 2009 unterstützt die Bundesregierung Bauherren bei der Installation moderner Heizungen, indem sie den Kesselaustausch als Einzelmaßnahme mit einem Zuschuss von fünf Prozent fördert. Dieser Zuschuss wurde im Rahmen der Neuauflage der KfW-Förderprogramme zum 1. April 2009 jedoch nicht erhöht. Zum Vergleich: Eine Komplettsanierung zum "Effizienzhaus70" wird mit einem Zuschuss von 17,5 Prozent unterstützt. "Die Heizungserneuerung ist trotz erheblicher Energieeffizienzvorteile immer noch benachteiligt gegenüber anderen Sanierungspaketen der KfW", sagt Bernard Funk, Sprecher der IEU, und fordert eine Gleichberechtigung der Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz bei der Gebäudesanierung.
39 Prozent der Eigenheimbesitzer würden bei Aussicht auf eine staatliche Förderung ihre alte Heizungsanlage modernisieren, so das Ergebnis einer aktuellen EMNID-Umfrage. "Das zeigt, wie wichtig es ist, stärkere Anreize zu schaffen und Sanierungswillige nicht mit zu großen Investitionen gleichzeitig zu belasten", sagt Bernhard Funk. "Jede Einzelmaßnahme, die die Energieeffizienz steigert, ist wertvoll und muss anerkannt werden." Die Erneuerung der Heizung in alten Wohngebäuden sei sowohl unter ökologischen als auch unter ökonomischen Gesichtspunkten der wichtigste erste Schritt für mehr Energieeffizienz.
Der Modernisierungsstau im Heizungskeller muss nach Ansicht der IEU dringend aufgelöst werden. In deutschen Haushalten gibt es derzeit etwa drei Millionen Heizungsanlagen, die älter sind als 18 Jahre. Das belegt eine aktuelle Statistik des Bundesverbands des Schornsteinfegerhandwerks. Würden allein diese Altanlagen durch besonders effizient arbeitende erdgasbetriebene Brennwertheizungen ersetzt, könnte ein jährlicher Einspareffekt von rund acht Millionen Tonnen CO2 erzielt werden.
Erdgas als Brückenenergie
Kritik übt die IEU auch daran, dass erneuerbare Energien durch die Novelle der Energieeinsparverordnung stärker gefördert würden als der klimaschonende Einsatz von Erdgas. Nicht berücksichtigt habe der Gesetzgeber dabei, dass erneuerbare Energien längst nicht überall einsetzbar sind. So ist beispielsweise die Ausrichtung der genutzten Dachfläche für den Ertrag von Solaranlagen entscheidend. Ebenso sei die Installation von Wärmepumpen nicht für jedes Grundstück und jedes Haus geeignet und wirtschaftlich. "Von allen fossilen Brennstoffen hat Erdgas nachweislich die beste CO2-Bilanz und ist somit eine wichtige Brückenenergie", erklärt Bernhard Funk. "Ohne Erdgas wird die Bundesregierung ihr Klimaziel von 20 Prozent weniger CO2-Ausstoß bis 2020 nicht erreichen."
| 200 Gramm Kohlendioxid pro Kilowattstunde Brennstoffeinsatz - von allen fossilen Brennstoffen überzeugt Erdgas mit der besten CO2-Bilanz. Das liegt an der chemischen Zusammensetzung: Erdgas besteht hauptsächlich aus Methan. Bei diesem Gas liegt der Wasserstoffanteil höher als der des Kohlenstoffs. Deshalb verbrennt Erdgas sauberer als beispielsweise Heizöl. Wird dem Erdgas zusätzlich Bioerdgas beigemischt, das aus Biomasse gewonnen wird, sinken die CO2-Emissionen noch einmal um ein beträchtliches Maß. Erdgas ist damit eine wichtige Brückenenergie, die wesentlich dazu beitragen kann, dass Deutschland seine ambitionierten Energie- und Klimaziele tatsächlich erreicht.
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Klimaschutz  | Zum Seitenanfang | Verbraucherallianz für Klimaschutz
| Eine bundesweite Informations- und Beratungskampagne zum Klimaschutz haben das Bundesumweltministerium und der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) gestartet. Unter dem Motto "für mich. für dich. fürs klima." soll in den kommenden Monaten intensiv über Möglichkeiten und Chancen der Konsumenten beim Klimaschutz aufgeklärt werden. "Wir wollen das riesige Potenzial privater Haushalte zur Einsparung von CO2-Emissionen besser nutzen. Klimaschutz zahlt sich aus - das soll jeder Verbraucher konkret erfahren und umsetzen können", so Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, dessen Ministerium den Aufbau dieser Verbraucherallianz für Klimaschutz mit insgesamt 24,5 Millionen Euro fördert. Beteiligt sind neben dem vzbv die 16 Verbraucherzentralen in den Bundesländern, der Deutsche Mieterbund, der Verkehrsclub Deutschland, Germanwatch, die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen sowie der Verbraucherservice im Katholischen Deutschen Frauenbund. Im Mittelpunkt der Arbeit soll der Bereich Mobilität stehen. Laut vzbv-Vorstand Gerd Billen geben die Verbraucher derzeit im Schnitt 15 Prozent ihres Haushaltsgelds für diesen Zweck aus. "Um die Kosten für Mobilität zu senken, sind vor allem die Hersteller gefordert, noch sparsamere Modelle zu entwickeln. Wir brauchen eine klare Kennzeichnung des Spritverbrauchs und belastbare, am realen Verbrauch orientierte Angaben zum Treibstoffverbrauch."
