EnergieSzene



News und Trends aus der Energiewirtschaft  Februar 2010




Topthema

dena fordert neue Kraftstoffstrategie
Stephan Kohler von der Deutschen Energie-Agentur fordert ein abgestimmtes Vorgehen von Politik, Tankstellenbranche, Gaswirtschaft, Fahrzeugherstellern und Forschung, damit Erdgas und Bioerdgas im Verkehrssektor schnell einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

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Kopf des Monats

Rainer Seele
Wintershall-Chef Rainer Seele plädiert für Erdgas als "Energieträger des 21. Jahrhunderts", weil er dem Gas als einzigem unter den fossilen Energierohstoffen eine klimaverträgliche Zukunft zubilligt.

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EnergieSzene Blog

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Aus dem Inhalt
Gebäudesanierung
Unsicherheit bremst energetische Sanierung
ASUE News
Krankenhäuser sparen Energie und Kosten
EnergieSzene Berlin/Brüssel
Röttgen gegen Kernenergie als "Alleinstellungsmerkmal"
IEU News
Klimaschutz braucht gezielte Förderung
Erneuerbare
Deutsch-koreanisches Gezeitenströmungskraftwerk im Bau
Zahlen & Fakten
Regenerativstrom aus 470.000 Anlagen braucht Netzausbau
Literaturtipp
Nicholas Stern: Der Global Deal


Vorwort

Liebe Leser,

die Politik ist gefordert. Mit Stephan Kohler von der dena reklamiert eine gewichtige Stimme eine neue Kraftstoffstrategie mit einer stärkeren Berücksichtigung von Erdgas als Antriebsenergie, ohne die übrigen alternativen Antriebsarten zu vernachlässigen. In Berlin und in den Ländern schafft sich Bundesumweltminister Norbert Röttgen mit seiner verhaltenen Position zur Verlängerung der Laufzeiten von Kernkraftwerken im Kontext des angekündigten energiepolitischen Gesamtkonzepts nicht nur Freunde und regt damit sogar an zu Spekulationen über "schwarz-grüne Blütenträume" in Nordrhein-Westfalen. Und die Stimmen, die eine gezielte Förderung der energetischen Sanierung als probates Mittel mit großem Potenzial für den Klimaschutz anmahnen, werden auch nicht leiser.

Zudem bleibt die EnergieSzene natürlich ihrem selbstgestellten Auftrag treu, sich über das Thema Klimaschutz hinaus vordringlich um Energiesparen und erneuerbare Energien zu kümmern.

Eine interessante Lektüre wünscht
Rolf Sweekhorst 

 
 

Topthema

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dena fordert neue Kraftstoffstrategie

Erdgas und Bioerdgas bleiben als Kraftstoffe in Deutschland bisher weit hinter ihren Möglichkeiten zurück, obwohl sie im Vergleich zu Diesel und Benzin deutlich weniger CO2-Emissionen und Schadstoffe verursachen. Zu diesem Ergebnis kommt die Deutsche Energie-Agentur (dena) in ihrer Studie "Erdgas und Biomethan im künftigen Kraftstoffmix". Als Konsequenz aus den Untersuchungsergebnissen fordert dena-Chef Stephan Kohler ein abgestimmtes Vorgehen von Politik, Tankstellenbranche, Gaswirtschaft, Fahrzeugherstellern und Forschung. Wenn alle Akteure eine gemeinsame Roadmap entwickelten und konsequent verfolgten, könnten Erdgas und Bioerdgas im Verkehrssektor schnell einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

"Mit einer neuen Kraftstoffstrategie kann die Bundesregierung Planungssicherheit herstellen", erklärte Kohler anlässlich der Vorstellung der Studie in Berlin. Hintergrund für deren Erarbeitung sei die hohe Abhängigkeit des Verkehrssektors vom Erdöl, das zudem zu mehr als 90 Prozent importiert werden müsse. Von dieser Abhängigkeit müsse man sich lösen. Außerdem komme die CO2-Reduktion in diesem Verkehrsbereich bei weitem nicht schnell genug voran. Im Erdgasbetrieb emittiere ein Auto immerhin 24 und bei Beimischung von Bioerdgas (Biomethan) sogar 40 Prozent weniger CO2 als konventionell angetriebene Fahrzeuge. Zum Hintergrund: Erdgas gilt als der fossile Kraftstoff mit der besten CO2-Bilanz und kann zusätzlich mit dem aus erneuerbaren Quellen gewonnenen Biomethan vermischt werden. Erdgasfahrzeuge sind zudem heute hinsichtlich Fahrleistung und Fahrkomfort absolut konkurrenzfähig gegenüber Benziner und Diesel.

