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News und Trends aus der Energiewirtschaft
| Â Januar 2009 |
|  | Topthema  | Zum Seitenanfang | Erdgasunternehmen: Vorgesorgt für schlechte Zeiten
| Er kommt nicht jährlich, aber er kommt alle paar Jahre so sicher wie das Amen in der Kirche: der Erdgas-Konflikt zwischen Gazprom beziehungsweise Russland auf der einen und der Ukraine auf der anderen Seite. 80 Prozent des von Russland in Richtung Westen gelieferten Erdgases fließen derzeit noch durch Pipelines, die auf ukrainischem Staatsgebiet verlegt sind. Entsprechend groß sind - zumindest im Winter - die Auswirkungen, wenn diese Transporte unterbrochen werden.
Bei der Auseinandersetzung zwischen den beiden Ländern geht es unter anderem um das technische Gas oder auch "Treibgas", das laut Gazprom von der Ukraine abgezweigt wird. Darüber hinaus wirft Russland der Ukraine vor, unerlaubterweise Erdgas für die eigene Versorgung entnommen zu haben, die Ukraine wiederum wehrt sich gegen die nach ihrer Ansicht zu stark steigenden Preise. Welcher der beiden Staaten die Verbraucherländer im Westen sozusagen als Geiseln nimmt, um den Kontrahenten unter Druck zu setzen, lässt sich aus hiesiger Sicht kaum abschließend beurteilen. Was ihr Image angeht, dürften auf lange Sicht beide Parteien zu den Verlierern gehören.
Vor dem Hintergrund der ungewöhnlich kalten Wintertage zu Beginn des neuen Jahres kam in der deutschen Öffentlichkeit und zumindest in Teilen der veröffentlichten Meinung die Befürchtung auf, die Verbraucher müssten sich über kurz oder lang auf kalte Küchen und Wohnzimmer einstellen. Dagegen sprechen allerdings die Fakten. Beispielsweise teilte der Erdgasimporteur E.ON Ruhrgas mit, dass der Anteil des Erdgases aus russischen Quellen im eigenen Bezugsportfolio derzeit bei nur 26 Prozent liege. Darüber hinaus beziehe man den Energierohstoff von verlässlichen Lieferanten in Norwegen und den Niederlanden sowie aus heimischen Quellen. Zudem verfüge man über zwölf einsatzbereite Erdgasspeicher. "Trotz der deutlichen Liefereinschränkungen kann E.ON Ruhrgas aufgrund vorsorglich getroffener Maßnahmen, eines breiten Bezugsportfolios und der einsatzbereiten Erdgasspeicher derzeit die Versorgung der Kunden sicherstellen. Aber auch unserer Möglichkeiten stoßen an ihre Grenzen, wenn diese drastischen Lieferkürzungen anhalten und die Temperaturen weiterhin auf sehr niedrigem Niveau bleiben", erklärte Bernhard Reutersberg, der Vorstandsvorsitzende des Essener Ferngasunternehmens. Die aktuelle Situation mache aber auch die große energiewirtschaftliche Bedeutung der Ostseepipeline Nord Stream deutlich. "Mit der Ostseepipeline kann langfristig die Lieferung großer Erdgasmengen für die Europäische Union gesichert werden." Darüber hinaus, so Reutersberg weiter, entwickle sein Unternehmen das eigene Engagement in den Bereichen Exploration und Produktion sowie im Bezug von verflüssigtem Erdgas (Liquefied Natural Gas - LNG) fort, um die Zahl der Bezugsquellen zu erhöhen und das Beschaffungsportfolio auf eine noch breitere Basis zu stellen. Gerade beim Bezug von LNG sei man mit den Lieferanten in Nordafrika auf einem guten Weg.
