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News und Trends aus der Energiewirtschaft
| Â Juni 2010 |
|  | Topthema  | Zum Seitenanfang | Spitzentechnik bringt Effizienzgewinn
| "Wenn Strom in Wärmekraftwerken erzeugt wird, geht mehr Energie ungenutzt verloren als in das Stromübertragungsnetz eingespeist wird." Gegen diese Feststellung lässt sich meist nicht viel einwenden - es sei denn, man spricht über Erzeugungseinheiten wie die Blöcke 4 und 5 des Erdgaskraftwerks Irsching an der oberbayerischen Donau unweit von Ingolstadt. Wirkungsgrade von knapp 60 oder sogar jenseits der 60 Prozent sind hier fast schon Normalität und garantieren die effiziente Nutzung des wertvollen Brennstoffs.
| Mit dem Gemeinschaftskraftwerk Irsching 5 wurde unlängst im Beisein zahlreicher hochrangiger Gäste aus Politik und Wirtschaft eines der effizientesten und leistungsstärksten Gas- und Dampfturbinen-(GuD)-Kraftwerke der Welt in Betrieb genommen. Rund 400 Millionen Euro haben die Partner N-ERGIE, Mainova, HSE und E.ON Kraftwerke in den Neubau des Kraftwerks investiert. Mit einer Leistung von 860 Megawatt und einem Wirkungsgrad von 59,7 Prozent setzt der Stromerzeuger an der Donau neue Maßstäbe hinsichtlich Energieeffizienz und Klimaschutz. Als Erdgaskraftwerk ist Irsching 5 zudem ausgesprochen flexibel einsetzbar und kann auftretende Lastschwankungen schnell und zuverlässig ausgleichen - eine Eigenschaft, die angesichts der zunehmenden, nur schwer planbaren Einspeisung von Strom aus Sonnen- und Windkraft nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Damit leistet dieses neue Kraftwerk letztlich auch einen wichtigen Beitrag zum weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien.
| Bildquelle: E.ON Kraftwerke AG
Setzt Maßstäbe hinsichtlich Effizienz, Klimaschutz, Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit: Das Gas- und Dampfturbinenkraftwerk Irsching 5 erreicht einen Wirkungsgrad von knapp 60 Prozent und kann seine Erzeugungsleistung von 860 Megawatt äußerst flexibel einsetzen.
| "Ein starker Wirtschaftsstandort braucht eine moderne Energieinfrastruktur", erklärte Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil anlässlich der Inbetriebnahme von Irsching 5. E.ON-Vorstandsmitglied Klaus-Dieter Maubach betonte die Bedeutung des Standorts für einen vielfältigen Energiemix in der Stromerzeugung und die damit verbundene Zuverlässigkeit der Stromversorgung: "Wir brauchen in Deutschland auch weiterhin einen breiten Energiemix mit erneuerbaren Energien, flexibel einsetzbaren GuD-Kraftwerken wie Irsching 5, aber auch mit Kohlekraftwerken und der Kernenergie."
Für die übrigen Partner, die Darmstädter HSE, die Frankfurter Mainova und die Nürnberger N-ERGIE, steht bei dieser Beteiligung offensichtlich der Ausbau der energieeffizienten und umweltschonenden Eigenerzeugung im Vordergrund. Damit, so die Unternehmensvertreter, stärke man die eigene unternehmerische Unabhängigkeit und schaffe gleichzeitig mehr Wettbewerb auf dem Erzeugungsmarkt. Zudem werde die notwendige Erneuerung des deutschen Kraftwerksparks nachhaltig vorangetrieben. So will die N-ERGIE ihre eigene Stromerzeugung mittelfristig auf insgesamt 1.000 Megawatt ausbauen. Etwa drei Viertel sollen dabei aus konventioneller Erzeugung auf der Basis von Erdgas stammen. "Die Beteiligung am Gemeinschaftskraftwerk Irsching 5 entspricht demnach genau unserer Zielsetzung", erklärte der Vorstandsvorsitzende Herbert Dombrowski. Ähnlich die Position von Joachim Zientek, Technikvorstand der Mainova. Sein Unternehmen setze insbesondere auf umweltschonende Energieerzeugung aus regenerativen Quellen, ergänzt durch gasbefeuerte GuD-Anlagen wie Irsching 5. Laut HSE-Vorstand Albert Filbert liegt der Schwerpunkt des südhessischen Unternehmens "eindeutig im regenerativen Bereich". Andererseits erweitere man mit der Beteiligung in Irsching den eigenen Erzeugungsmix und stärke so die Unabhängigkeit vom Strombeschaffungsmarkt mit seinen unberechenbaren Preisschwankungen.
