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News und Trends aus der Energiewirtschaft
| Â Dezember 2008 |
|  | Topthema  | Zum Seitenanfang | Phasing in - phasing out?
| "Nichts ist einfacher in der internationalen Politik, als sich langfristige Ziele zu setzen", sagte kürzlich Bundesumweltminister Sigmar Gabriel. Bei der Umsetzung seien daher Zwischenziele äußerst wichtig. Und er betonte, dass es auch in Europa "Streit zwischen höher und weniger hoch entwickelten Ländern" gebe. "Was wir weltweit haben an unterschiedlichen Ausgangspositionen, das haben wir auch in Europa."
Diese Äußerungen umreißen die Problematik, unter der der EU-Rat zum Klimapaket ebenso zu bewerten ist wie die UN-Klimakonferenz im polnischen Poznan. In Brüssel wurde das Langfristziel der CO2-Minderung aufrechterhalten, bei den Zwischenetappen jedoch wurden Änderungen vereinbart. "Phasing in" könnte die Überschrift über den EU-Kompromiss lauten. Das "Einschleichen" in die weitere CO2-Minderung gilt dabei für die Automobilindustrie wie für die beim Emissionshandel beschlossenen Abschwächungen hinsichtlich energieintensiver Industrien und des osteuropäischen Kraftwerksparks.
Letzteres stößt der hiesigen Energiebranche sauer auf. "Die deutsche Energiewirtschaft nimmt mit Unverständnis zur Kenntnis, dass nahezu ausschließlich Ausnahme- und Übergangsregelungen für die osteuropäischen Länder und deren Anpassungsprozess geschaffen worden sind", sagte Hildegard Müller, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Statt einer fairen Lastenteilung sei eine "Aneinanderreihung von Einzellösungen entstanden, bei der die deutschen Interessen bezüglich fairer Rahmenbedingungen nicht berücksichtigt wurden". Müller sieht das 40-Milliarden-Euro-Programm zum Bau neuer Kraftwerke in Deutschland in Gefahr. Das EU-Energiepaket könne nun dazu führen, dass die geplanten Investitionen von der Energiewirtschaft nicht hierzulande, sondern bestenfalls noch in osteuropäischen Ländern umgesetzt werden könnten.
Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) kritisiert die "komplizierte Kombination von Ausnahmekriterien", die für die energieintensiven Branchen angewandt werden sollen, und bedauert, "dass der stufenweise Einstieg in die Auktionierung für die Kraftwerke in Deutschland nicht gelungen ist. Gleichwohl verlassen wir uns darauf, dass auch die deutsche Energiewirtschaft bei der Errichtung hochmoderner neuer Kraftwerke unterstützt wird." Der Verband der Chemischen Industrie (VCI), dessen Mitglieder zu den energieintensiven Branchen gehören, sieht zwar Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit näher zusammengeführt, zufrieden ist der Spitzenverband dennoch nicht. Es sei zu begrüßen, dass energieintensiven Branchen Emissionsrechte auch weiterhin kostenlos zugeteilt werden sollen, ungeklärt sei jedoch, wie eine Kompensation für die indirekten Belastungen aus den Strompreissteigerungen ausgestaltet werde. Enttäuscht sei man auch darüber, dass für die Stromerzeugung mit hocheffizienter Kraft-Wärme-Kopplung, wie sie für die chemische Industrie typisch sei, Zertifikate ersteigert werden müssten. Die Wirtschaftsvereinigung Stahl und ihr Präsident, Hans Jürgen Kerkhoff, zeigen sich erfreut darüber, dass die Bundeskanzlerin gut begründet hat, warum die energieintensiven Industrien die Emissionsrechte weiterhin kostenlos bekommen müssten. Die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands als industrielles Kernland der EU müsse erhalten werden. Es fehle allerdings an Klarheit, wie mit den Stromkostensteigerungen durch den Emissionshandel umzugehen sei. Insgesamt sei jedoch "deutlich geworden, dass Klimaschutz nur mit der und nicht ohne die Industrie möglich ist".
Die Verschiebung der CO2-Reduktionsziele für die Automobilindustrie, das "Phasing in", hatte Gabriel schon zuvor verteidigt. Ob die 120 Gramm CO2 im Jahr 2012 oder "drei, vier Jahre später erreicht werden, das Weltklima wird dadurch nicht wirklich bedroht". Eine solche Argumentation läuft naturgemäß Gefahr, dem "Phasing out", dem Ausschleichen aus notwendigen Anstrengungen zum Klimaschutz, Vorschub zu leisten. Und dem Klima schadet sie allemal, wenn auch zunächst nur dem Meinungsklima.