In eine ähnliche Richtung gingen die Stellungnahmen des Erdgasimporteurs Wingas. "Die Wohnzimmer bleiben warm", betonte Gerhard König, der Geschäftsführer des Unternehmens. Obwohl Wingas anders als E.ON Ruhrgas den überwiegenden Teil seines Erdgases aus Russland bezieht, zeigte man sich auch in Kassel davon überzeugt, dass es nicht zu Versorgungsengpässen kommen werde. Zum einen beziehe man, ebenso wie andere Gasimporteure, zusätzliches Erdgas über die Jamal-Pipeline, die nördlich der Ukraine durch Weißrussland und Polen verlaufe, und zum anderen verfüge man in Norddeutschland über den größten Erdgasspeicher Westeuropas. Dessen Kapazität reiche für ein Viertel des Jahresbedarfs der eigenen Kunden.
Speicherkapazitäten und Diversifizierung garantieren Versorgung
Nach Ansicht des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) verfügt die deutsche Energiewirtschaft über ein breites Instrumentarium, um eine verlässliche Versorgung mit Erdgas zu gewährleisten. "Deutschland bezieht sein Erdgas aus verschiedenen Lieferländern, kann Schwankungen bei traditionellen Lieferanten zum Teil durch höhere Lieferungen aus anderen Ländern oder über andere Transportwege ausgleichen. Außerdem hat Deutschland die höchste Speicherkapazität in Europa", erklärte BDEW-Geschäftsführer Martin Weyand. Allein in den aktiven 46 unterirdischen Speicheranlagen würden rund 20 Milliarden Kubikmeter Arbeitsgas bevorratet. Das entspreche etwa einem Viertel des Verbrauchs im Jahr 2007 in Deutschland. In 2008 habe die Gaswirtschaft etwa 130 Millionen Euro investiert, um die Speicheranlagen zu erweitern oder neue Anlagen zu bauen. Aus der vom BDEW veröffentlichten Auflistung der deutschen Speicherstandorte geht überdies hervor, dass derzeit weitere 15 Erdgasspeicher mit einem Arbeitsgas-Volumen von insgesamt gut 3,5 Milliarden Kubikmetern in Planung oder schon im Bau sind.
Nachbarschaftshilfe
Die vergleichsweise stabile Situation in Deutschland erlaubt es der E.ON Ruhrgas sogar, bei der Versorgung anderer Länder unterstützend einzuspringen. So wurde beispielsweise bekannt, dass die Länder Ungarn, Serbien, Slowakei, Kroatien sowie Bosnien und Herzegowina Stützungslieferungen vom Essener Unternehmen erhalten haben. Und zur Stabilisierung der Versorgungssituation in Österreich wird eingelagertes Erdgas aus dem Erdgasspeicher Haidach bei Salzburg in das Versorgungsnetz der Alpenrepublik eingespeist. An diesem Speicher ist Wingas zu einem Drittel beteiligt.Â
Die BDEW-Liste der Erdgasspeicher mit Standorten, Betreibern und Arbeitsgasvolumina findet sich hier.
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Strom  | Zum Seitenanfang | Regenerativstrom braucht Speicherkapazitäten
| Der massive Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien erfordert ausreichende Speicherkapazitäten. Andernfalls muss die Erzeugung zeitweise gedrosselt werden, um die Stabilität der Netze zu gewährleisten. Nach einer aktuellen Studie des Verbands der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE) bieten große stationäre Wasserstoffspeicher erhebliches Potenzial für die Aufnahme von Stromüberschüssen. Der gespeicherte Wasserstoff könne dann entweder bei Bedarf wieder rückverstromt oder aber in Hybrid-Elektrofahrzeugen eingesetzt werden.
Die notwendigen Speichertechnologien für die vielfältigen Aufgaben bei einer Stromversorgung mit hohem Anteil erneuerbarer Energien sind laut VDE grundsätzlich verfügbar. Für die Entwicklung bis zur Marktreife müsse jedoch noch viel getan werden. So müsse schnellstmöglich in Forschung und Entwicklung von Speichersystemen sowie in den Ausbau der industriellen Basis investiert werden. Im internationalen Vergleich seien Deutschland und Europa aber sowohl in Forschung und Entwicklung als auch bei der Industrieproduktion von Speichersystemen unzureichend aufgestellt. Nordamerika, Japan und Australien wiesen deutlich weiter entwickelte Strukturen auf.