Angesichts der guten Umweltbilanz, so Kohler weiter, sei der aktuelle Anteil von 0,2 Prozent oder absolut 85.000 Erdgasfahrzeugen am deutschen Fahrzeugpark zu niedrig. Ziel müsse es sein, diesen Anteil bis 2020 auf vier Prozent oder rund 1,4 Millionen Fahrzeuge zu steigern. "Erdgasmobilität wird heute deutlich unterschätzt." Um das zu ändern, sei "eine deutliche Verschärfung der Gangart notwendig." Die Märkte für Erdgas und Biomethan im Verkehr brauchten von der Politik eine langfristige Perspektive. Dazu gehörten Steuervorteile für CO2-arme Kraftstoffe ebenso wie eine ambitionierte Beimischungsquote für die Einspeisung von Bioerdgas ins Erdgasnetz.

"Auch der Kostenvergleich spricht klar für Erdgas." Timm Kehler, Geschäftsführer von erdgas mobil, rechnet vor, dass Besitzer von Erdgasfahrzeugen bei gleicher Fahrleistung an der Tankstelle nur die Hälfte dessen ausgeben, was für den Benziner fällig ist. Im Vergleich zum Dieselfahrzeug liege die Ersparnis immer noch bei rund einem Drittel. "Auch wenn man die Anschaffungs- und Unterhaltskosten mit einbezieht, haben Erdgasfahrzeuge mittlerweile die Nase vorn. Erdgas rechnet sich, für Autofahrer und Klima." Es gehe jedoch nicht darum, sich für die eine oder andere Antriebsart zu entscheiden. Vielmehr werde sich das Portfolio der Kraftstoffe in Zukunft weiter auffächern. Wichtig sei allerdings, den Anteil der Erneuerbaren deutlich zu steigern. Erdgas mit einem Bioerdgasanteil von 20 Prozent biete dazu gute Voraussetzungen.

Kehler plädiert überdies für eine klare Differenzierung zum Thema Autogas (LPG): "Gas ist nicht gleich Gas." Es könne nicht richtig sein, Erdgas als fossilen Kraftstoff mit der besten CO2-Bilanz und LPG steuerlich gleich zu stellen.

Die Studie "Erdgas und Biomethan im künftigen Kraftstoffmix" ist unter www.dena.de im Bereich Publikationen zum Download eingestellt.

Die dena plädiert dafür, die Preisauszeichnung an den Tankstellen nicht mehr auf die Menge oder das Volumen, sondern auf den Energieinhalt des Kraftstoffs (im Bild Kraftstoffpreise für einen Energiegehalt von 10 kWh) zu beziehen. Dem Kunden wird dadurch schnell deutlich, dass Erdgas mit aktuell 0,73 Euro pro 10 kWh ein besonders günstiger Kraftstoff ist - 50 Prozent günstiger als Benzin, 34 Prozent günstiger als Diesel und 18 Prozent günstiger als LPG.

Interview mit Stephan Kohler: "Erdgasautos sind eine echte Alternative"

Im Interview mit der EnergieSzene bekräftigt Stephan Kohler, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Energie-Agentur (dena), seine Forderung an die Politik nach einer neuen Kraftstoffstrategie.

Ziele der im Jahr 2000 gegründeten dena
sind die rationelle und umweltschonende Gewinnung, Umwandlung und Anwendung von Energie sowie die Entwicklung zukunftsfähiger Energiesysteme.







Herr Kohler, sind Erdgasfahrzeuge eine echte Alternative zu konventionell angetriebenen Fahrzeugen und zur Elektromobilität?

Auf jeden Fall. Erdgasfahrzeuge bieten heute dieselbe Leistungsfähigkeit und denselben Fahrkomfort wie Benziner oder Diesel. Anders als die Elektromobilität sind Erdgasfahrzeuge bereits heute eine echte Alternative, besonders aus Klimaschutzgründen beim Betrieb mit Biomethan. Mittlerweile ist auch ein breites Angebot von Modellen lieferbar, vom Kleinwagen bis zum Familienauto. Elektrofahrzeuge werden in den nächsten Jahren noch auf den Einsatz als Stadtfahrzeug beschränkt bleiben. Langfristig werden wir uns von der einen Treibstoff-Lösung für alle Formen der Mobilität verabschieden müssen. Es wird einen Mix aus Antrieben auf Basis von Verbrennungs- oder Elektromotoren geben. Erdgas und Biomethan können da neben regenerativem Wasserstoff und Strom erfolgreiche Partner im Konzert der Möglichkeiten sein.

Wo sehen Sie die Vorteile der Erdgasmobilität?

Steigende Energiepreise, die Begrenztheit des im Verkehrssektor bislang dominanten Energieträgers Erdöl sowie ambitionierte Klimaschutzziele erfordern die Einführung alternativer Kraftstoffe und Antriebe. Ein Erdgas-Pkw verursacht 24 Prozent weniger CO2-Emissionen als ein Benziner, bei einer 20-prozentigen Beimischung von Biomethan sogar fast 40 Prozent weniger. Auch der Kostenvergleich spricht klar für Erdgas. Wer Erdgas tankt, zahlt heute für die gleiche Fahrleistung im Vergleich zu Benzin nur halb so viel und im Vergleich zu Diesel immer noch ein Drittel weniger. Im Vergleich zur Elektromobilität sind Erdgasfahrzeuge insbesondere bei den Anschaffungskosten klar im Vorteil. Das wird leider in der Diskussion um die Mobilität der Zukunft gerne übersehen. Und das, obwohl es hier - anders als bei Elektromobilität und Wasserstoff - bereits eine ausgereifte Technik, fast 1000 Tankstellen und rund 85.000 Erdgas-Fahrzeuge im täglichen Praxisbetrieb allein in Deutschland gibt.

