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News und Trends aus der Energiewirtschaft
| Â Februar 2009 |
|  | Topthema  | Zum Seitenanfang | BDEW-Hauptgeschäftsführerin Hildegard Müller im Interview
| Der Erdgaskonflikt zwischen Russland und der Ukraine hat in Teilen Europas zu erheblichen Irritationen, in manchen Ländern sogar zu massiven Versorgungseinschränkungen geführt. Im Interview mit der EnergieSzene erläutert Hildegard Müller, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), ihre Einschätzung der Versorgungslage und erwartet von der Politik vor allem verlässliche Rahmenbedingungen für unternehmerisches Handeln.
ES: Frau Müller, der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine hat das Thema Versorgungssicherheit im Allgemeinen und beim Erdgas im Besonderen wieder mehr in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt. Zu Recht?
Müller: Die deutschen Verbraucher haben die Auswirkungen der Transportkrise nicht zu spüren bekommen. Das lag an der guten Ausgangslage, die von den Energieversorgern hierzulande geschaffen worden ist. Russland ist zwar der wichtigste, aber nicht der einzige Lieferant von Erdgas für Deutschland. Norwegen, die Niederlande, Großbritannien, aber auch die heimische Produktion tragen zusammen erheblich mehr zur Versorgung bei. Zudem verfügt Deutschland über das größte System an Gasspeichern in Europa. In 46 unterirdischen Anlagen kann so viel Gas gelagert werden, dass der Verbrauch für fast ein Vierteljahr gedeckt wäre.
Viele europäische Länder verfügen indes nicht über diese günstigen Bedingungen. Insbesondere die ost- und südosteuropäischen Länder hängen stark von russischen Lieferungen über eine einzige Pipeline ab. Das hat sich in der jüngsten Krise als fatal erwiesen.
ES: Müssen wir uns in Deutschland und in Europa unabhängiger machen von russischem Erdgas?
Müller: Russland verfügt über die weitaus größten Erdgasreserven in der Welt. Das Land wird auch in Zukunft ein wichtiger Lieferant für Erdgasverbraucher bleiben. In der Vergangenheit hat das Land sich zudem als kooperativer Partner erwiesen.Â
Das bedeutet aber nicht, dass wir uns nicht auch nach anderen Lieferländern umsehen sollten. Schon jetzt verfügt Deutschland über eine diversifizierte Lieferantenstruktur. Diese gilt es auszubauen. Mit dem Aufbau einer Lieferkette für verflüssigtes Erdgas, sogenanntes LNG, bekommt Europa auch Zugang zu weiter entfernt liegenden Erdgasproduzenten. Dieses alles aber erfordert Investitionen in Milliardenhöhe. Die Unternehmen müssen die Möglichkeit haben, diese Summen auch aufzubringen. Dazu benötigen sie aber konsistente Rahmenbedingungen.Â
ES: Welche Bedeutung haben die anstehenden großen Leitungsprojekte für die Versorgungssicherheit?
Müller: Schon jetzt wird das Erdgas aus Russland nach Deutschland über zwei Leitungen geliefert. Die Leitung über Weißrussland hat teilweise den Ausfall der Ukraine-Pipeline kompensieren können. Mit dem Aufbau der North-Stream-Pipeline durch die Ostsee kommt eine dritte Leitung hinzu, die nicht nur für Deutschland, sondern auch für andere westeuropäische Länder Bedeutung hat.
Im Südosten Europas sind zwei Pipelines geplant: South Stream und Nabucco, an der mehrere europäische Unternehmen beteiligt sind. Damit können auch andere mittelasiatische Gasproduzenten an den westeuropäischen Raum angeschlossen werden. Das verbreitert die Lieferantenbasis und sorgt für mehr Versorgungssicherheit.
ES: Der Gasstreit hat gezeigt, wie wichtig nachhaltiges unternehmerisches Handeln auch für die Versorgungssicherheit ist. Setzen Politik und Regulierung dafür die richtigen Rahmenbedingungen?