Dass das Brüsseler Ergebnis bei Umweltschutzverbänden nicht auf positive Reaktionen traf, verwundert nicht. So kritisiert Regine Günther, Leiterin Energie und Klima beim WWF Deutschland, nicht nur die Aufweichung des Emissionshandels. Ein gravierendes Manko des Pakets seien auch die vorgesehenen Regelungen zum Clean Development Mechanism. Die EU-Mitgliedsstaaten und ihre Industrie könnten dadurch weit mehr als die Hälfte ihrer Emissionsverpflichtungen ins Ausland verschieben. Über den Zukauf von externen CO2-Zertifikaten fänden Innovationen nicht mehr in Europa statt, und echte Emissionsminderungen innerhalb der EU würden verhindert.
In einem Jahr steht die UN-Klimakonferenz in Kopenhagen an, die internationale Ergebnisse bringen muss. Dass in Poznan als Zwischenetappe nichts Rechtes zustande kam, mag auch dem Umstand geschuldet sein, dass die Teilnehmer mit einem Auge nach Brüssel schielten. Hinzu kam wohl das Warten auf Obama, der schon bald nach seinem Amtsantritt ein Klima- und Energieprogramm vorlegen will.
"Dass Obama den genialen Physik-Nobelpreisträger Steven Chu als Energieminister nominiert, ist ein sensationelles Signal", gab Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, gegenüber der Süddeutschen Zeitung zu Protokoll. "Chu wird gewisserweise das US-Gegenstück zum deutschen Wirtschaftsminister Michael Glos sein, steht aber für ein neues Zeitalter."
Schellnhubers Wertung seines Physiker-Kollegen lässt vermuten, dass das US-amerikanische Programm nicht auf "Phasing in" setzen, sondern in die Vollen gehen könnte. Für Deutschland und die EU könnte dies das Aus der Vorreiterrolle bedeuten. Wenn die Innovationen zum Klimaschutz aber künftig aus den USA kommen, kostet das möglicherweise hier Arbeitsplätze. |  |
Windenergie  | Zum Seitenanfang | Gegenwind für Offshore-Windparks?
| Die Zielsetzungen zur Weiterentwicklung der erneuerbaren Energien sind vor allem in Deutschland ausgesprochen ehrgeizig. Zu erreichen sind sie nach derzeitigem Erkenntnisstand wohl nur, wenn der Ausbau der Offshore-Windenergienutzung tatsächlich so schnell und ausgeprägt erfolgt, wie vorgesehen. Schließlich sollen laut dem Integrierten Energie- und Klimapaket der Bundesregierung in gut einem Jahrzehnt bereits 30 Prozent der elektrischen Energie aus erneuerbaren Energien gewonnen werden, für 2030 wird von manchen sogar ein Beitrag von 50 Prozent erwartet. Aktuell liegt der Anteil bei 13 Prozent. "Wenn die Offshore-Pläne nicht erfolgreich sind, kann Deutschland das gesteckte Ziel nicht erreichen", sagte Joachim Nick-Leppin vom Bundesumweltministerium auf der Deutschen Windenergiekonferenz in Bremen. Dabei geht es nicht allein um die Standfestigkeit und Zuverlässigkeit der Anlagen fernab der Küsten. Auch die Probleme mit der Integration des Stroms in ein erheblich auszubauendes Übertragungsnetz und gerade in jüngerer Zeit aufkommende Widerstände bei den "Anrainern" der Windparks und der Leitungstrassen sprechen nicht gerade dafür, dass die Umsetzung der ehrgeizigen Pläne planmäßig erfolgen kann. Entsprechend warnt Jens-Peter Molly, der Geschäftsführer des Deutschen Windenergie-Instituts (DEWI), vor zu hohen Erwartungen. Die Technik für Offshore-Windenergieanlagen befinde sich noch in den Kinderschuhen und man müsse beispielsweise abwarten, welche Erkenntnisse im Pilotprojekt Offshore-Windpark Borkum-West, der Ende 2009 seinen regulären Betrieb aufnehmen soll, gewonnen werden könnten.
Bestätigt werden die Befürchtungen durch das Beratungsunternehmen PricewaterhouseCoopers (PwC). Dort geht man davon aus, dass die riesigen Windräder in Nord- und Ostsee zumindest mittelfristig weniger Energie liefern werden als erhofft. Das habe eine Umfrage unter Führungskräften der Offshore-Branche ergeben. Danach halten die befragten Branchenexperten bis 2025 eine installierte Leistung von 16.000 Megawatt für realistisch, während die Planungen der Bundesregierung auf eine Gesamtleistung von 25.000 Megawatt hinauslaufen. "Die Offshore-Windenergie ist zweifellos ein enormer Wachstumsmarkt. Doch gibt es noch viele Unwägbarkeiten bei der Anlagentechnologie, der Anbindung an die Stromnetze und nicht zuletzt der Anlagenwartung", kommentiert Heiko Stohlmeyer, Finanzierungsexperte für erneuerbare Energien bei PwC, die Entwicklung. Zudem seien riskante Investments im gegenwärtigen Finanzmarktumfeld nur schwer zu realisieren.