Was muss nach Ihrer Ansicht getan werden, um mehr Schwung in den Markt für Erdgasfahrzeuge zu bringen?

Ein Grund für die bisher - auch im weltweiten Vergleich - relativ schleppende Etablierung von Erdgas als Kraftstoff in Deutschland ist, dass die beteiligten Akteure nicht an einem Strang ziehen und es keine Verständigung auf ein gemeinsames Ziel gibt. Wichtig ist jetzt eine gemeinsame Roadmap, die konsequent verfolgt wird. Die Bundesregierung ist gefragt, mit einer neuen Kraftstoffstrategie Planungssicherheit herzustellen. Die Wirtschaft kann dann das Tankstellennetz und das Fahrzeugangebot konsequenter als bisher ausbauen. Darüber hinaus ist eine transparente Auszeichnung der Kraftstoffpreise nötig, die die unterschiedlichen Energiegehalte der Kraftstoffe berücksichtigt und damit den Verbrauchern einen echten Vergleich zwischen den Kraftstoffpreisen ermöglicht. Die Märkte für Erdgas und Biomethan im Verkehr brauchen von der Politik vor allem eine langfristige Perspektive. Dazu gehören Steuervorteile für CO2-arme Kraftstoffe und eine ambitionierte Beimischungsquote für die Einspeisung von Biomethan ins Erdgasnetz.

 

 

 
Gebäudesanierung

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Unsicherheit bremst energetische Sanierung

 Viele Hauseigentümer halten sich aus Unsicherheit bei der energetischen Sanierung ihrer Gebäude zurück. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) nach der Auswertung einer Befragung von 1000 Ein- und Zweifamilienhausbesitzern. Danach sind mehr als 60 Prozent der Befragten der Ansicht, dass ihr Gebäude in einem guten Zustand ist und weitere energetische Maßnahmen nicht notwendig sind. "Es ist dramatisch, wie viele Hausbesitzer ihre Lage verkennen", so Immanuel Stieß vom ISOE. "Viele Energieeinsparpotenziale liegen schlicht aufgrund mangelnden Problembewusstseins brach. Das ist nicht nur schädlich fürs Klima, sondern belastet die Bewohner durch unnötig hohe Energiekosten."
 
Das Wissenschaftlerteam befragte Eigenheimbesitzer, die in den letzten vier Jahren Sanierungsmaßnahmen an ihren Häusern durchgeführt hatten. Deutlich wurde dabei, dass wirtschaftliche Barrieren nicht der einzige Grund für geringe energetische Sanierungsraten sind. Laut Stieß zeigt die Befragung zwar, dass die Gebäudesanierungsprogramme ein wichtiger Baustein sind. "Doch sind sie allein nicht ausreichend, um den Energieverbrauch in den Haushalten zu reduzieren." Viele Hausbesitzer reagierten angesichts der zahlreichen Fragen, die eine energetische Sanierung aufwerfe, abgeschreckt und blieben untätig. Deshalb werde im Forschungsprojekt "Energieeffiziente Sanierung von Eigenheimen" (Enef-Haus) erforscht, wie beispielsweise die Erstenergieberatung optimiert werden könne, um höhere Sanierungsraten zu erreichen. Im Projekt Enef-Haus untersuchen das ISOE, das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und die Hochschule Lausitz im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, wie Eigenheimbesitzer zu mehr Energiesparen durch Gebäudesanierung aktiviert werden können.

Die Studie "Handlungsmotive, -hemmnisse und Zielgruppen für eine energetische Gebäudesanierung" ist unter www.enef-haus.de zum Download eingestellt.

 
Energiesparen

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Förderprogramm für neue Erdgas-Technologien

Der Energieversorger E.ON stellt sich mit neuen Produkten, Marktinitiativen und Förderprogrammen auf veränderte Kundenbedürfnisse ein. Anlässlich der E-World energy & water 2010 in Essen stellte Stefan Vogg, Vertriebsvorstand von E.ON Ruhrgas und E.ON Energie, unter anderem für Großkunden neue Strom- und Gasprodukte vor, die sich durch ein gewachsenes Maß an Flexibilität auszeichnen.