Müller: Die deutsche Energiewirtschaft steht in den nächsten Jahren vor großen Herausforderungen. Es müssen alte Kraftwerke durch neue, klimafreundlichere ersetzt werden. Es müssen die Stromnetze auf Integration des steigenden Anteils an Strom aus erneuerbaren Energiequellen vorbereitet werden. Es müssen - wir haben es schon angesprochen - neue Erdgas-Pipelines gebaut werden, um die Abhängigkeit von einem Strang zu verringern. Es muss eine LNG-Kette aufgebaut werden, um Erdgas auch aus weiter entfernt liegenden Ländern für Europa nutzbar zu machen. Nach unseren Schätzungen werden in den nächsten Jahren über 50 Milliarden Euro für diese Investitionen bereitgestellt werden müssen.
Die Unternehmen werden aber nur dann bereit sein, diese Summen in die Hand zu nehmen, wenn sie sich auf langfristig stabile politische Rahmenbedingungen verlassen können. Das ist derzeit nicht der Fall. So sind beispielsweise die jüngsten Beschlüsse der EU-Kommission zum CO2-Handel nicht geeignet, den Rahmen zu verbessern. Auch die Anreizregulierung, die in Deutschland für den Netzbetrieb gilt, ist nicht geeignet, die Investitionsfähigkeit zu verbessern.
ES: Sie sind inzwischen mehr als 100 Tage im Amt. Worin sehen Sie die größten Herausforderungen Ihrer Tätigkeit?
Müller: Ohne eine nachhaltige, sichere und preisgünstige Versorgung mit Energie und Wasser ist eine leistungsfähige und zukunftsorientierte Volkswirtschaft nicht denkbar. Der BDEW hat das in seinem Logo auch deutlich gemacht: Energie und Wasser bedeuten Leben. Die Mitgliedsunternehmen des BDEW nehmen eine Schlüsselrolle in der deutschen Volkswirtschaft ein. Die BDEW-Mitgliedsunternehmen sichern mit ihren Produkten die Lebensqualität der Menschen - und das jeden Tag. Der Verband ist dabei das Scharnier der Unternehmen zur Politik. Ich will dazu beitragen, dass wir einen offenen Dialog mit der Politik führen, dass die Politik unsere Anliegen versteht, dass aber auch wir die Anliegen der Politik verstehen.
ES: Entscheidungsstrukturen und handelnde Personen der Berliner Politik kennen Sie bestens. Ist ein enges Verhältnis zur Politik, speziell zur Kanzlerin, hilfreich für Ihre Arbeit?
Müller: Der Wechsel von der Politik in die Wirtschaft sollte genauso selbstverständlich sein, wie umgekehrt der Wechsel von der Wirtschaft in die Politik. Ich habe meinen Berufsweg in der Wirtschaft begonnen, bin dann in die Politik gegangen und kehre nun in die Wirtschaft zurück. Ob in der Politik oder in der Wirtschaft: Es ist wichtig, die Denkweise des anderen zu kennen. Meine Erfahrungen aus meiner früheren Tätigkeit in der Wirtschaft sowie die aus der Politik werden dazu beitragen, meine neue Aufgabe positiv anzugehen. Wirtschaft muss verstehen, wie Politik arbeitet, Politik muss verstehen, wie Wirtschaft arbeitet.
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Klimaschutz  | Zum Seitenanfang | Städte wollen CO2-Emissionen reduzieren
| Mehr als 350 Städte aus ganz Europa haben sich in einem Bürgermeisterkonvent dazu verpflichtet, die von der EU bis 2020 angestrebte Verringerung der CO2-Emissionen um 20 Prozent noch zu übertreffen. Im Rahmen dieser Initiative wollen die Vertreter von mehr als 60 Millionen Bürgern eine Zusammenarbeit aufnehmen, die vor allem auf das Ziel ausgerichtet ist, Energie klüger zu nutzen und so die Umwelt zu schonen.