Die befragten 26 Führungskräfte der Offshore-Branche erwarten im Durchschnitt bis 2011 eine installierte Windkraft-Leistung vor den deutschen Küsten von 1.120 Megawatt. Bis Ende 2025 könne dieser Wert auf 16.000 Megawatt ansteigen. Bei den von PwC angesetzten Kosten von durchschnittlich rund drei Millionen Euro pro Megawatt installierter Leistung summieren sich die Investitionen bis 2025 auf 48 Milliarden Euro. Stohlmeyer erwartet, dass die ersten kommerziellen Offshore-Windparks von Energieversorgern errichtet werden. "Dabei dürfte es sich um zunächst kleinere Projekte handeln. Große projektfinanzierte Windparks werden folgen, sobald die technische und wirtschaftliche Realisierbarkeit hinreichend belegt ist."
Weder Energiekonzerne noch Projektfinanzierer hätten bislang eine Entscheidung für den Bau eines größeren Windparks gefällt. Als Gründe für die Zurückhaltung nennt der Berater "in erster Linie die Risiken bei Bau und Betrieb der Anlagen". Selbst die Lieferanten der Windkraftanlagen betrachteten die Sicherstellung des Betriebs als "erhebliche Herausforderung". Lohmeyer wörtlich: "Die Errichtung kommerzieller Windparks mit 80 Windkraftanlagen weit vor der Küste ist derzeit ein kaum belastbar kalkulierbares Risiko. Es gibt zu wenig Erfahrungswerte etwa dazu, wie die Wartungsteams Offshore-Anlagen bei schlechtem Wetter und starkem Seegang erreichen können. Längere Betriebsstörungen können die Wirtschaftlichkeit des Projektes erheblich negativ beeinflussen."
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Energiepreise  | Zum Seitenanfang | Sinkende Gaspreise
| Der Essener Gaskonzern E.ON Ruhrgas wird den Großhandelspreis für Erdgas zum 1. Januar des kommenden Jahres senken. Eine weitere Absenkung erwartet E.ON Ruhrgas für den Beginn des zweiten Quartals. Dies kündigte der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Bernhard Reutersberg, Ende November gegenüber der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung an. Zur Höhe der Preissenkung für die Endverbraucher sagte Reutersberg nichts, diese Entscheidung liege bei den Versorgern vor Ort. Die zweite Reduzierung im Frühjahr könne jedoch bei anhaltend niedrigem Ölpreis deutlicher ausfallen als die vom Jahresbeginn. Die sechs regionalen Vertriebstöchter des E.ON-Konzerns wollen die Gaspreise für die Endverbraucher ab Februar um durchschnittlich vier Prozent reduzieren. Ähnliches ist von den RWE-Vertriebsgesellschaften zu hören. Auch so manches kommunale Unternehmen hat schon Preissenkungen angekündigt, andere wiederum haben ihre Kunden über anstehende Preiserhöhungen informiert. Das, so der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), liege an den Beschaffungsstrukturen. Die Unternehmen hätten Verträge mit ihren Vorlieferanten, die sich hinsichtlich Laufzeiten und Anpassungsklauseln deutlich voneinander unterschieden. Außerdem spiele bei der Preisgestaltung vor Ort eine Rolle, ob ein Unternehmen viele kleine Haushalte oder große Gewerbe- und Industriekunden beliefere.
Weniger uneinheitlich, leider aber auch weniger positiv ist die Situation bei den Strompreisen. Hier werden in der Regel steigende Preise angekündigt - nicht selten verbunden mit dem Hinweis auf möglicherweise wieder sinkende Preise zu einem späteren Zeitpunkt, etwa im übernächsten Jahr. Zur Begründung werden durchgängig gestiegene Beschaffungskosten im Großhandelsmarkt angeführt. Anders als im Erdgasmarkt, wo der sinkende Ölpreis dank der Ölpreisbindung mit einer zeitlichen Verzögerung von etwa einem halben Jahr beim Verbraucher ankommt, wird Strom oft langfristig im Voraus zu definierten Preisen eingekauft. Diese Großhandelspreise lagen beispielsweise im Sommer deutlich über dem aktuellen Niveau, müssen aber von der Weiterverteilern jetzt bezahlt werden. Zu welchem Zeitpunkt die aktuelle Preisentwicklung im Strom-Großhandel bei den Kunden ankommt, hängt im Wesentlichen davon ab, wann und wie weit im Voraus die Portfoliomanager in den Versorgungsunternehmen ihre Einkäufe getätigt haben.