Nach Ansicht des VDE müssen neue Speichertechnologien weitaus mehr gefördert werden als bisher. Ohne Anschubfinanzierung würden sie den Sprung in den Markt nicht oder nicht schnell genug schaffen. Damit bestehe die Gefahr, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien auf halber Strecke stecken bleibe und die ehrgeizigen Ziele der Bundesregierung nicht umgesetzt werden könnten. Es sei zu befürchten, dass Deutschland im internationalen Wettbewerb den Anschluss verliere. Neben einer direkten Forschungsförderung seien auch Anreizprogramme für die Anwendung von Speichertechnik nach dem Vorbild des Erneuerbare-Energien-Gesetzes erforderlich.
Die Speicherung elektrischer Energie ist laut der Studie "Energiespeicher in Stromversorgungssystemen: Trends, Perspektiven, Chancen" mit signifikanten Kosten verbunden. Am kostengünstigsten seien derzeit Pumpspeicherkraftwerke für die stundenweise Speicherung mit günstigstenfalls drei Cent pro Kilowattstunde. Für andere, heute noch sehr teure Speicher bestünden durch Massenproduktion und technischen Fortschritt allerdings große Kostensenkungspotenziale. So könnten sich die Vollkosten für die "Wochenspeicherung" von Wasserstoff von derzeit etwa 24 Cent je Kilowattstunde innerhalb von zehn Jahren mehr als halbieren. Bei Lithium-Ionen-Batterien und bei Bleibatterien für die tägliche Nutzung in dezentralen Versorgungskonzepten könnten sich die Kosten von 50 auf etwa 15 beziehungsweise von 18 auf unter zehn Cent je Kilowattstunde reduzieren.
Zentrale Großspeicher (Pumpspeicher, Druckluft, Wasserstoff) seien investitionsintensive Technologien mit Abschreibungszeiträumen im Bereich von 30 und mehr Jahren, so der VDE. Das betriebswirtschaftliche Risiko sei groß, weil sowohl der Bedarf als auch die Entwicklung bei den Konkurrenztechnologien schwer abschätzbar seien. Der Verband erwartet, dass sich Investoren auf diesem Gebiet deshalb eher zurückhalten. Elektrochemische Speicher (Batterien) hätten hingegen Abschreibungszeiträume von zehn bis 20 Jahren, ließen sich schnell und flexibel errichten und seien daher eine mögliche Lösung für den in den kommenden Jahren auftretenden Speicherbedarf.
In Langzeit-Großspeichern seien immense Energiemengen zu speichern, um Großwetterlagen und saisonale Schwankungen ausgleichen zu können, betont der VDE. Daher kämen dafür nur Wasserstoffspeicher oder der Umbau von heutigen großen Stauseen in alpinen Regionen zu Pumpspeicheranlagen in Frage. Im ersten Fall werde Wasserstoff in großen Elektrolyseuren erzeugt und unter Druck in unterirdischen Salzkavernen gespeichert. Nur derartige Langzeitspeicher hätten das Potenzial, thermische Kraftwerke für die Reservehaltung zu ersetzen. Als Großspeicher mit einem täglichen Entladezyklus zum Ausgleich zwischen Schwach- und Hochlastzeiten eigneten sich Druckluftspeicher, die bei täglicher Nutzung ähnlich kostengünstig wie Pumpspeicherkraftwerke seien. Der Eingriff in die Landschaft sei aber wesentlich geringer, da die Druckluft in großen unterirdischen Salzkavernen gespeichert werde. |  |
Strom  | Zum Seitenanfang | Gute Chancen für "Nachbarschafts-Stromnetze"
| Im Jahr 2020 könnten bereits 30 Prozent des Stroms in Deutschland und Europa mit dezentralen Kleinkraftwerken in Eigenheimen erzeugt werden. Zu diesem Ergebnis kommt die Steria Mummert Consulting AG in der Studie "Zukunftsfaktoren 2020", die gemeinsam mit der Lünendonk GmbH und der FutureManagementGroup AG erarbeitet wurde und mögliche Entwicklungen in mehreren Branchen darstellt.