Energie werde überwiegend in städtischen Gebieten verbraucht, erklärte Energiekommissar Andris Piebalgs anlässlich der Unterzeichnung der Vereinbarung. Deshalb sei die von Bürgermeistern aus ganz Europa eingegangene Verpflichtung ein mit großen Hoffnungen verbundenes Signal. Die ehrgeizigen Ziele, die Europa sich in Bezug auf die Verringerung der Treibhausgasemissionen gesetzt habe, könnten nur erreicht werden, wenn die lokalen und regionalen Behörden Europas sich partnerschaftlich engagierten, erklärte Luc Van den Brande, der Präsident des Ausschusses der Regionen. Auch kleinere Städte und Gemeinden sowie ganze Regionen sollten ermutigt werden, den Konvent zu unterzeichnen und die damit verbundenen ökologischen Verpflichtungen einzugehen.
Beim deutschen Verband kommunaler Unternehmen (VKU) stößt die Selbstverpflichtung der Städte auf große Zustimmung und Unterstützung. "Die Stadtwerke bekennen sich zu ihrer gesellschaftlichen Verantwortung und werden die Städte und Gemeinden aktiv und partnerschaftlich bei der Erreichung ihres Ziels unterstützen", erklärte VKU-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Reck. Die beteiligten Städte, unter denen auch 21 deutsche Kommunen seien, hätten eine Vorbild- und Schrittmacherfunktion für ganz Europa. Die Energiewende müsse auf lokaler und regionaler Ebene erfolgen. Für eine nachhaltige Energieversorgung nähmen Stadtwerke eine entscheidende Rolle ein. Sie verbänden Einsparungen bei den Kunden durch Energiedienstleistungen, hocheffiziente Erzeugung in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen und den Ausbau erneuerbarer Energien miteinander. "Das dient sowohl der Versorgungssicherheit als auch dem Klimaschutz."
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Biokraftstoffe  | Zum Seitenanfang | Branche leidet unter "Achterbahnfahrt"
| Deutschland, ehemals Technologieführer im Bereich Biokraftstoffe, ist nach Einschätzung von Stephan Reimelt, Vorstandsvorsitzender der MAN Ferrostaal AG, mittlerweile weit abgeschlagen, die USA und skandinavische Länder dagegen weit voraus. "Der Markt der zweiten Generation wird an uns vorbeiziehen", so der Chef des Anlagenbauers. "Deutschland hat die meisten Biofuel-Anlagen der ersten Generation weltweit gebaut, aber alle sind in eine finanziell untragbare Situation geraten." Der Branche fehle die langfristige Investitionssicherheit, es gebe keine Nachfrage mehr. Auch Johannes Lackmann, Geschäftsführer des Verbands der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB), beklagt die politische Achterbahnfahrt. Die geplante, jetzt offenbar erst einmal wieder verschobene Änderung der Förderung von Biokraftstoffen, habe zu großen Unsicherheiten geführt. "Von den bisher 32 Mitgliedern des VDB haben über 20 Prozent die Produktion eingestellt, weitere drei Firmen haben ihre Belegschaft in Kurzarbeit geschickt - Tendenz steigend. Hier hat die Politik durch einen undurchdachten Gesetzesvorschlag in unverantwortlicher Weise Arbeitsplätze und die gesamte Industrie in Gefahr gebracht." Lackmann hofft nun, dass die Politik schnell bestätigt, dass das bestehende Gesetz weiterhin gilt und eine Anpassung erst erfolgt, wenn die EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeit voraussichtlich im Sommer dieses Jahres in Kraft ist.
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ASUE News  | Zum Seitenanfang | Andreas Prohl: "Von effizienter Energienutzung profitieren alle"
| Andreas Prohl ist Präsident der ASUE und im Vorstand der GASAG Berliner Gaswerke Aktiengesellschaft zuständig für die Bereiche Technik und Vertrieb
ES: Herr Prohl, Energieeffizienz und Umweltschutz stehen bei der ASUE ganz oben auf der Prioritätenliste. Welche Rolle spielt in diesem Zusammenhang die Technik der Strom erzeugenden Heizung?