Private Endkunden profitieren vor allem vom neu aufgelegten Förderprogramm "erdgas.ON". Damit unterstützt das Unternehmen Haus- und Wohnungsbesitzer bei Investitionen in die Heizungsmodernisierung, neue Technologien und Erdgasfahrzeuge. Gemeinsam mit seinen weiterverteilenden Kunden will E.ON Ruhrgas, so die Mitteilung, mit diesem Programm zum weiteren Markterfolg von Erdgas beitragen. Je nach Investition erhalten Endkunden Gutschriften in Höhe von 5.000 oder 20.000 Kilowattstunden. Der Start dieser Innovations-Initiative ist für den 1. Oktober 2010 vorgesehen. Entsprechende Anträge können über den jeweiligen Gasversorger gestellt werden.

Das große Thema Energiesparen steckt auch hinter der erfolgreichen deutschlandweiten EnergieSpar-Tour, die in diesem Jahr fortgesetzt wird. Im Rahmen von Beratungsgesprächen gibt es praktische Tipps, wie man im Alltag Energie und Kosten sparen kann. Für den Geschäftskundenbereich werden Energieanalysen angeboten, und mithilfe der Thermografie lassen sich Energielecks aufspüren.

 
Versorgungssicherheit

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Deutschland in der Spitzenposition

Bei der Sicherheit der Stromversorgung hält Deutschland nach wie vor die Spitzenposition in Europa. Die durchschnittliche Nichtverfügbarkeit von Strom lag 2008 bei nur 16,89 Minuten je Letztverbraucher, berichtet die Bundesnetzagentur. Ein Jahr zuvor habe die Ausfallzeit 19,25 Minuten betragen. Die erneute Verbesserung zeige die hohe Versorgungssicherheit in Deutschland auch im Vergleich mit den europäischen Nachbarn. Österreich beispielsweise komme auf eine durchschnittliche Nichtverfügbarkeit je Letztverbraucher im Jahr 2008 von 43,69 Minuten.

 
ASUE News

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Krankenhäuser sparen Energie und Kosten

Mehr Effizienz mit Blockheizkraftwerken

Der Kostendruck im Gesundheitswesen steigt permanent - auch für Krankenhäuser. Dabei ist die Einnahmeseite durch die Gesundheitspolitik weitgehend staatlich reglementiert. Ein Haus, das im zunehmenden Wettbewerb bestehen will, muss seine Wirtschaftlichkeit letztlich vor allem über die Kontrolle und Steuerung der Ausgabenseite sichern. In Krankenhäusern fallen fast 40 Prozent der Gesamtausgaben in den Bereich der Sachkosten. Ein nicht unerheblicher Teil davon - zwischen sechs und neun Prozent - wird für die Energieversorgung ausgegeben. Das sind allein in Deutschland jährlich rund 1,5 Milliarden Euro. Mithilfe von Blockheizkraftwerken (BHKW) lassen sich hier Kosten in erheblichem Umfang einsparen. Zusätzlich wird ein deutlicher Beitrag zum Klimaschutz durch Senkung von CO2- und Schadstoffemissionen geleistet.

Krankenhäuser brauchen Strom, warmes Wasser, Raumwärme, nicht selten auch Dampf oder Kälte. Vor allem aber brauchen sie das alles in der Regel zeitgleich und mehr oder weniger unabhängig von der Witterung. Beste Voraussetzungen für BHKW, die nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung arbeiten und Strom und Wärme gleichzeitig erzeugen. Dabei wird einerseits die mechanische Energie eines Verbrennungsmotors in Strom umgewandelt und andererseits die entstehende Abwärme für die Raumheizung, zur Erzeugung warmen Wassers und bei Bedarf auch für die Raumklimatisierung und Kühlung genutzt. Dazu braucht man dann bis zu 36 Prozent weniger Primärenergie als bei der getrennten Erzeugung, und außerdem wird auch die Umwelt erheblich entlastet (s. Grafik).

Durch die effiziente Nutzung der Primärenergie schonen BHKW nicht nur wertvolle Ressourcen, sie reduzieren auch die umweltbelastenden Emissionen, beispielsweise von CO2. Dies gilt ganz besonders, wenn mit Erdgas der sauberste fossile Brennstoff eingesetzt wird. Staub- und Schwefeldioxidemissionen entstehen in diesem Fall so gut wie keine. 


Untersuchungen, unter anderem der EnergieAgentur.NRW und des Fraunhofer-Instituts für Umwelt, Sicherheits- und Energietechnik, haben gezeigt, dass in vielen Krankenhäusern die Energiekosten bei entsprechender technischer Modernisierung um 30 bis 40 Prozent gesenkt werden können. Für ein kleineres Krankenhaus mit etwa 300 Betten ist das gleichbedeutend mit einer Entlastung des Sachkostenbudgets um jährlich 200.000 Euro. Große Krankenhäuser mit mehr als 500 Betten können sogar 400.000 Euro pro Jahr oder mehr einsparen.