Nach den Untersuchungsergebnissen zum Bereich Energieversorgung könnte sich das heute noch überwiegend zentral ausgerichtete Stromversorgungssystem in den kommenden Jahren immer stärker in kleinere Einheiten aufgliedern. Erzeugung, Verteilung und Belieferung würden dabei zu dezentralen Versorgungseinheiten zusammengefasst und mit Hilfe geeigneter übergreifender Leistungs- und Energiemanagementsysteme gesteuert. Unverzichtbar sei dabei neben einem gezielten Lastmanagement und kontrolliertem Verbraucherverhalten der Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologien.
Solche "Nachbarschafts-Stromnetze" haben nach Einschätzung von Steria Mummert vor allem in Ballungsräumen gute Chancen. Mehrere Wohneinheiten würden dabei mit Kleinkraftwerken, Solaranlagen oder anderen alternativen Energiequellen ausgestattet. Mit Hilfe intelligenter Energieserver könne das Nutzungs- und Bereitstellungsprofil der einzelnen Einheiten ermittelt und überwacht werden. Dadurch werde ein optimaler Austausch gewährleistet, ein Anschluss an das allgemeine Stromnetz sei nur noch für Spitzenverbrauchszeiten nötig. Lange Energietransporte entfielen nahezu vollständig, und energieintensive Anwendungen ließen sich automatisch in Phasen mit Energieüberschuss verschieben.
Die dezentrale Energieversorgung von Privathaushalten und kleineren Gewerbebetrieben bietet nach Ansicht der Berater nicht nur große Chancen, die Energieeffizienz zu verbessern und neue, alternative Technologien nutzbar zu machen. Norbert Neumann, Senior Manager bei Steria Mummert Consulting, ist zudem davon überzeugt, dass insbesondere auf die kommunalen Energieversorger damit weitere Anforderungen zukommen. "Sie werden noch näher an den Kunden rücken und deutlich mehr in Kundenservice und -beratung investieren müssen. Viel stärker noch als heute sind im Kundenservice künftig Qualität, Effizienz und Flexibilität gefordert. Weniger der Preis wird wettbewerbsentscheidend sein als vielmehr ein exzellenter Service."
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EnergieSzene Berlin  | Zum Seitenanfang | Minister Glos: "Für die Herausforderungen der Zukunft rüsten"
| Zum Jahresbeginn sind eine Reihe von Neuerungen im Energiesektor in Kraft getreten, die nach Einschätzung des Bundeswirtschaftsministeriums den Wettbewerb stärken sowie die Energieeffizienz und den Ausbau der erneuerbaren Energien weiter stärken werden. "Wir setzen den eingeschlagenen energiepolitischen Kurs konsequent fort", so Bundeswirtschaftsminister Michael Glos. "Ziele bleiben eine möglichst kostengünstige Energieversorgung durch die Stärkung des Wettbewerbs, eine möglichst effiziente Nutzung der Energie und ein weiterer Ausbau der erneuerbaren Energien. Praktische Energiepolitik im Interesse von Wirtschaft und Verbrauchern ist die Summe vieler Einzelmaßnahmen."
Die Palette der Neuerungen reicht vom Start der Anreizregulierung für die Netze, der Umsetzung der "Transparenzinitiative" mit der Veröffentlichung von Kraftwerksdaten bei der Strombörse ab dem zweiten Quartal und nachvollziehbareren Stromrechnungen über die Novellen zum Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz und zum Erneuerbare-Energien-Gesetz bis zur Einführung des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes, das im hinsichtlich Energieverbrauch und CO2-Emissionen besonders wichtigen Bereich der Wärmeerzeugung den Einsatz erneuerbarer Energien voranbringen soll. Glos zufolge werden im Laufe des Jahres weitere Maßnahmen folgen, so das Gesetz zur Beschleunigung des Ausbaus der Höchstspannungsnetze, das planungsrechtliche Hindernisse für vordringliche Leitungsprojekte beseitigen soll.