Prohl: Eine große! Neben der Brennwerttechnik in Kombination mit Solarthermie und der Gaswärmepumpe sehen wir in der gekoppelten Erzeugung von Strom und Wärme am Verbrauchsort, also im Ein- und Mehrfamilienhaus, eine wichtige Option für die effiziente und umweltschonende Energieversorgung der Zukunft. Die Strom erzeugende Heizung nach dem technischen Prinzip der KWK hat eindeutige Vorteile im Altbau, wo es schwieriger ist, über die Verbesserung der Dämmung Einsparungen zu erzielen. Die Gaswärmepumpe, die voraussichtlich 2010 ihre Marktreife erreichen wird, sehen wir eher als optimale Lösung für den Neubaubereich.
ES: Wo genau sehen Sie die Vorteile der Strom erzeugenden Heizung?
Prohl: Generell wird die Primärenergie dann besonders gut genutzt, wenn Strom und Wärme dort erzeugt werden, wo man sie braucht. Mit kleinen KWK-Anlagen auf Erdgasbasis lassen sich Gesamtwirkungsgrade von 90 Prozent erreichen. Nehmen Sie beispielsweise die Technik des WhisperGen, dessen Eignung wir bei der GASAG gerade mit 32 Anlagen in Feldversuchen testen. Dieses kleine, leise und preiswerte Gerät hat eine Wärmeleistung zwischen 7,5 und 12 Kilowatt und eine elektrische Leistung von einem Kilowatt. Damit kann der 4.000 Kilowattstunden verbrauchende Durchschnittshaushalt zumindest rechnerisch zum Selbstversorger werden.
ES: Sehen sie die Vorteile eher beim Kunden oder überwiegen die volkswirtschaftlichen Aspekte und der Schutz der Umwelt?
Prohl: Das ist ja das Gute, letztlich profitieren alle von der effizienten Nutzung der Primärenergie. Auch wenn es derzeit anders erscheint, nach meiner Meinung kann Energie auf lange Sicht nur teurer werden. Für den Kunden heißt das: Jeder in effiziente Energienutzung investierte Euro wird sich schneller amortisieren als dies nach heutigen Preisen zu erwarten ist. Die übergeordnete Betrachtungsweise sagt uns ganz klar, dass wir das Klima schützen und mit endlichen Ressourcen verantwortungsbewusst umgehen müssen. Dies auch, um die Versorgung langfristig zu sichern. Im Integrierten Energie- und Klimaschutzprogramm (IEKP) der Bundesregierung spielen die Themen Kraft-Wärme-Kopplung und dezentrale Stromversorgung nicht von ungefähr eine wichtige Rolle.
ES: Sie glauben also, dass die Technik der Strom erzeugenden Heizung auch für die Stromversorgung der Zukunft bedeutsam sein wird?
Prohl: Ich bin jedenfalls fest davon überzeugt, dass die Kraft-Wärme-Kopplung eine wichtige Rolle spielen wird. Das ist auch erklärtes Ziel der Bundesregierung. Daher erhalten kleine BHKW mit einer elektrischen Leistung von bis zu 50 kW im Rahmen des Marktanreizprogramms eine staatliche Förderung. KWK-Anlagen ab circa 5 kW elektrisch sind heute verfügbar, Strom erzeugende Heizungen stehen vor der Markteinführung, und erste praktische Versuche zum Zusammenschluss kleinerer Anlagen zu virtuellen Kraftwerken laufen auch. Der großflächige Einatz dezentraler KWK-Anlagen ist eine realistische Option zur Entlastung der Stromversorgungsnetze.
| Was versteht man unter einer Strom erzeugenden Heizung?
| Kleine Kraft-Wärme-Kopplungs-(KWK)-Anlagen mit einer elektrischen Leistung von bis zu zehn Kilowatt, die im Ein- oder Mehrfamilienhaus zum Einsatz kommen, bezeichnet man als Strom erzeugende Heizung. Durch den gekoppelten Prozess wird die eingesetzte Primärenergie besonders effizient genutzt: Um die gleiche Menge an Wärme und Strom zu erzeugen, erspart die KWK-Anlage im Vergleich zur konventionellen Lösung (Heizwärmeerzeugung im Haus, Strombezug aus dem Netz) bis zu ein Drittel Primärenergie.