Effizienz- und Leistungsgewinn mit Irsching 4
Noch effizienter als Irsching 5 wird voraussichtlich ab 2011 Block 4 des Standortes Irsching arbeiten. Dort läuft seit 2007 die von Siemens entwickelte, mit 340 Megawatt weltweit stärkste Gasturbine zuverlässig im Dauer-Versuchsbetrieb. Derzeit wird dieser Block um eine 190-Megawatt-Dampfturbine auf eine elektrische Nettoleistung von 530 Megawatt erweitert. Beide zusammen sollen dann die Wirkungsgrad-Schallmauer von 60 Prozent durchbrechen - und das für 3000 bis 4000 Stunden im Jahr. Damit wird Irsching 4 eindeutig ein Kraftwerk für die Mittellast, aber eines, dass sich problemlos auch in der Spitzenlast einsetzen lässt. Denn vom Stillstand bis zum Volllastbetrieb vergeht weniger als eine Stunde.
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Erdgasmobilität  | Zum Seitenanfang | Kanzlerin tankt auf
| Bildquelle: picture alliance / dpa
Nach der Einweihung der ersten Erdgastankstelle in Abu Dhabi ließ Bundeskanzlerin Merkel es sich nicht nehmen, als erste ein Erdgasfahrzeug zu betanken. Zunächst sollen in Abu Dhabi 16 Erdgastankstellen eingerichtet werden, später sollen 12 weitere folgen.
Abu Dhabi wird grün - und die deutsche Wirtschaft hilft dabei. Im Verlauf ihrer diesjährigen Reise durch die Vereinigten Arabischen Emirate besuchte Bundeskanzlerin Angela Merkel unter anderem das Vorzeigeprojekt Masdar City, die geplante CO2-neutrale Stadt am Golf. Ein wichtiges Ziel der Reise war es, die Chancen der deutschen Industrie bei der energieeffizienten Umgestaltung von Städten oder Regionen auszuloten und entsprechende Initiativen politisch zu unterstützen. Unter anderem nahm die Kanzlerin per Knopfdruck auch die mit deutscher Technik ausgerüstete erste Erdgastankstelle Abu Dhabis in Betrieb. Merkel zeigte sich davon überzeugt, dass Erdgas in der Mobilität der Zukunft "eine große Rolle spielen wird".
| Erdgas-Routenplaner hilft beim Reisen
| Für Besitzer von Erdgasautos wird die Planung der Tankstopps während der Urlaubsreise durch und ins europäische Ausland ab sofort deutlich einfacher. Mithilfe des vom Verbraucherportal www.gibgas.de entwickelten Routenplaners lassen sich Länder wie beispielsweise Italien, Schweden, Österreich, die Niederlande oder die Schweiz mit dem Erdgasauto besonders preisgünstig und umweltschonend entdecken. Das neue kundenorientierte System wurde in Zusammenarbeit mit zahlreichen Erdgasfahrern über drei Monate ausgiebig getestet. Dabei wurden viele Tipps und Anregungen der Erstnutzer eingearbeitet, um das System zu optimieren.
Völlig neu ist der Reichweiten-Kalkulator. Mit dessen Hilfe kann die jeweilige Reichweite des Erdgasfahrzeugs mit den Abständen der Erdgastankstellen entlang der Fahrtstrecke abgestimmt werden. Das macht die Streckenplanung einfach und überdies auch sehr effektiv.
"Mit diesem neuen und kostenlosen Service für Erdgasautofahrer zeigen wir auf, wie dicht in manchen europäischen Ländern das Netz für CNG (Compressed Natural Gas = komprimiertes Erdgas/Bioerdgas) mittlerweile ist", so Birgit Maria Wöber von gibgas.de. Für das Handschuhfach gibt es den erst kürzlich überarbeiteten Erdgastankstellen-Atlas Deutschland mit einem Europa-Register.