"Auch wenn der erheblich gesunkene Ölpreis derzeit eine höchst willkommene Entlastung für uns alle darstellt, die Verbraucher müssen sich darauf einstellen, dass dies auf Dauer nicht so bleiben wird", warnte Glos. "Energie ist ein knappes und teures Gut. Deshalb haben wir mit dem Integrierten Energie- und Klimaprogramm den richtigen Weg eingeschlagen. Mit den jetzt neu in Kraft tretenden Maßnahmen setzen wir diesen erfolgreichen Weg fort. Wir stärken Wettbewerb und Transparenz weiter und rüsten unsere Energieversorgung insgesamt für die Herausforderungen der Zukunft." |  |
EnergieSzene Berlin  | Zum Seitenanfang | Konjunkturpaket - Verpasste Chance oder Hoffnungssignal?
| Eine "verpasste Chance zur Modernisierung der Wirtschaft" sieht die Umweltschutzorganisation BUND im zweiten Konjunkturpaket der Bundesregierung. "Das Konjunkturprogramm pumpt Milliarden in Bereiche, die wegen ihrer Versäumnisse kein zusätzliches Geld verdient haben. So etwas motiviert nur dazu, weiter zu wurschteln wie bisher", sagte BUND-Vorsitzender Hubert Weiger. Anstatt die Krise zu nutzen, um auf knapper werdende Ressourcen mit einer neuen Energie- und Verkehrspolitik zu reagieren, werfe man der für die Herausforderungen des Klimawandels blinden Autoindustrie Steuergelder hinterher. Weiger warnte davor, Milliarden in Straßenbauprojekte zu investieren, deren Nutzen in keinem Verhältnis zu den Schäden an der Natur stehe. Besonders wichtig sei, dass die jetzt beschlossene Sanierung kommunaler Gebäude, von Schulen und Universitäten sich auch auf deren Energieverbrauch beziehe. Ein Drittel der Endenergie in Deutschland werde in Gebäuden eingesetzt, hier stecke eine Einsparreserve von bis zu 40 Prozent.
Der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) wertet das Konjunkturpaket als "Hoffnungssignal" für die Städte und Gemeinden, aber auch für die Wirtschaft und damit für die Arbeitsplätze vor Ort. Die im Paket vorgesehenen 17 bis 18 Milliarden Euro für Investitionen von Kommunen und Ländern seien eine große Chance, endlich die maroden Schulen energetisch zu sanieren, Gebäude und Straßen in einen besseren Zustand zu bringen. "Das kann Aufbruchstimmung erzeugen, wenn das Erscheinungsbild der Städte und Gemeinden wieder besser wird", so das Geschäftsführende Präsidialmitglied des DStGB, Gerd Landsberg. Die Länder seien nun gefordert, dem Beispiel des Bundes zu folgen und ebenfalls kommunale Investitionen zu unterstützen. "Es darf nicht dazu kommen, dass der Bund ein Konjunkturpaket schnürt und die Länder ihre Zuweisungen an die Kommunen im Gegenzug zurückfahren." |  |
EnergieSzene Brüssel  | Zum Seitenanfang | EU-Energieministerrat fordert Stärkung der Energiepolitik
| Anlässlich des Außerordentlichen EU-Energieministerrats haben die Vertreter der EU-Mitgliedsländer die streitenden Parteien Ukraine und Russland erneut aufgefordert, weitere wirtschaftliche Schwierigkeiten für die Bürger der Europäischen Union und benachbarter Länder zu vermeiden und verlorenes Vertrauen wieder aufzubauen. Der Rat begrüßte, dass Solidaritätsmaßnahmen dazu beigetragen haben, die Auswirkungen auf Bürger und nationale Wirtschaften zu begrenzen. Beide Parteien müssten anhaltende Lösungen entwickeln, die die Wiederholung eines solchen Disputs