Information unter www.stromerzeugende-heizung.de.
| Wer ist die ASUE?
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Die ASUE Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch e. V. wurde 1977 gegründet. Sie fördert vor allem die Weiterentwicklung und weitere Verbreitung sparsamer und umweltschonender Technologien auf Erdgasbasis. Vorrangiges Ziel der ASUE ist es, Energiespartechniken den Weg in die praktische Anwendung zu ebnen.
Mehr Informationen unter www.asue.de.
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EnergieSzene Berlin  | Zum Seitenanfang | Mit PEPP in die Energiezukunft
| Die Projektgruppe Energiepolitisches Programm (PEPP) im Bundeswirtschaftsministerium hat zehn langfristige Handlungslinien für die künftige Energieversorgung Deutschlands vorgelegt. Darin werden unter anderem die Energieeinsparung und Optimierung der Energieanwendung, eine CO2-arme und effiziente Erzeugung sowie der Ausbau der erneuerbaren Energien angesprochen. Außerdem fordert die Projektgruppe ein "grundlegendes Regelwerk, das in wenigen Sätzen die Maxime des energiepolitischen Handelns beschreibt - also eine 'Energieverfassung'". Staatssekretär Homann: "In der Zukunft werden sich die Strukturen der Energieversorgung in Deutschland und Europa grundlegend verändern. Wie das genau aussieht, weiß jedoch niemand genau." Homann nennt als Treiber der Veränderungen steigende Energiepreise, den Klimawandel sowie den wachsenden Wettbewerb um Rohstoffe. "Aber auch neue technische Entwicklungen, wie etwa die Elektromobilität oder die dezentrale Stromerzeugung, werden den Umbau beschleunigen. Das alles erfordert eine Energiepolitik mit Weitblick."
Grundsätzliche Unterstützung hat der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) signalisiert. "Damit diese Handlungsempfehlungen und in der Folge milliardenschwere Investitionen der Unternehmen auch umgesetzt werden können, benötigt die Energiewirtschaft verlässliche Rahmenbedingungen und schnellere Genehmigungsverfahren von der Politik", sagte Hildegard Müller, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. "Dies ist zurzeit leider nicht der Fall, aber absolute Voraussetzung und wird in dem vorgelegten Papier richtigerweise auch aufgegriffen." Dass das Bundeswirtschaftsministerium die Energiewirtschaft dabei unterstützen wolle, den Verbrauchern die Zusammenhänge der Branche zu erläutern, sei zu begrüßen. So müsse zum Beispiel deutlich werden, dass es den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien nicht ohne Netzausbau geben könne und das Erreichen der Klimaschutzziele ohne neue Kraftwerke nicht möglich sei. Zu Recht werde die Bedeutung der Energieeinsparung und Energieeffizienz hervorgehoben, betonte Müller. Die Energieunternehmen seien bereits im Energiedienstleistungsmarkt aktiv und hätten hier hohe Kompetenz.
Die Stadtwerke können nach Einschätzung des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) einen wichtigen Beitrag zu einer effizienten Energienutzung und damit zur Klimaschutzpolitik leisten. "Durch eine überbordende Regulierung darf allerdings nicht die Investitionsfähigkeit der kommunalen Unternehmen gefährdet werden. Deshalb ist die Forderung nach einer in sich konsistenten Energiepolitik richtig", sagte VKU-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Reck. Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Regulierung auf die Investitionsfähigkeit der Stadtwerke müssten geprüft werden, um anschließend entsprechende Korrekturmaßnahmen zu ergreifen. "Die Zukunft der Energieversorgung ist dezentral und erfordert daher eine konsequente politische Unterstützung der Stadtwerke."