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Energiepolitik  | Zum Seitenanfang | "Ökologische Neujustierung" soll Kassen entlasten
| Im Rahmen ihres Sparpakets will die Bundesregierung Subventionen abbauen und eine "ökologische Neujustierung" vornehmen. So sollen zunächst die Ausnahmeregelungen der sogenannten Ökosteuer, die zu Mitnahmeeffekten geführt haben, reduziert werden. Für das Jahr 2011 sind dabei eine Milliarde, für die Folgejahre bis 2014 jeweils 1,5 Milliarden Euro an Einsparungen eingeplant. 2,3 Milliarden Euro jährlich sollen durch die Einführung einer steuerlichen Beteiligung der Kernenergiewirtschaft an den Sanierungskosten der Schachtanlage Asse II sowie durch die Reduktion der Zusatzgewinne in die Staatskasse fließen.
"Wir wollen das Zeitalter der regenerativen Energien schnellstmöglich erreichen. Dennoch wird es im Rahmen eines Gesamtenergie-Konzepts notwendig sein, die Laufzeiten von Kernkraftwerken zu verlängern", heißt es in den Eckpunkten zum Sparpaket (Download unter www.bundesregierung.de). Die Kernenergiewirtschaft sei im Vergleich zu anderen Energieproduzenten vom Emissionshandel nicht betroffen. Gleichzeitig seien durch die Einpreisung der CO2-Zertifikate in den Strompreis die Preise gestiegen, die Stromproduktionskosten hingegen nicht. Hierdurch entstünden bei den Betreibern beträchtliche Zusatzgewinne. Das rechtfertige eine Besteuerung der Kernenergie aus ökologischen und ökonomischen Gründen. Allein durch die Stilllegung und den Rückbau von kerntechnischen Anlagen - einschließlich voraussichtlicher Kosten für die Endlager von Atommüll - werde der Bund erheblich belastet.
Eine weitere Milliarde Euro pro Jahr will die Bundesregierung durch eine nationale ökologische Luftverkehrsabgabe einspielen. Sie soll für alle Passagiere erhoben werden, die von einem inländischen Flughafen abfliegen, und differenziert ausgestaltet werden.
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Energieeffizienz  | Zum Seitenanfang | BDEW: Markt für Energieeffizienz wirksam weiterentwickeln
| Die vom Bundesrat verabschiedete Stellungnahme zum geplanten Energieeffizienzgesetz enthält nach Meinung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) "sinnvolle Vorschläge, die allen Wettbewerbern eine faire Chance auf dem Energieeffizienzmarkt ermöglichen würden - auch den Unternehmen der Energiewirtschaft". Dies sei ein positives Signal für die Weiterentwicklung effizienter und CO2-armer Technologien in Deutschland, so Hildegard Müller, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. Man begrüße ausdrücklich den Vorschlag des Bundesrates, auf einige Regelungen des Entwurfs zu verzichten, die eine wettbewerbsverzerrende Wirkung zur Folge hätten. "Zahlreiche Unternehmen der Energiewirtschaft, darunter viele kleine und mittlere Energieversorger, bieten bereits erfolgreich Dienstleistungen im Bereich Energieeffizienz an. Sie kooperieren dabei mit dem installierenden Handwerk, Planern, Architekten, Herstellern von Energieeffizienztechnik, Energieberatern und Energieagenturen. Die Politik sollte es dem Markt überlassen, welche Unternehmen und welche Energieeffizienzdienstleistungen beim Kunden Anklang finden." |  |
ASUE News  | Zum Seitenanfang | Neue Perspektiven für die Erdgasheizung
| Die Gaswärmepumpe für den Hausgebrauch
Die Gaswärmepumpe ist eine konsequente Weiterentwicklung vorhandener Heizungstechniken und zugleich ein eindrucksvoller Beleg für die Zukunftsfähigkeit der Wärmeenergie Erdgas. "Wirkungsgrade" weit jenseits der 100-Prozent-Marke können erreicht werden, da mithilfe dieser Technologie die Umweltwärme aus Luft, Boden, Wasser, Abwasser sowie der Sonne und damit erneuerbare Energie in erheblichem Umfang auf vergleichsweise einfache Art genutzt werden kann. Daraus ergibt sich quasi automatisch eine hervorragende CO2-Bilanz, die zumindest unter den fossilen Brennstoffen unerreicht ist.