verhinderten und sicherstellten, dass die eingegangenen Verpflichtungen eingehalten würden und die Kontinuität der Erdgaslieferungen in die EU garantiert sei. Nach Ansicht des EU-Energieministerrats hat die Krise gezeigt, wie wichtig eine Stärkung der Energiepolitik in den Mitgliedsstaaten und auf EU-Ebene ist. Mittel- und langfristig sei es erforderlich, die Transparenz hinsichtlich des physikalischen Gasflusses, der Nachfrage und der Speichermengen zu erhöhen. Dies gelte sowohl für die Mitgliedsländer als auch für Liefer- und Transitländer. Regionale oder bilaterale Solidaritätsvereinbarungen, einschließlich der auf wirtschaftlicher Basis, müssten ausgeweitet werden. Die Kommission soll nach Meinung der Energieminister jetzt mögliche Formen solcher Vereinbarungen erarbeiten und die Revision der Direktive zur Versorgungssicherheit beschleunigen. Der Zugriff auf und die Investitionen in Gasspeicher müssten verbessert werden. Auch könnten von den Mitgliedsländern strategische Gasreserven ebenso wie andere Maßnahmen zur Verbesserung der Versorgungssicherheit in Erwägung gezogen werden. Die Minister betonten zudem, dass der Beitrag diversifizierter Transportrouten und Lieferquellen zur Versorgungssicherheit der EU einschließlich LNG-Terminals ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl von Projekten für eine Mitfinanzierung durch die EU sowie bei Fördermaßnahmen der Europäischen Investitionsbank sein müsse.
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Umfrage  | Zum Seitenanfang | Experten sehen Versorgungssicherheit in Gefahr
|  Für die aktuelle Ausgabe des Energiemarktbarometers, das vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) halbjährlich erhoben wird, wurden im November und Dezember 2008 rund 200 Experten nach ihren Einschätzungen zum Thema Versorgungssicherheit befragt. Nach den Ergebnissen der Umfrage ist mittelfristig von einer Verschlechterung der Versorgungssicherheit auszugehen. "Der aktuelle Streit um die Erdgasversorgung wird voraussichtlich keine einschneidenden Auswirkungen für Deutschland haben. Er sollte aber zum Anlass genommen werden, die Energiesicherheit durch Investitionen in neue Leitungen und Speicherstätten sowie die verstärkte Nutzung von verflüssigtem Erdgas zu erhöhen", kommentiert Andreas Löschel vom ZEW die Ergebnisse.
Befragt nach den Aussichten für die nächsten zehn Jahre befürchten die befragten Energiefachleute eine Verschlechterung der Versorgungssicherheit für Gas und Öl. Insbesondere beim Öl erwarten die Umfrageteilnehmer eine problematische Entwicklung: 70 Prozent sehen hier die Versorgung schlechter gesichert als heute. Beim Erdgas erwarten 48 Prozent eine abnehmende Versorgungssicherheit. 43 Prozent erwarten keine grundsätzliche Veränderung, und neun Prozent sehen die Versorgung mit Erdgas in zehn Jahren weniger gefährdet als heute. Während für die Kohle immerhin 68 Prozent die Versorgungssicherheit auch in zehn Jahren noch unverändert sehen, sind die Einschätzungen für den Stromsektor deutlich pessimistischer: 41 Prozent der befragten Experten erwarten in den nächsten zehn Jahren eine Verschlechterung. Knapp die Hälfte (49 Prozent) glaubt, dass die Sicherheit der Stromversorgung in zehn Jahren der heutigen Situation entsprechen wird.