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Zahlen & Fakten  | Zum Seitenanfang | Erdgas ist Heizenergie Nummer 1
| Nach Berechnungen des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) werden die meisten Wohnungen in Deutschland mit Erdgas beheizt. Nach der Statistik für 2008 sorgt in 48,5 Prozent aller Wohnungen Erdgas für warme Räume. Der Marktanteil von Heizöl ist im gleichen Zeitraum um 0,3 Prozentpunkte auf 30 Prozent gesunken. Fernwärme blieb hingegen mit einem Anteil von 12,5 Prozent auf konstantem Niveau. Der Anteil der Kohleheizungen stagnierte bei drei Prozent. Stromheizungen legten in 2008 leicht zu, was auf den vermehrten Einsatz von Strom-Wärmepumpen zurückzuführen ist.
Der Branchenverband erband geht davon aus, dass sich der Trend zur Heizenergie Erdgas weiter fortsetzen wird. Als Gründe werden vergleichsweise geringe Anschaffungskosten von Erdgas-Brennwertheizungen und attraktive Energiesparlösungen mit kombinierter Solarwärmenutzung genannt.
| Sommerzeit spart kaum Energie
| Die jährliche Umstellung auf die Sommerzeit bringt keine spürbare Energieeinsparung, meldet der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Die gesamtdeutsche Einführung der Sommerzeit vor fast 30 Jahren habe darauf abgezielt, das Tageslicht besser zu nutzen, um so Energie zu sparen. Dies sei jedoch nicht der Fall. So wird nach Angaben des BDEW abends zwar weniger Strom für Licht benötigt, dafür morgens aber mehr geheizt. Durch das veränderte Freizeitverhalten an den hellen Sommerabenden könne sogar mehr Energie verbraucht werden.
Nach Berechnungen des Verbands liegt der Anteil des Lichts am Stromverbrauch der Haushalte bei durchschnittlich acht Prozent, am gesamten Energieverbrauch ist der für die Beleuchtung benötigte Strom nur zu zwei Prozent beteiligt. Überdies sinke der ohnehin geringe Spareffekt wegen der zunehmenden Verbreitung von Energiesparlampen weiter.Â
| Strom wird immer effizienter genutzt
| Der Stromverbrauch in Deutschland wächst deutlich langsamer als die Wirtschaft. Diese Entwicklung sei seit Mitte der achtziger Jahre zu beobachten, berichtet der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Zwischen 1991 und 2008 sei das Bruttoinlandsprodukt im Schnitt um 1,5 Prozent gewachsen, während der Stromverbrauch im gleichen Zeitraum nur um knapp 0,8 Prozent jährlich zugelegt habe. Als wesentlichen Grund für die allmähliche Entkopplung von Stromverbrauch und Wirtschaftswachstum nennt der BDEW die abnehmende Energieintensität der deutschen Wirtschaft. In den Unternehmen würden zunehmend effiziente Techniken und Maschinen eingesetzt, zudem steige der Anteil des Dienstleistungssektors kontinuierlich. Auch in den Haushalten werde bewusster mit Energie umgegangen. Dafür sorge beispielsweise das immer größere Angebot an energiesparenden Haushaltsgeräten. |  |  |  |
Literaturtipp  | Zum Seitenanfang | Sven Plöger: Gute Aussichten für morgen. Wie wir den Klimawandel für uns nutzen können
| Abends kündigt er nach den Nachrichten das Wetter an, tagsüber schreibt er Bücher über den Klimawandel. Das eine wie das andere fachkundig und erfrischend. Sven Plöger meint: Der Klimawandel ist nicht mehr abzuwenden. Statt darüber zu lamentieren, plädiert er für einen konstruktiven Umgang mit den einsetzenden Veränderungen, die sich auf sämtliche Lebensbereiche auswirken. Voraussetzung dafür ist, so Plöger, dass wir den Klimawandel verstehen und alle an einem Strang ziehen. Dafür müssen konstruktive Lösungen her. Sven Plöger zeigt, wie Einzelinteressen von Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Medien überwunden werden können und macht den Blick frei für die Möglichkeiten, die sich eröffnen. Denn der Klimawandel bewirkt durchgreifende Veränderungen auf den Lebensstil, auf Verkehr und Industrie, Landwirtschaft und Wohnen und verstärkt damit den Zwang, effizientere Technologien zu entwickeln und Alternativen zu fossilen Energieträgern wie erneuerbare Energien zu fördern. 368 Seiten München 2009 ISBN: 9783938060261 19,95 Euro
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