Vor der Planung steht die Analyse

Voraussetzung für den wirtschaftlichen Betrieb und damit für die schnelle Amortisation der Investition in ein neues BHKW ist die sorgfältige Analyse der individuellen Rahmenbedingungen. Dabei geht es vor allem darum, die Leistung des neuen Strom- und Wärmeerzeugers passend zu den aktuellen und möglicherweise neu hinzukommenden Anforderungen zu wählen. Benötigt werden dazu die Daten der bisherigen Energieabrechnungen, aber auch Kenntnisse zu den Lastgängen von Strom und Wärmeverbrauch. Planungen zur Erweiterung des Krankenhauses sowie anstehende organisatorische und strukturelle Veränderungen müssen ebenso berücksichtigt werden wie geplante Auslagerungen von Dienstleistungseinheiten wie Wäscherei oder Küchenbereich. Nützliche Informationen zu all diesen  Themen finden sich in der neuen ASUE-Broschüre "Blockheizkraftwerke in Krankenhäusern".

Die von der Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch (ASUE) in Zusammenarbeit mit der EnergieAgentur.NRW herausgegebene Broschüre "Blockheizkraftwerke in Krankenhäusern" liefert viele Impulse und praxisorientierte Hinweise für die effiziente Strom- und Wärmeerzeugung in Krankenhäusern. Verantwortliche Mitarbeiter in Verwaltung und technischer Leitung können mit ihrer Hilfe die Einsatzmöglichkeiten von Blockheizkraftwerken für die spezifischen Erfordernisse des eigenen Krankenhauses zumindest grob abschätzen. Im Mittelpunkt steht dabei ein Leitfaden von der Erfassung der Ist-Situation bis hin zur konkreten Planung eines Blockheizkraftwerkes.

Die Broschüre ist unter
www.asue.de im Bereich "Blockheizkraftwerke" unter "Veröffentlichungen" zum kostenlosen Download eingestellt. Dort findet sich auch ein Link zum Bestellformular für die gedruckte Ausgabe.

 

 
EnergieSzene Berlin/Brüssel

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Röttgen gegen Kernenergie als "Alleinstellungsmerkmal"

Bundesumweltminister Norbert Röttgen hat mit einem Interview in der "Süddeutschen Zeitung" eine weitere Wunde in der schwarz-gelben Koalition aufgerissen. Die Union, "die vielleicht einzige verbleibende Volkspartei", müsse sich gut überlegen, "ob sie gerade die Kernenergie zu einem Alleinstellungsmerkmal machen will", gab er zu Protokoll. "Kernenergie hat auch nach vierzig Jahren keine hinreichende Akzeptanz in der Bevölkerung". Röttgen warnte auch davor, die Zusatzgewinne der Unternehmen mit einer Sonderabgabe abzuschöpfen. "Der Staat muss jeden Anschein vermeiden, er schöpfe Sondergewinne ab und mache dafür Zugeständnisse bei der Sicherheit. Wir wollen keine Cashcow, sondern eine sichere, wettbewerbsfähige Energieversorgung."

Der Nordrhein-Westfale Röttgen, in dessen Heimatland im Mai Wahlen anstehen, steht mit seiner verhaltenen Position zur Laufzeitverlängerung - er hält offenbar 40 Jahre für die "Deadline", was acht Jahre Spielraum über das geltende Atomausstiegsgesetz hinaus bedeuten würde - nicht allein. Rückendeckung erhält er beispielsweise von Parteikollegen aus Thüringen und dem Saarland, aber auch aus Schleswig-Holstein. Der Koalitionspartner FDP ist mit der Diskussion hingegen überhaupt nicht glücklich: "Schwarz-grüne Blütenträume" nannte Generalsekretär Christian Lindner Röttgens Vorstoß. In Berlin treibt offenbar auch ihn die Sorge um die NRW-Wahlen.

Handwerksverband warnt vor Halbierung der Gebäude-Fördermittel

Das Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerk hat die Politik vor einer Halbierung der jährlichen Fördermittel für die Gebäudesanierung gewarnt. Der Branchenverband ZVSHK appellierte in einem Schreiben an Parlamentarier verschiedener Bundestagsausschüsse, die im Koalitionsvertrag vorgesehenen 2,2 Milliarden Euro für die energetische Gebäudesanierung in voller Höhe in den Bundeshaushalt einzustellen. "40 Prozent des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen werden durch Gebäude verursacht. Als die wahren Hersteller von Energieeffizienz in Wohngebäuden haben unserer Betriebe die Kompetenz und das Instrumentarium, diesen 'schlafenden Riesen' für eine nachhaltige Energieeinsparung zu wecken", so Elmar Esser, Hauptgeschäftsführer des Verbandes. Voraussetzung hierfür sei eine stetige und verlässliche Förderpolitik. "Auf kurzfristige und damit kurzsichtige Umschichtungen von Fördermitteln reagieren modernisierungswillige Hauseigentümer mit Zurückhaltung." Eine Halbierung der in Aussicht gestellten Fördermenge für die energetische Gebäudesanierung sei daher in doppeltem Maß kontraproduktiv. Sie schade dem Klima und der Konjunktur.