Das ZEW-Energiemarktbarometer hat die aktuelle Finanzkrise und die teils massiven Preisrückgänge an den Energie- und Rohstoffmärkten zum Anlass genommen, seine Experten auch zu fragen, ob sich aus dieser Entwicklung eine grundsätzlich andere Situation für die Energieversorgungssicherheit ergibt. Die überwiegende Mehrheit verneint dies. Für Öl, Gas, Kohle, Strom und auch in der Gesamtsicht gaben jeweils über 80 Prozent an, ihre grundsätzliche Einschätzung der Versorgungssicherheit habe sich in den letzten sechs Monaten nicht verändert. In diesem Ergebnis sieht das ZEW einen Beleg für den Langfristcharakter von Investitionen im Energiesektor. Nach Ansicht des Zentrums sind die extremen Preisausschläge im Jahr 2008 kein Beleg für fundamentale Änderungen der Versorgungslage.
Die hier vorgestellten Umfrageergebnisse sind Bestandteil des aktuellen ZEW-Energiemarktbarometers, das voraussichtlich Ende Januar präsentiert werden wird. Von da kann ein PDF der Veröffentlichung hier kostenlos geladen werden.
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Zahlen & Fakten  | Zum Seitenanfang | Energieverbrauch in 2008 leicht gestiegen
| Trotz der durchweg gestiegenen Preise ist der Primärenergieverbrauch in Deutschland in 2008 um mehr als zwei Prozent auf rund 480 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten angestiegen. Nach ersten Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) verbuchten vor allem Wärmeenergien sowie einige erneuerbare Energieträger kräftige Zuwächse. In einem Kommentar des Bundeswirtschaftsministeriums heißt es, dieser Anstieg sei im Wesentlichen auf Sonderfaktoren, wie die im Vergleich zum Vorjahr kältere Witterung, zurückzuführen. Der langjährige Trend zeige hingegen weiterhin einen rückläufigen Energieverbrauch. Dieser habe in 2008 um etwa sechs Prozent unter dem Niveau von 1990 gelegen. Der Vergleich mit dem gleichzeitig gewachsenen Bruttoinlandsprodukt verdeutliche überdies, dass Energie in Deutschland immer effizienter eingesetzt werde.
Am stärksten profitierte das Mineralöl vom Anstieg des Energiebedarfs. Hier stieg der Verbrauch um rund fünf Prozent auf knapp 166 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten, sein Anteil am Gesamtverbrauch erhöhte sich um knapp ein Prozent auf 34,6 Prozent. Diese Entwicklung ist laut AGEB insbesondere auf die stark gestiegene Nachfrage nach leichtem Heizöl zurückzuführen. 2007 hatten viele Verbraucher in der Hoffnung auf sinkende Preise eine starke Kaufzurückhaltung geübt.
Der Erdgasverbrauch nahm im Jahr 2008 gegenüber dem Vorjahr um knapp drei Prozent auf 109,5 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten zu. In der Folge der kühlen Witterung im ersten Halbjahr stieg insbesondere die Nachfrage bei den privaten Haushalten. Der industrielle Erdgasverbrauch stagnierte vor dem Hintergrund der konjunkturellen Eintrübung. Der Erdgaseinsatz zur Stromerzeugung legte um rund acht Prozent zu.
Der Verbrauch an Steinkohle fiel 2008 um etwas mehr als 6 Prozent auf 63,3 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten zurück. Die Kraftwerke verringerten ihren Bedarf um rund sieben Prozent. Zugleich nahm der Kohleverbrauch der Stahlindustrie im Zuge der konjunkturellen Abschwächung um gut vier Prozent ab. Im Wärmemarkt wurde annähernd das Vorjahresniveau erreicht. Der Braunkohleverbrauch lag mit 53,2 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten um 3,3 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Die AGEB führt diese Entwicklung auf eine geringere Verfügbarkeit der Kraftwerke zurück, an die üblicherweise mehr als 90 Prozent der Förderung gehen.
Die Stromerzeugung aus Kernkraftwerken erhöhte sich um 5,7 Prozent auf 55,3 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten. Der Beitrag der Wasserkraftwerke stagnierte auf Vorjahresniveau und der Beitrag der Windkraftanlagen stieg nach einem eher schwachen Ergebnis in den ersten neun Monaten um 5,5 Prozent. Insgesamt konnten die erneuerbaren Energien ihren Anteil am Primärenergieverbrauch leicht auf 7,3 Prozent (Vorjahr: 7,0 Prozent) erhöhen.