| Energieeffizienz - Schlüssel für eine neue Energiepolitik
| Einen Gesetzentwurf zur Steigerung der Energieeffizienz hat die Bundesregierung auf den Weg gebracht. Danach soll ein nationaler Einsparwert festgelegt werden, der bis zum Jahr 2020 zu einer Verdopplung der Energieproduktivität gegenüber 1990 führen soll. Diese Zielsetzung ist anspruchsvoller als die Vorgabe der EU-Richtlinie von einem Prozent pro Jahr. Das Bundesumweltministerium sieht noch Diskussionsbedarf bei der Frage, wie die Zielsetzung am besten erreicht werden könne. Man habe in den Gesetzentwurf Vorschläge für ein ambitioniertes Umsetzungsprogramm eingefügt, die auf zusätzliche Impulse für Energiedienstleistungen und wirtschaftliche Energieeffizienzmaßnahmen abzielten. Diese Vorschläge seien allerdings im Ressortkreis noch nicht Konsens. Für Bundesumweltminister Gabriel ist wichtig, "dass das Gesetz kein zahnloser Tiger wird. Die Steigerung der Energieeffizienz ist der Schlüssel für eine neue Energiepolitik." Gerade die Finanzkrise habe gezeigt, dass wir es uns nicht leisten könnten, unnötig Ressourcen zu verbrauchen.
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IEU News  | Zum Seitenanfang | Klima schonen durch Heizungsmodernisierung
| "Gerade im Wärmemarkt darf man das klimaschonende Potenzial von Erdgas nicht unterschätzen"
Bernhard Funk ist stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Initiative Erdgas pro Umwelt und seit Jahresbeginn deren Sprecher
Wer das Klima schonen und sorgsam mit endlichen Energierohstoffen umgehen will, muss vor allem effizient heizen. Klingt gut, ist aber nicht ganz so einfach, wie es sich liest. Viele sehen in den erneuerbaren Energien das Nonplusultra. Politik und Wirtschaft konzentrieren sich auf die (Weiter-)Entwicklung regenerativer Technologien wie Photovoltaik, Solarthermie oder die Nutzung der Windkraft. Gerade im Wärmemarkt darf man jedoch das Potenzial von Erdgas nicht unterschätzen.
Das klimaschonende Erdgas ist für eine rasche Wende hin zu sauberen und effizienten Heizsystemen unverzichtbar. Noch können regenerative Energieträger bei weitem nicht so intensiv genutzt werden, wie dies zur Deckung des Wärmebedarfs oder gar zur gesamten Energieversorgung notwendig ist. Fossile Energieträger sind deshalb auf absehbare Zeit unverzichtbar. An diesem Punkt werden die Vorteile des Erdgases besonders deutlich: Bei seiner Verbrennung wird wesentlich weniger Kohlendioxid (CO2) freigesetzt als dies bei Kohle oder Öl der Fall ist. Die CO2-Bilanz lässt sich sogar noch günstiger gestalten, wenn dem Erdgas zusätzlich Bioerdgas, das aus Biomasse gewonnen wird, beigemischt werden kann.
Wer ambitionierte Klimaziele verfolgt, wie dies beispielsweise die Bundesregierung mit dem Integrierten Energie- und Klimapaket (IEKP) tut, kommt am Erdgas kaum vorbei. Der Weg zur intensiven Nutzung erneuerbarer Energien für die Wärmeversorgung im Ein- und Mehrfamilienhaus führt, davon sind wir bei der Initiative Erdgas pro Umwelt (IEU) überzeugt, über die Kombination von Erdgas-Brennwertheizungen und Solarthermie. Mit dem Einsatz dieser Technik kann Erdgas sein großes Potenzial hinsichtlich Energieeffizienz und Klimaschutz besonders gut entfalten. Dies auch, weil die Umrüstung des Heizungsmarktes hin zu nachhaltigen Systemen auf diese Weise vergleichsweise zügig und kostengünstig möglich wird.
"Mehr Erdgas für den Klimaschutz? Chancen und Risiken einer erweiterten Gasstrategie für die europäische Energieversorgung." Unter diesem Titel hat die renommierte Stiftung für Wissenschaft und Politik im vergangenen Jahr eine Studie veröffentlicht, die deutlich aufzeigt, in welchem Ausmaß positive Klimaschutz-Effekte mit dem vermehrten Einsatz von Erdgas erreichbar sind. Die Stiftung errechnet ein jährliches Vermeidungspotenzial von 191 Millionen Tonnen CO2. Darüber hinaus kommt der Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik (BDH) in einer Analyse zu dem Ergebnis, dass sich mit der konsequenten Umstellung alter Heizanlagen der CO2-Ausstoß von Gebäuden um fast ein Drittel senken ließe.