Gaswärmepumpen liefern pro eingesetzter Kilowattstunde Erdgas zwischen 1,2 und 1,6 Kilowattstunden Wärme an das Heizsystem. Neben der damit verbundenen Reduktion der CO2-Emissionen sinkt bei konstantem Bedarf an Heizenergie selbstverständlich auch der Primärenergiebedarf. Der laufende Betrieb ist also, verglichen mit konventionellen Heizgeräten, mit erheblichen Einsparungen verbunden. Darüber hinaus können vorhandene Flächenheizungen, Heizkörper, Heizungsrohrnetze und Systeme zur Abgasführung in der Regel weitergenutzt werden, wenn eine alte Heizung durch eine moderne Gaswärmepumpe ersetzt werden soll. Zudem lassen sich alle bekannten Umweltwärmequellen einfach und in kleinerer Dimension nutzen als bei Elektrowärmepumpen. Daraus ergeben sich relativ geringe Investitionskosten. Damit eignet sich die Gaswärmepumpe sowohl für den Einsatz im Neubau als auch für die energetische Modernisierung im Altbau.
Selbst bei niedrigen Außentemperaturen zeichen sich Gaswärmepumpen, die Außenluft als Wärmequelle nutzen, durch vergleichsweise hohe Leistungswerte aus. Zusätzliche Wärmeerzeuger sind, ebenso wie bei den übrigen Umweltwärmequellen, auch in solchen Fällen nicht notwendig. Die Geräte können in der Regel monovalent betrieben werden. Ein weiterer Vorteil: Da Gaswärmepumpen nur wenige mechanisch bewegte Komponenten haben - dies gilt insbesondere für die Diffusions-Absorptionswärmepumpe -, arbeiten sie nicht nur sehr leise, sie zeichnen sich auch durch einen vergleichsweise geringen Wartungsaufwand aus.
Jede Innovation hat ihren Preis. Da ist es fast schon logisch, dass ein anfangs in eher kleinen Stückzahlen gebautes Hightech-System wie die Gaswärmepumpe bei den Investitionskosten mit den etablierten Technologien noch nicht ganz mithalten kann. Die Initiative Gaswärmepumpe sieht in einer Initialförderung, beispielsweise im Rahmen des Marktanreizprogramms, eine wichtige Voraussetzug für eine erfolgreiche Markteinführung der Gaswärmepumpe.
| Das technische Prinzip der Gaswärmepumpe
| Gaswärmepumpen setzen Gas als Antriebsenergie ein, und zusätzlich entziehen sie der Umgebung Wärme und übertragen diese an das Heizsystem. Alle Gaswärmepumpen nutzen ein zirkulierendes Arbeitsmedium, das durch Aufnahme und Abgabe von Wärme ständig seinen Aggregatzustand verändert: Es verdampft und wird wieder flüssig. Der entscheidende Unterschied zu den bekannten elektrischen Wärmepumpen besteht darin, dass der Energierohstoff direkt und nicht erst nach der verlustbehafteten Umwandlung in Strom als Antriebsenergie verwendet wird. Im Vergleich zu anderen Wärmesystemen, die auf fossile Brennstoffe setzen, zeichnet sich die Gaswärmepumpe durch einen besonders niedrigen Primärenergiebedarf aus: Im kleinen Leistungsbereich bis etwa zehn Kilowatt lassen sich bereits heute Nutzungsgrade bis zu 135 Prozent erzielen. Mit anderen Worten: Das Gerät speist mehr Wärmeenergie in den Heizkreislauf ein als es an Antriebsenergie benötigt.
Gasmotorische Wärmepumpen haben sich seit Jahrzehnten in Gewerbe und Industrie bewährt. Für den Einsatz im Einfamilienhaus werden seit dem Frühjahr 2010 erstmals Adsorptionswärmepumpen mit Heizleistungen von rund zehn Kilowatt angeboten.Â
| Vorgestellt: Die Initiative Gaswärmepumpe
| Die Initiative Gaswärmepumpe (IGWP) ist eine Vereinigung führender Energieversorger und Heizungs-hersteller in Deutschland. Die derzeit 13 Mitgliedsunternehmen der IGWP arbeiten intensiv zusammen, um ab Ende 2010 eine breite Auswahl hochwertiger, praxisbewährter Gaswärmepumpen anbieten zu können.