Hoffnungen auf sinkende Preise gibt es also: Beim Erdöl und seinen Produkten sind sie schon da, beim Erdgas kommen sie kurzfristig und beim Strom werden sie in absehbarer Zeit kommen. Doch in einem sind sich Energieexperten weitgehend einig: Fossile Energieträger sind nicht unendlich verfügbar, über die lange Frist kann es nur aufwärts gehen mit den Energiepreisen. Ein Grund mehr für Politik, Unternehmen und Verbraucher, die Energiesparbemühungen nicht zu vernachlässigen. |  |
EnergieSzene Berlin  | Zum Seitenanfang | Bioerdgas - "Begehrlichkeiten" schaffen
| Für eine der "vielversprechendsten Nutzungsstrategien für Biomasse" hält Stephan Kohler, Geschäftsführer der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena), Bioerdgas. Die Vorteile lägen unter anderem im flächeneffizienten Anbau, in der bewährten Technik sowie im flexiblen Einsatz in der Kraft-Wärme-Kopplung, im Wärmemarkt sowie im Verkehr, betonte er auf der dena-Konferenz "Biogaseinspeisung 2009 - Welchen Konzepten gehört die Zukunft?" in Berlin.
Nach dem Willen der Bundesregierung sollen - bei einem Erdgasverbrauch von 100 Milliarden Kubikmeter - im Jahr 2020 sechs Milliarden Kubikmeter Erdgas durch Bioerdgas ersetzt werden, im Jahr 2030 sogar zehn Milliarden. Gegenwärtig speisen Kohler zufolge zwölf Anlagen aufbereitetes Bioerdgas ins Erdgasnetz ein, 20 weitere sind geplant oder im Bau. Um das Ziel für 2020 zu erreichen, müssten im Schnitt pro Jahr 120 Anlagen gebaut werden, Gesamtinvestitionen von zehn bis zwölf Milliarden Euro seien dafür erforderlich.
Für die Branche stellt das eine gewaltige Herausforderung dar. Denn wo sind die Märkte für Bioerdgas? Für Uwe Holzhammer vom Bundesumweltministerium ist die Frage entschieden. Er sieht die "Geschäftsmodelle der Zukunft" in der Kraft-Wärme-Kopplung und im Biokraftstoffsektor. Im Wärmemarkt dagegen werde Bioerdgas nicht "angereizt, um keine Hürden für die anderen Erneuerbaren aufzubauen". Heinrich-Hermann Schulte von der Bosch Thermotechnik GmbH sieht das anders: "Wir sitzen zwischen Baum und Borke. Wo ist der Markt? Wir können nur Geräte bauen." Er drängt darauf, dass Bioerdgas auch im reinen Wärmemarkt eingesetzt werden soll, dass die Bindung an die Kraft-Wärme-Kopplung aufgehoben wird. Es gehe um eine Imageaufpolierung von Erdgas. "Die Verunsicherung beim Endkunden ist groß. Wir brauchen eine Zielgröße, die Technologie muss offen bleiben." Schulte sieht große Chancen für Bioerdgas, weil bei den Verbrauchern der "Wunsch nach Autarkie" groß sei. "Wenn wir keine Begehrlichkeit für Bioerdgas in Verbindung mit Erdgas beim Endkunden schaffen, kommen wir nicht weiter."
Skeptisch ist auch Jörg Heinen von der RWE Energy AG. Er hält die angepeilten sechs Milliarden Kubikmeter für unrealistisch. "Wir reden immer noch über ein Forschungs- und Entwicklungsthema." Beispielsweise müssten die Aufbereitungsverfahren nochmals kritisch hinsichtlich ihres Eigenenergieverbrauchs geprüft werden. "Der Markt wird erst Fahrt aufnehmen, wenn wir genügend Bioerdgas haben. Es fehlt eine systematische Aufarbeitung der Hemmnisse."
Lichtblick ist der bisher einzige Anbieter von Erdgas mit einer Beimischung von fünf Prozent Bioerdgas. Markus Adam hält das neue Produkt für "durchaus marktfähig". "Wir wollen langfristig 100 Prozent Bioerdgas anbieten. Die Nachfrage ist da. Wir gehen davon aus, dass 2009 höhere Wechselraten erreicht werden und Bioerdgas dabei eine Rolle spielen wird." |  |
EnergieSzene Berlin  | Zum Seitenanfang | Elektromobilität - neuer Hype oder Chance fürs Klima?
| Eine deutliche Intensivierung der Forschungsförderung für die Elektromobilität hat der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) anlässlich der "Nationalen Strategiekonferenz Elektromobilität" in Berlin gefordert. Es sollten Förderprogramme für Anfangsinvestitionen wie in den USA, Israel und Dänemark geprüft werden, so Hildegard Müller, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des BDEW. Von Anfang an solle auch über intelligente Lösungen für das Laden der Fahrzeuge nachgedacht werden.