EU hält an 20-Prozent-Reduktionsziel fest

Die Europäische Union hat ihre CO2-Reduktionsziele offiziell gemeldet. Auf der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen war dafür der Termin 31. Januar vereinbart worden. In einem gemeinsamen Schreiben des spanischen Ratsvorsitzes und der EU-Kommission wurde festgehalten, dass die EU ihre Gesamtemissionen an Treibhausgasen bis 2020 einseitig auf 20 Prozent unter den Wert von 1990 verringern will. Eine stärkere Reduzierung um 30 Prozent wurde in Aussicht gestellt, sofern andere Großemittenten zustimmen, ihren Teil dieser globalen Aufgabe zu übernehmen.

 "Die EU ist entschlossen, die Kopenhagener Vereinbarung so schnell wie möglich umzusetzen und den Weg für das Klimaübereinkommen zu bereiten, das wir brauchen, um die Erderwärmung unter zwei Grad Celsius zu halten", so Kommissionspräsident Barroso. Der bisherige Umweltkommissar Dimas betonte, es müsse schnell gehandelt werden, damit die Kernpunkte der Vereinbarung wie die Schnellstartfinanzierung zugunsten von Entwicklungsländern, die Bekämpfung der Entwaldung und die Entwicklung und der Transfer von kohlenstoffarmen Technologien in die Praxis umgesetzt werden könnten.

Bis zum Stichtag hatten 55 Länder ihre nationalen Klimaschutzziele gemeldet. "Deutlich mehr Staaten, als in Kopenhagen die Vereinbarung verhandelt haben, haben Reduktionsziele mitgeteilt", kommentierte Bundesumweltminister Norbert Röttgen dieses Ergebnis. "Darunter sind insbesondere alle großen Emittenten. Die Ergebnisse der Klimakonferenz von Kopenhagen haben durch diese breite Unterstützung politisch deutlich an Gewicht gewonnen." Noch reichten die eingetragenen Beiträge der Staaten nicht aus, um die 2-Grad-Obergrenze zu unterschreiten, räumte Röttgen ein. "Aber sie sind ein Schritt auf dem Weg zu diesem Ziel."

Die Verhandlungen in Kopenhagen hätten neben erheblichen organisatorischen Mängeln auch eine Verschiebung der weltpolitischen Machtzentren gezeigt und verdeutlicht, dass es etlichen einzelnen Ländern durchaus gelungen sei, die Verhandlungen für eigene politische Anliegen zu instrumentalisieren, erklärte Franzjosef Schafhausen vom Bundesumweltministerium vor dem Forum für Zukunftsenergien. Seiner Meinung nach müssen die bisherigen Verhandlungskonzepte daher überprüft werden.

 

 

 
IEU News

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Klimaschutz braucht gezielte Förderung

Günstige CO2-Vermeidung mit Erdgas-Brennwerttechnik

 "Die internationale Staatengemeinschaft hat uns mit einer schweren Hypothek in das neue Jahrzehnt entlassen: Der Ausgang des Klimagipfels in Kopenhagen im vergangenen Dezember markiert einen herben Rückschlag beim weltweiten Einsatz für mehr Klimaschutz. Die Unfähigkeit, sich auf verbindliche Vorgaben zu einigen, trifft vor allem Deutschland. Denn die Bundesregierung hatte sich bereits vor dem Gipfel dazu verpflichtet, die nationalen Kohlendioxid-Emissionen bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken." Bernhard Funk, Sprecher der Initiative Erdgas pro Umwelt (IEU), sieht vor allem im Wärmemarkt ein hohes Potenzial für die schnelle und effektive Minderung der CO2-Emissionen. Allein durch die Erneuerung der rund zehn Millionen modernisierungsbedürftigen Heizungsanlagen könne Deutschland sein Klimaschutzziel im Wärmemarkt - eine Reduktion um 85 Millionen Tonnen CO2-Jahresausstoß bis 2020 - annähernd zu 100 Prozent erreichen. Voraussetzung dafür sei jedoch eine Förderpolitik, die technologie- und energieträgeroffene Modernisierungsanreize schaffe.

Funk verweist in diesem Zusammenhang auf den IEU-Modernisierungskompass. Diese Studie zeigt eindrucksvoll, dass der Haus- oder Wohnungsbesitzer gut beraten ist, wenn er bei der energetischen Sanierung den Kesseltausch der sehr viel teureren Dämmung vorzieht (s. EnergieSzene 12/2009). Über die Vorteile hinsichtlich der Anschaffungskosten und der Amortisationszeit hinaus gilt das auch für die erreichbaren CO2-Einsparungen. Zudem zeigt ein Vergleich der marktreifen Heizungstechniken deutlich, dass sich Geldbeutel und Umwelt mithilfe der Erdgas-Brennwerttechnik besonders einfach und kostengünstig schonen lassen. Denn wer sich beim Austausch der alten gegen eine neue Anlage für diese moderne Heizungstechnik entscheidet, kommt mit einer Investitionssumme von 0,94 Euro pro jährlich erspartem Kilogramm CO2 aus. Auch wenn man zusätzlich in Solarthermie investiert, liegen die Kosten mit 1,33 Euro noch deutlich unter dem Durchschnittswert, der vom Institut für Technische Gebäudeausrüstung Dresden (ITG) für alle marktreifen Heizungstechniken mit 1,60 Euro berechnet wurde (s. Grafik). Dank der günstigen CO2-Bilanz des Energieträgers Holz sind die spezifischen Minderungskosten bei Holzpelletanlagen mit 1,10 Euro ebenfalls relativ gering. Im Gegensatz zu Erdgas-Brennwertkesseln sind die Anschaffungskosten für Holzpelletanlagen jedoch deutlich höher. Außerdem lassen sich diese Heizungen nur dort einbauen, wo ausreichend Raum für die Lagerung der Holzpelletvorräte vorhanden ist.