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Literaturtipp  | Zum Seitenanfang | Putin nach Putin: Das kapitalistische Rußland am Beginn einer neuen Weltordnung
| Spätestens seit den aktuellen Gaskonflikten zwischen der Ukraine und Russland ist klar, wie abhängig Europa von Russlands Gasreichtum ist. Der Konflikt zeigt aber auch deutlich, dass wir viel zu wenig über das Land wissen. Welche Pläne verfolgt der Kreml im Energiesektor? Und welche Rolle spielt das "System Putin" nach der Ära Putin? Wir sehen in den Fernsehnachrichten voll Befremden die Inszenierungen der Macht, bei denen Putin Gazpromchef Miller zum Rapport bestellt, allein: Angesichts kalter Heizungen in halb Mitteleuropa mag es uns nicht gelingen, diese Auftritte als peinliches Bauerntheater abzutun. In diesem Informationsvakuum bleibt die jetzt in der vierten, aktualisierten Auflage vorliegende Biografie des russischen Ministerpräsidenten aus der Feder eines der besten Russlandexperten Deutschlands, des Wissenschaftlers und Putin-Intimus Alexander Rahr, eine ganz wesentliche Lektüre. Alexander Rahrs Bestandsaufnahme ist differenziert, anschaulich, kritisch, setzt sich dabei wohltuend von den alarmistischen und vorurteilsbeladenen Texten anderer Beobachter ab. Lesenswert.
293 Seiten München 2008 (Universitas) ISBN: 978-3-8004-1481-9 EUR 19,95
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Kommentar  | Zum Seitenanfang | Versorgung braucht Sicherheit
| Russland und die Ukraine streiten sich um Erdgas-Transitleistungen. Es geht um Geld und es geht um die Demonstration von Macht. Hierzulande hat sich, nach anfänglicher Aufregung, dann doch die Erkenntnis durchgesetzt, dass die großen deutschen Versorgungsunternehmen für knappe Zeiten vorgesorgt haben. Es gibt reichlich Speicher, neben Russland sind auch verlässliche Lieferländer wie Norwegen und die Niederlande maßgeblich an der Erdgasversorgung Deutschlands beteiligt, und es gibt Lieferwege, die an der Ukraine vorbeiführen. Verbraucher und Politik sind beruhigt - und wenden sich anderen aufregenden Themen zu. Aber nicht alle. In der Krise feiert das Thema Versorgungssicherheit ein Comeback. Beispielsweise installiert Minister Glos eine Arbeitsgruppe zu dieser Problematik, und die EU hat angekündigt, die Revision der Direktive zur Versorgungssicherheit beschleunigen zu wollen.
In den Unternehmen arbeitet man seit Jahren daran, die Quellen und Transportwege zu diversifizieren. Die Ostseepipeline Nord Stream ist dafür nur ein Beispiel. Auch die Upstream-Aktivitäten werden ausgebaut, und verflüssigtes Erdgas (LNG) aus Nordafrika - auf längere Sicht wohl auch aus dem Nahen Osten - spielt in den Überlegungen zum Beschaffungsportfolio der Zukunft eine zunehmend wichtige Rolle.
Was für das Erdgas gilt, lässt sich auf das Thema Strom fast eins zu eins übertragen. Auch hier gilt es, die Versorgung auf möglichst viele Säulen zu stellen, um sie nachhaltig zu sichern. Strom aus Erneuerbaren gehört ganz sicher zur Lösung, aber damit verbunden sind untrennbar die Schaffung ausreichender Speicherkapazitäten und der Ausbau der Übertragungs- und Verteilnetze. Auch auf saubere konventionelle Kraftwerke für die Grundlast wird man zumindest mittelfristig nicht verzichten können, wenn die Stromversorgung mit dem gewohnt hohen Maß an Sicherheit erhalten bleiben soll.
Rolf Sweekhorst |  |
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