All dies sind gute Gründe für die IEU, im Dialog mit Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit die Vorteile erdgasunterstützter Technologien zu betonen - ab sofort und regelmäßig auch an dieser Stelle.
Bernhard Funk
| Besuchen Sie den Messeauftritt der IEU auf der ISH
| Vom 10. bis 14. März findet in Frankfurt die ISH statt. Im Bereich "Energie-, Gebäude- und Klimatechnik" liegt ein Schwerpunkt auf effizienten Systemen und erneuerbaren Energien. Die Industrie präsentiert hier nachhaltige Lösungen, die energieeffiziente Heiz- und Klimatechniken mit erneuerbaren Energien kombinieren. Die Angebotspalette reicht von der Solarthermie über Photovoltaik, Biomasse und Wärmepumpen bis hin zu solargestützten Klimasystemen. Insgesamt stellen in den Hallen 8, 9 und 10 rund 950 Aussteller der Gebäude- und Energietechnik ihre Neuheiten vor. Der Messeauftritt der Initiative Erdgas pro Umwelt ist in den Gemeinschaftsstand der deutschen Gaswirtschaft (Halle 9.0, Stand E06) integriert.Â
| Wer ist die IEU?
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In der Initiative Erdgas pro Umwelt (IEU) haben sich 19 führende Unternehmen der Heizgeräteindustrie, der Gaswirtschaft, des installierenden Fachhandwerks und des Großhandels zusammengeschlossen, um sich gemeinsam für umweltschonende Lösungen zur Wärmeerzeugung im Haus stark zu machen. Das Expertennetzwerk sieht in der bewährten und immer noch innovativen Brennwerttechnik den derzeit kostengünstigsten Weg zu mehr Energieeffizienz.
Mehr Informationen unter www.ieu.de.
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Zahlen & Fakten  | Zum Seitenanfang | Mehr Strom aus Erneuerbaren
| Auch im vergangenen Jahr ist die Produktion von Ökostrom in Deutschland weiter angestiegen: Erneuerbare Energien deckten in 2008 nach Angaben des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) mit 93,0 (2007: 87,9) Milliarden Kilowattstunden gut 15 Prozent des gesamten Stromverbrauchs. Damit, so der Verband, habe Deutschland den von der Europäischen Union für 2010 vorgegebenen Zielanteil von 12,5 Prozent schon im vergangenen Jahr deutlich übertroffen.
"Erfreulicherweise liefern die erneuerbaren Energien schon heute einen wichtigen Anteil an der Stromerzeugung", erklärte Hildegard Müller, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. Sie seien aber aufgrund der überwiegend schwankenden Produktion und der fehlenden Speichertechnologien noch nicht in der Lage, ausreichend Grundlaststrom bereitzustellen. "Ein zukunftsfähiger Kraftwerkspark muss eine breite Palette von Technologien wie zum Beispiel Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien und auch Kern- sowie Kohlekraftwerke aufweisen. Gleichzeitig sollte dieser Kraftwerkspark ein sinnvolles Spektrum an Anlagengrößen, von der dezentralen Kraft-Wärme-Kopplung bis hin zu zentralen Großkraftwerken für die Grundlastversorgung, umfassen", betonte Müller.
An erster Stelle bei der erneuerbaren Stromerzeugung lag 2008 nach BDEW-Berechnungen erneut die Windenergie mit 6,5 (2007: 6,4) Prozent. Auf Platz zwei vorgeschoben hat sich die Biomasse mit 3,7 (3,1) Prozent, gefolgt von der Wasserkraft mit 3,4 (3,5) Prozent. Zuwächse gab es auch bei Müllkraftwerken (0,8 statt 0,7 Prozent) und bei der Photovoltaik, die zu 0,7 (0,5) Prozent an der deutschen Stromproduktion beteiligt war.
Detaillierte Angaben und Vergleichswerte aus früheren Jahren finden sich hier.
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