Mit Erdgas-Brennwerttechnik lassen sich die CO2-Emissionen besonders kostengünstig senken. Hausbesitzer müssen für diese Heiztechnik nur 0,94 Euro investieren, um die Emission von einem Kilogramm CO2 im Jahr zu vermeiden. Damit liegen die Investitionskosten pro erspartem Kilogramm CO2 deutlich unter dem im IEU-Modernisierungskompass ermittelten Durchschnitt von 1,60 Euro.


"Günstiger als mit Erdgas-Brennwerttechnik können Hausbesitzer Kohlendioxid nicht einsparen", fasst Funk die Ergebnisse der Studie zusammen. Eine ergebnisorientierte Förderpolitik müsse sich an solchen Fakten orientieren. Letztlich müsse das gewünschte Klimaziel Maßstab für jede Förderung sein. Wenn dabei das Verhältnis von CO2-Einsparung und Investitionsvolumen stimme, sei die Förderung besonders klimaeffizient. "Ganz konkret heißt das: Je höher die CO2-Einsparung ausfällt, desto mehr sollte sich der Staat an der Investition beteiligen. Im Automobilsektor ist die Orientierung an den tatsächlichen CO2-Emissionen mit der neuen Bemessung der Kfz-Steuer bereits umgesetzt worden. Warum also nicht auch im Wärmemarkt?"
 

IEU Modernisierungskompass

Der IEU-Modernisierungskompass ist ein Wegweiser zur effizienten energetischen Sanierung und unter der Adresse www.ieu.de direkt von der Startseite aus erreichbar. Mit seiner Hilfe kann sich der Sanierungswillige schnell ausrechnen lassen, wie er seinen Energieverbrauch wirksam drosselt und welche Investition sich besonders schnell bezahlt macht.

Die Studie "IEU-Modernisierungskompass" ist unter www.ieu.de zum Download eingestellt.

 

 
Energiepolitik

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Stadtwerke sehen sich als "Multiplikator europäischer Energiepolitik"

Einen "vielversprechenden Ansprechpartner" erwartet der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) im neuen EU-Energiekommissar Günther Oettinger. "Mit seiner Erfahrung aus dem wirtschaftsstarken Baden-Württemberg wird Oettinger die Europäische Union im Hinblick auf eine zuverlässige Energieversorgung und höhere Energieeffizienz in eine gute Zukunft führen", sagte VKU-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Reck. Die kommunalen Stadtwerke spielten als Multiplikator europäischer Energiepolitik eine wichtige Rolle. Deutsche Stadtwerke investierten erheblich in eine dezentrale und nachhaltige Energieversorgung mit erneuerbaren Energien und hocheffizienten Kraftwerken. "In seiner Anhörung vor dem Europäischen Parlament hat Günther Oettinger mehrmals das Subsidiaritätsprinzip erwähnt und die regionalen und nationalen Zuständigkeiten in der Energiepolitik betont. Diese Äußerungen muss er nun mit Leben füllen."

 
Erneuerbare

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Deutsch-koreanisches Gezeitenströmungskraftwerk im Bau

Im Beisein von Bundespräsident Horst Köhler fiel in Seoul/Südkorea der Startschuss für ein Projekt im Bereich Meeresenergie. Mit dem "Seaturtle Tidal Park"-Projekt soll vor der südkoreanischen Küste das größte Gezeitenströmungskraftwerk der Welt entstehen. Die erste Pilotturbine wurde bei Voith in Heidenheim entwickelt und gebaut. Gemeinsam mit dem koreanischen Partner Renetec wird der Prototyp nun zu Testzwecken installiert. Nach Abschluss der Testphase Ende 2010 sollen die Ausbauarbeiten am Gezeitenströmungskraftwerk mit einer Nennleistung von 150 Megawatt beginnen.