Mehr Informationen unter www.igwp.de
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EnergieSzene Berlin/Brüssel  | Zum Seitenanfang | Uneinigkeit I: Länder versus Bund
| Bund und Länder sind uneins hinsichtlich der weiteren Förderung bei Solarstrom und erneuerbarer Wärme. Das Gesetz zur Novellierung der Photovoltaik-Förderung muss jetzt in den Vermittlungsausschuss. In seiner aktuellen Fassung gefährde es den Produktions- und Forschungsstandort für Photovoltaik und stelle die nationalen Klimaschutz- und Ausbauziele für erneuerbare Energien in Frage, so der Bundesrat. Er fordert, die Verringerung der Einspeisevergütung für Solarstrom aus Hausdachanlagen sowie aus Anlagen auf Frei- und Konversionsflächen auf höchstens zehn Prozent zu begrenzen.
Außerdem haben die Länder die Bundesregierung gebeten, umgehend alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, damit zügig wieder Förderungen aus dem Marktanreizprogramm für erneuerbare Energien im Wärmemarkt (MAP) und den weiteren Klimaschutz-Förderprogrammen vergeben werden können. Die Bundesregierung solle die Aufhebung der Haushaltssperre beim Bundestag beantragen und mittelfristig für eine ausreichende Ausstattung sowie eine Verstetigung und Planbarkeit der Förderung sorgen. Die Länder, heißt es weiter, hielten die Fortführung der Programme sowohl aus klima- als auch aus wirtschaftspolitischen Gründen für dringend erforderlich. Ein Förderstopp würde sich negativ auf Investitionen im erneuerbaren Wärmebereich auswirken, zu Auftragsrückgängen und unter Umständen auch zu Arbeitsplatzverlusten führen und sei daher ein falsches politisches Signal.
Nicht allein die Länder laufen - mit guten Argumenten - Sturm gegen den Förderstopp. Beispielsweise hat das Institut für Wirtschaftsforschung (ifo) im Auftrag der Agentur für Erneuerbare Energien errechnet, dass durch die Sperrung von 115 Millionen Euro MAP-Fördermitteln dem Fiskus selbst bei konservativen Annahmen in diesem Jahr rund 150 Millionen Euro an Steuereinnahmen entgehen. Daneben fielen Sozialversicherungsbeiträge und Arbeitsmarktentlastungen in Millionenhöhe aus. Laut ifo-Gutachten kann die Fördersumme von 115 Millionen Euro private Investitionen in Höhe von 844 Millionen Euro auslösen. "Das Marktanreizprogramm ist offensichtlich ein Beispiel dafür, dass staatliche Förderung sich durchaus auch aus Sicht der Haushälter positiv auswirken kann, indem Mittel zurückfließen", so Manfred Schöpe vom ifo.
Erste massive Auswirkungen des Förderstopps auf den Solarwärmemarkt sind auch schon festzustellen. Nach Angaben des Bundesverbandes der Solarwirtschaft (BSW Solar) und des Bundesindustrieverbandes Haus-, Energie- und Umwelttechnik (BDH) brach die Nachfrage nach Solarwärmeanlagen allein im Mai um 33 Prozent ein.Â
| Uneinigkeit II: Röttgen versus Brüderle
| Die EU-Kommission hat die Mitgliedsstaaten zu einer sachkundigen Debatte über eine Erhöhung des CO2-Minderungsziels auf 30 Prozent aufgerufen. Nach Angaben der Kommission sind die absoluten Kosten für die Erreichung des 20-Prozent-Ziels seit 2008 von 70 auf 48 Milliarden Euro jährlich (0,32 % des BIP) bis 2020 zurückgegangen. Die Gründe seien vielfältig: So seien wegen des niedrigeren Wirtschaftswachstums die Emissionen gesunken, aufgrund höherer Energiepreise einerseits die Energieeffizienz verbessert und andererseits die Energienachfrage eingedämmt worden. Der CO2-Preis sei deutlich unter den 2008 prognostizierten Wert zurückgegangen. Die Kosten für die Erreichung des 30-Prozent-Ziels würden nach gegenwärtigen Schätzungen bis 2020 jährlich 81 Milliarden Euro, also elf Milliarden mehr als die vor zwei Jahren veranschlagten Kosten für eine 20-prozentige Minderung betragen. Sie würden um 33 Milliarden Euro (0,2 % des BIP) über dem Betrag liegen, den das 20-Prozent-Ziel nach heutigen Schätzungen kosten würde. "Das 20-Prozent-Ziel galt als entscheidender Anstoß zur Modernisierung der Wirtschaft in der EU", heißt es weiter. "Aber jetzt, wo die CO2-Preise niedriger sind als erwartet, hat sich sein Potenzial als Anreiz für Wandel und Innovation abgeschwächt. Außerdem muss sich Europa auch auf sein langfristiges Ziel vorbereiten, als Mitglied der Gruppe der entwickelten Länder bis 2050 eine Verringerung der Treibhausgasemissionen um 80 bis 95 Prozent zu optimalen Kosten zu erreichen."