"Ich gehe davon aus, dass wir weitgehend ohne zusätzliche Kraftwerke auskommen werden. Immer dann, wenn besonders viel Windenergie in das Netz eingespeist wird oder aus anderen Gründen die Kraftwerke nicht ausgelastet sind, sollten die Elektrofahrzeuge aufgeladen werden können. Hierfür brauchen wir intelligentes Lademanagement, gesteuert nach den Bedürfnissen der Kunden und auch der aktuellen Stromversorgung", so Müller. Wichtig für den Ausbau der Elektromobilität sei eine intensive und geschlossene Zusammenarbeit aller betroffenen Ministerien, Branchen und Verbände. "Der BDEW hat hier bereits eine Koordinierungsfunktion übernommen, die ich gern nach der Strategiekonferenz in enger Zusammenarbeit und mit der dringend nötigen Koordinierung der Bundesregierung ausbauen würde."
Nach dem Willen der Bundesregierung soll Deutschland in den nächsten zehn Jahren zum "Leitmarkt für Elektromobilität" werden. Bis zum Jahr 2020 sollen auf Deutschlands Straßen eine Million am Stromnetz aufladbare Elektrofahrzeuge und so genannte Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge fahren. Auf der Strategiekonferenz kündigten die vier beteiligten Ministerien an, in Kürze einen Katalog von Maßnahmen vorlegen zu wollen, der von der Förderung der Batterieforschung bis hin zu Anreizen für die Markteinführung reicht. Laut dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat sich auf dem Gebiet der Lithium-Ionen-Batterien bereits ein Industriekonsortium verpflichtet, in den nächsten Jahren 360 Millionen Euro für Forschung und Entwicklung zu investieren. Zu dieser Innovationsallianz will das BMBF in den nächsten vier Jahren 60 Millionen Euro beisteuern.
Im Vorfeld der Konferenz hatten BMW und Vattenfall Europe ihr Projekt Mini E vorgestellt. Ab Frühjahr 2009 soll in Berlin mit 50 Fahrzeugen die Praxistauglichkeit erkundet werden. BMW plant Tests ebenfalls mit 50 Fahrzeugen in London und sogar mit 500 Elektroautos in den USA. Vattenfall wiederum wird in Berlin "grünen" Strom bereitstellen und Stromnetze der Zukunft erproben, beispielsweise um Windenergie maximal ausnutzen zu können. Die Parameter des Mini E verweisen auf den noch erheblichen Entwicklungsbedarf. Aus dem Viersitzer wurde durch Umrüstung auf Elektroantrieb ein Zweisitzer. Den obligatorischen Kasten Bier müsste der Beifahrer auf den Schoß nehmen. Der 204 PS starke Antrieb wird durch Lithium-Ionen-Batterien gespeist und ermöglicht eine Geschwindigkeit von 152 km/h. Mit einer Ladung kommt der Mini E maximal 250 Kilometer weit und setzt damit, wie BMW betonte, "neue Maßstäbe". Danach muss er erst einmal für eineinhalb Stunden an die Steckdose.
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel fand bei der Vorstellung des Projekts große Worte. Er nannte die Vorstandschefs der beteiligten Unternehmen, Norbert Reithofer und Tuomo Hatakka, "Revolutionäre, die den Begriff der 3. industriellen Revolution in die Praxis umzusetzen beginnen". Das Mini E-Projekt sei "ein lebendiges Beispiel dafür, dass es richtig ist, gerade jetzt in technische Innovationen zu investieren". Die Elektrochemie sei einmal eine Kernkompetenz in Deutschland gewesen. Da sei viel verloren gegangen. "Ein offenes Ziel, das wir mitverfolgen, ist, dass wir die Elektrochemie und die Batterietechnologie wieder zurückholen wollen."
In den Neunzigerjahren gab es schon einmal groß angelegte Flottenversuche mit Elektroautos. Der Hype ging schnell vorbei - das Thema verschwand sang- und klanglos von der Agenda, auch weil zur damaligen Zeit die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien keine Rolle spielte. Beim erneuten Versuch, dem Elektroauto eine Zukunft zu sichern, sollte man es vielleicht mit weniger großen Worten und größeren F&E-Anstrengungen versuchen. |  |
EnergieSzene Brüssel  | Zum Seitenanfang | EU bleibt bei Erneuerbaren auf Kurs
| Die ersten Reaktionen und Kommentare in Politik und Öffentlichkeit zu den Beschlüssen des EU-Gipfels zum Klima- und Energiepaket der Gemeinschaft beschäftigen sich überwiegend mit den Regeln und Sonderregeln zum Emissionshandel. Fast schon ein wenig untergegangen ist dabei, dass man sich in Brüssel auch auf Rahmenbedingungen und Ziele zum weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien geeinigt hat. Grund genug für Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, dezidiert darauf hinzuweisen, dass die EU die ehrgeizigen Ausbauziele, die im vergangenen Jahr unter deutscher Ratspräsidentschaft vereinbart worden seien, bestätigt habe. Bis zum Jahr 2020 sollen danach 20 Prozent des Endenergieverbrauchs in der Europäischen Union aus Erneuerbaren stammen. Im gleichen Zeitraum soll der Anteil der erneuerbaren Energien im Verkehrssektor auf zehn Prozent gesteigert werden. Dieses Ziel soll überwiegend durch den vermehrten Einsatz von Biokraftstoffen erreicht werden.