"Das Projekt ist ein Musterbeispiel für die sehr gute deutsch-koreanische Zusammenarbeit und ein entscheidender Meilenstein zur kommerziellen Nutzbarmachung von Meeresenergie", so Hubert Lienhard, Vorstandsvorsitzender der Voith AG. "Wir sind überzeugt davon, dass Meeresenergien mittelfristig so bedeutend sein werden wie Windenergie heute. Das ist ein Zukunftsmarkt, den Voith mit innovativen Technologien weiter vorantreiben wird." Nach Angaben des Unternehmens wird das Energiepotenzial aus dem Meer weltweit auf mindestens 1.100 Gigawatt geschätzt, was der Leistung von rund 1.000 Kernkraftwerken entspricht. Der Internationale Weltenergierat sei überzeugt, dass etwa 15 Prozent des globalen Energiebedarfs durch Nutzung der Energie von Wellen, Gezeiten und Meeresströmungen gedeckt werden könnten.

 
Zahlen & Fakten

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Regenerativstrom aus 470.000 Anlagen braucht Netzausbau

Rund 470.000 Erzeugungsanlagen für erneuerbare Energie haben Anfang 2009 in Deutschland Strom erzeugt. Laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) lag die installierte Leistung auf Basis von Regenerativenergie Ende letzten Jahres bei mehr als 38.100 Megawatt. 2008 hätten solche Anlagen fast 90 Milliarden Kilowattstunden Strom ins deutsche Netz eingespeist.

"Damit diese Erfolgsgeschichte der Erneuerbaren auch fortgeschrieben wird und ein Happy End hat, brauchen wir aber neue Stromnetze", sagte Roger Kohlmann, Mitglied der BDEW-Hauptgeschäftsführung, zum Auftakt der E-world energy & water 2010 in Essen. Neue Netze seien die Voraussetzung für den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien, für das Fahren mit Elektroautos und letztlich zum Erreichen der Klimaschutzziele. Leider habe das Thema in der energiepolitischen Diskussion nicht immer den Stellenwert, der ihm zustehe.

Die Netzbetreiber wollten in den kommenden zehn Jahren rund 40 Milliarden Euro in den Netzausbau investieren. Dazu seien aber investitionsfördernde wirtschaftliche und rechtliche Rahmenbedingungen sowie schnellere Genehmigungsverfahren unerlässlich. "Leider leben die 900 Netzbetreiber derzeit mit großen Unsicherheiten. Die Investitionsbedingungen sind unklar. Die Diskussion über die Zuständigkeit für die Planung von Höchstspannungsleitungen beziehungsweise Erdkabeln ist dafür ein weiteres Beispiel", erklärte Kohlmann am ersten Tag der Essener Messe. Es dürfe nicht passieren, dass das Thema in der Diskussion um Zuständigkeiten von Bund und Ländern zerrieben werde oder an vorhandenen Personalengpässen bei den zuständigen Behörden scheitere.

 
Kopf des Monats

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Rainer Seele

"Erdgas ist [...] der Energieträger des 21. Jahrhunderts. Mit seinen hervorragenden CO2-Werten hat Gas als einziger Energieträger unter den Fossilen eine klimaverträgliche Zukunft. [...] Erdgas ist der natürliche Partner der Erneuerbaren, denn es macht grüne Energie erst sicher."

Im Interview mit der Wirtschaftswoche begründet Wintershall-Chef Rainer Seele, warum sein Unternehmen sich weiterhin auf das Geschäft mit Öl und Gas konzentriert. An die von der EU geforderte Trennung von den Transportnetzen denkt Seele offensichtlich nicht. Allerdings wolle man über die eigenen Pipelines und Speicher auch verfügen. Die zunehmende Regulierung mache Investitionen unattraktiv.

Rainer Seele ist seit Oktober 2009 Vorsitzender des Vorstandes der Wintershall AG. Zuvor war Seele sieben Jahre Mitglied des Wintershall-Vorstandes und gleichzeitig Sprecher der Geschäftsführung der Wingas AG. Zwischen 1987 und 1996, dem Jahr des Wechsels zur Wintershall AG, war der promovierte Chemiker in verschiedenen Funktionen in der Forschung beim Chemiekonzern BASF tätig.

 
Literaturtipp

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Nicholas Stern: Der Global Deal

Nicholas Stern, ehemaliger Chefökonom der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, ist im Bereich Klimawandel eine Größe. Als Berater der britischen Regierung legte er 2006 den "Stern-Report" genannten Bericht "The Economics of Climate Change" vor, der weltweit Aufsehen erregte und zum ersten Mal die wirtschaftlichen Kosten des Klimawandels bezifferte. Nun hat Stern nachgelegt und ein nicht weniger lesenswertes Buch geschrieben. Sterns Buch fasst die zentralen Erkenntnisse für alle verständlich zusammen und bietet Einblick in die Pläne der führenden Ökonomen, einen Weg aus Klima- und Wirtschaftskrise zu finden. Wer den Wunsch hat, diesen Planeten in halbwegs bewohnbarer Form unseren Kindern und Kindeskindern zu hinterlassen, sollte Sterns Fahrplan für eine Politik für die Zukunft, den "Global Deal", kennen.
 

München 2009 (C.H.Beck)
ISBN 978-3-406-59176-1
EUR 19,90 ?

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