Die gleichzeitig vereinbarten Nachhaltigkeitskriterien für den Einsatz von Biomasse betreffen auch die Nutzung von Biotreibstoffen. Zunächst gelten die entsprechenden Regelungen für Biomasse zur energetischen Verwendung allerdings nur für flüssige Bioenergieträger. Die Erweiterung auf gasförmige und feste Bioenergie soll im kommenden Jahr folgen. Die Nachhaltigkeitskriterien enthalten Vorschriften für Treibhausgaseinsparungen, die flüssige Bioenergieträger im Vergleich zu fossilen Energieträgern mindestens erreichen müssen, aber auch Kriterien zum Schutz natürlicher Lebensräume und soziale Kriterien. Zu diesem Thema hatte EU-Energiekommissar Piebalgs vor wenigen Wochen auf einer internationalen Konferenz in Berlin noch gesagt, man dürfe sich nicht zurücklehnen und erwarten, eine nachhaltige Produktion käme von alleine. Die Maßnahmen zur Umsetzung der Klimaschutz- und Energiepolitik dürften keine negativen Nebeneffekte auf die Umwelt haben. Viele Äußerungen, die eine Verbindung zwischen Biokraftstoffen und Lebensmittelpreisen herstellten, seien jedoch überzogen. |  |
Mobilität  | Zum Seitenanfang | DIW setzt auf Erdgas im Tank
| Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) spricht sich in seinem aktuellen Wochenbericht für einen verstärkten Einsatz von Erdgas als Kraftstoff aus. Das sei die einzige konventionelle Technologie, mit der schnell und spürbar deutliche CO2-Reduktionen beim Autoverkehr realisiert werden könnten. Der Einsatz von Erdgas solle daher weiterhin steuerlich gefördert werden. Eine Gefährdung der Versorgungssicherheit drohe nicht, heißt es ausdrücklich in dem Bericht.
"Wenn wir die Klimafolgen des Autoverkehrs effektiv angehen wollen, müssen wir schnell handeln und auf verfügbare Technologien setzen", sagte DIW-Energieexperte Manfred Horn bei der Veröffentlichung einer Studie zum Einsatz von Erdgas im Autoverkehr. "Erdgas könnte entscheidend helfen, den CO2-Ausstoß schon vor 2015 auf 120 Gramm pro Kilometer zu senken." Anders als bei Elektrofahrzeugen seien Technologie und Infrastruktur für einen flächendeckenden Einsatz von Erdgas als Treibstoff bereits vorhanden.
Der Kauf eines teureren Erdgasautos oder die Umrüstung eines "normalen" Pkw lohne sich nach Berechnungen des DIW schon aufgrund der niedrigeren Steuerbelastung. Während der Benzinpreis aktuell bei rund 1,14 Euro je Liter liege, zahle man für das Äquivalent bei Erdgas nur etwa 70 Cent. DIW-Experte Horn plädierte für eine Beibehaltung der Steuervergünstigungen über das Jahr 2018 hinaus. "Planungssicherheit ist gerade für neue Technologien entscheidend. Deshalb sollte man nicht bis 2018 warten, um über die weitere steuerliche Förderung von Erdgas zu entscheiden."
Die Untersuchungen des DIW konstatieren für Deutschland das weltweit dichteste und zugleich am schlechtesten ausgenutzte Netz an Erdgastankstellen - derzeit sind es rund 800. Beim Autogas (LPG), das aus Erdöl hergestellt wird, liegt der CO2-Ausstoß pro Kilometer zwar unter dem von Benzin oder Diesel, jedoch deutlich höher als bei Erdgas. Das Elektroauto fährt vor Ort praktisch emissionsfrei. Entscheidend ist allerdings, welcher CO2-Ausstoß bei der Stromproduktion anfällt. Beim derzeitigen Stromerzeugungsmix in Deutschland schneiden Elektroautos in der CO2-Bilanz nur wenig besser ab als Diesel-Fahrzeuge.
Der Wochenbericht des DIW Berlin Nr. 50/2008 ist unter der Adresse http://www.diw.de/documents/publikationen/73/91922/08-50-1.pdf zum kostenlosen Download eingestellt.
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Umfrage  | Zum Seitenanfang | Umweltbewusstsein der Deutschen weiter auf hohem Niveau
| Die Deutschen bleiben umweltbewusst: Für 91 Prozent der Bevölkerung ist der Umweltschutz wichtig. Das ist das Ergebnis einer Studie zum Umweltbewusstsein in Deutschland, die im Auftrag von Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt (UBA) durchgeführt wurde. Auch das Problembewusstsein für die Risiken und Folgen des Klimawandels ist demnach sehr hoch. Weit über 80 Prozent der Befragten befürchten, dass auf Deutschland hohe Kosten zukommen für die Beseitigung von Schäden oder zum Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Gleichzeitig ist der Anteil der Menschen, die die Klimafolgen in Deutschland als beherrschbar einstufen, von 39 Prozent im Jahr 2006 auf 54 Prozent gestiegen. In diesem Optimismus sieht die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Astrid Klug, eine gute "Basis für eine zielorientierte Umweltpolitik".
Harry Lehmann vom UBA zieht aus den Ergebnissen der Umfrage den Schluss, dass in der Bevölkerung eine Bereitschaft zum Handeln vorhanden ist. Politik und UBA hätten die Aufgabe, sich vermehrt einer zielgruppengerechten Umweltkommunikation zu widmen und klare Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen. "Diese müssen einfach und gut verständlich sein. Die für den Umweltschutz positive Grundstimmung in der Bevölkerung müssen wir nutzen und die Bedeutung des Umweltschutzes für die Lebensqualität der Menschen deutlich machen."
Erstmals gefragt wurde, wie wichtig niedrigere Energiekosten eingeschätzt werden. Die Zustimmung ist hier etwa so hoch wie die zur Aufgabe, die Wirtschaft anzukurbeln. Astrid Klug sieht die Bundesregierung mit der "Politik, die Energieeffizienz zu erhöhen und das große Potenzial zum Einsparen von Energie zu nutzen, auf dem richtigen Weg."
Auf viel Zuversicht und Vertrauen stößt in der Bevölkerung die technische Innovation als Problemlösung. Knapp drei Viertel der Befragten erwarten, dass sich die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft durch eine konsequente Umweltschutzpolitik verbessern wird. Aber auch die Aussage, dass alle ihre Gewohnheiten im Alltag ändern müssen, findet sehr hohe Zustimmung.
Die Studie zum Umweltbewusstsein 2008 und die Vorgängerstudien stehen unter www.bmu.de und www.umweltbundesamt.de/umweltbewusstsein zur Verfügung. |  |
Zahlen & Fakten  | Zum Seitenanfang | Bei Erdöl steht die Ampel auf gelb
| "Deutschland ist zwar Weltmeister bei der Förderung von Braunkohle. Bei den Energieträgern Erdöl, Erdgas und Steinkohle nimmt die inländische Produktion aber immer weiter ab mit der Folge, dass Deutschland zunehmend von Importen abhängig ist." Dieses Fazit zog Hans-Joachim Kümpel, Präsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), bei der Vorstellung der Studie "Reserven, Ressourcen und Verfügbarkeit von Energierohstoffen 2007". "Heute stammt bei einem mit 50 Litern Benzin voll getankten Auto nur noch etwa ein Liter aus der heimischen Erdölförderung - Tendenz abnehmend." Es sei daher wichtig, die globale Entwicklung im Auge zu behalten.
Der Studie zufolge habe erstmals seit 2003 im vergangenen Jahr die Förderung von Erdöl weltweit nicht gesteigert werden können, so der BGR-Energierohstoffexperte Bernhard Cramer. "Dazu kamen explodierende Preise für die wichtigsten Säulen der derzeitigen Energieversorgung: Erdöl, Erdgas, Kohle und Uran." Eine Verknappung von Erdöl durch mangelnde Lagerstättenkapazitäten sei jedoch nicht die Ursache für die Förderentwicklung und auch nicht für die rasanten Preisentwicklungen. Nach Ansicht der BGR hätten vielmehr Markteffekte, wie etwa Förderkürzungen durch die OPEC sowie das rasante Wachstum der Wirtschaft insbesondere in China und Indien diese Entwicklungen beim Erdöl bewirkt. "Trotzdem steht bei Erdöl die Ampel zumindest auf gelb", so Kümpel. "Erdöl wird der erste Energierohstoff sein, bei dem eine echte Verknappung durch die Endlichkeit der Ressource spürbar wird."
Detaillierte Informationen und eine Kurzfassung der Studie sind hier zu finden.
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Literaturtipp  | Zum Seitenanfang | Dietrich Walther: Green Business - das Milliardengeschäft
| International setzen führende Unternehmen immer mehr auf Green-Business-Strategien, so Dietrich Walther. Ungeachtet der Finanzkrise nehmen hierbei Unternehmen aus dem Silicon Valley in Kalifornien wie in der Boomphase des Internets eine Spitzenposition ein. Viele Dot-coms der Hightech-Branche wenden sich in geradezu atemberaubendem Tempo dem neuen Milliardengeschäft Greentech zu. Ausgehend von der Gründungswelle internetbasierter Geschäfte zeigt das Buch anhand zahlreicher Beispiele die Chancen des neuen, hightechbasierten grünen Marktes. Zu den rasch wachsenden Technologiefeldern mit nachhaltiger Zukunft zählen vor allem Solartechnik, Windkraft, Biotreibstoffe und Biokunststoffe, green Design und grüne Architektur, saubere Autos und Transportlösungen, smarte Infrastruktur, green IT und Wasserfiltration. Ein praxisorientiertes Buch, das einen guten Überblick über eine sehr heterogene Wirtschaftslandschaft schafft, deren gemeinsamer Nenner es ist, mit Ökologie Geld zu verdienen.
220 Seiten Wiesbaden 2009 ISBN 978-3-8349-1273-2 EUR 39,90
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Kopf des Monats  | Zum Seitenanfang |  "Wir müssen stärker um Verständnis für ... Zusammenhänge, Prozesse, und Veränderungen werben. Meine Erfahrung ist, dass ich dieses Verständnis nur bekomme, wenn ich den Menschen die Wahrheit sage."
Hildegard Müller kann nachvollziehen, warum die Energiewirtschaft mit einem angeschlagenen Ruf zu kämpfen hat. Die Kunden müssten wissen, dass die Entscheidung für den Atomausstieg Konsequenzen habe, sagte sie im Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Wenn man kein Kraftwerk in seiner Nähe wolle, habe das Auswirkungen auf die Versorgung. Und wenn man Offshore-Windparks möchte, aber keine Hochspannungsleitungen, habe auch das Auswirkungen. Man müsse gerade "mit denen sprechen, die anderer Meinung sind oder die Zusammenhänge nicht kennen".
Hildegard Müller hat Anfang Oktober im Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) die neu geschaffene Position der Vorsitzenden der Hauptgeschäftsführung übernommen. Zuvor verantwortete sie als Staatsministerin im Bundeskanzleramt die Bund-Länder-Koordination der Bundesregierung.Â
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Glossiert  | Zum Seitenanfang | Gute Reise?!
| Reisen bildet! Klar, dass DIE ZEIT diese Aussage ernst nimmt und ihren Lesern neben der umfangreichen wöchentlichen Lektüre noch mehr Bildung bieten möchte. Die Wochenzeitung macht das, was mittlerweile viele Zeitungen machen: Sie tut so als sei sie Reiseveranstalter und verdient sich damit ein kleines Zubrot. Man könnte bei diesem System auch auf die Idee kommen, dass die Verlage lediglich als Vermittler auftreten und ihren Lesern - vermutlich gegen Provision oder wie auch immer die Vertriebsleistung abgerechnet wird - Reisen in alle Welt verkaufen. Wenn das Ganze preiswerter ist als direkt beim Veranstalter, kommt man als "normaler" Kunde ins Grübeln. Ist es teurer, fragt man sich, warum man das Angebot wahrnehmen sollte.
Aber das ist ein Thema für sich. An dieser Stelle geht es ganz speziell um eine ZEIT- bzw. Schiffsreise entlang der grönländischen Küste, die zwischen dem 9. und 17. Juli 2009 stattfinden wird. Auf dieser Expedition an Bord der MS Fram darf man die "faszinierende Welt am Rande des Packeises entdecken", heißt es in der Ankündigung. Eine Chance, die man nutzen sollte. Denn wer weiß, wie lange sich angesichts des Klimawandels "ewiges Eis" noch in der Realität bestaunen lässt.
Urlauber, die ein schlechtes Gewissen plagt wegen des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen, die eine solche Reise und die optional angebotenen Hubschrauberflüge zwangsläufig mit sich bringen, können beruhigt sein. Professor Dr. Claudia Kemfert, Deutschlands Talkshow-kompatible Energie- und Klimaexpertin vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, wird auch auf dem Schiff sein und aus ihrem jüngst erschienenen Buch "Die andere Klima-Zukunft" vorlesen. Den Kauf von CO2-armen Produkten empfiehlt die Expertin darin. Wenn das nicht klappt, kann man sich ja immer noch etwas Beruhigendes als Gute-Nacht-Geschichte vorlesen lassen. Schön, dass Frau Professor sich dafür zur Verfügung stellt.
Rolf Sweekhorst
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