In der Regierungskoalition herrscht in dieser Frage Uneinigkeit. Bundeswirtschaftsminister Brüderle sprach sich im Schulterschluss mit dem BDI gegen eine einseitige Erhöhung des EU-Klimaziels aus. "Noch schärfere, isolierte europäische Klimaschutzvorgaben mit zusätzlichen Kosten für die Industrie müssen wir vermeiden, ebenso wie neue Bürokratien. Wir können heute weniger denn je riskieren, dass Unternehmen, die sich durch neue Vorgaben überfordert sehen, in Länder mit weniger strikten Auflagen abwandern", sagte Brüderle. Bundesumweltminister Röttgen dagegen sieht in dem Kommissionsbericht eine gute Grundlage für die Regierungen, das EU-Klimaschutzziel aufzustocken. "Deutschland, das mit 40 Prozent vorangeschritten ist, muss ein Interesse daran haben, dass auch andere EU-Mitgliedsstaaten zu größeren Anstrengungen veranlasst und damit denkbare Wettbewerbsunterschiede beseitigt werden. Gerade in der Krise müssen wir dynamisch bleiben, an die Zukunft glauben und in sie investieren. Wer heute zaudert, wird technologisch und wirtschaftlich zurückfallen. Die Schlüssel heißen Energieeffizienz und erneuerbare Energien." Es sei im ökonomischen Interesse Europas, beim Klimaschutz und in den Bereichen Energieeffizienz, Energieinfrastruktur und bei der Entwicklung und Produktion moderner, Ressourcen schonender Technologien Treiber und nicht Getriebener zu sein.
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IEU News  | Zum Seitenanfang | Effizienter Klimaschutz
| IEU fordert Auflösung des Modernisierungsstaus
Der effiziente Umgang mit Energie und das Sparen von Energie sind wichtige Bestandteile des Integrierten Energie- und Klimaprogramms, das im August 2008 von der damaligen schwarz-roten Bundesregierung auf den Weg gebracht worden ist. Auf die längst überfällige Umsetzung der europäischen Energiedienstleistungsrichtlinie in ein nationales Energieeffizienzgesetz, die für Mitte 2009 fest verabredet war, konnte sich die große Koalition dann allerdings nicht mehr einigen. Inzwischen wurde der entsprechende Gesetzentwurf von der schwarz-gelben Regierung verabschiedet und in erster Lesung im Bundestag behandelt. Anfang Juni hat auch der Bundesrat eine Stellungnahme mit Änderungswünschen abgegeben. Ein Ziel des Gesetzes ist es, Energiedienstleistungen und Energieeffizienzmaßnahmen zu fördern und zu unterstützen, mit deren Hilfe der Endenergieverbrauch dauerhaft gesenkt werden kann.
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Rund ein Drittel des Energieverbrauchs in Deutschland entfällt auf die Wärmeerzeugung. Angesichts des Klimawandels rücken daher umweltschonende Heizmöglichkeiten in den Fokus öffentlicher Diskussionen. Die Erdgas-Brennwertheizung arbeitet besonders effizient.
Die Initiative Erdgas pro Umwelt (IEU) begrüßt die Stoßrichtung dieses Gesetzes ausdrücklich und verweist gleichzeitig auf die enormen Chancen, die sich in diesem Zusammenhang im Wärmemarkt bieten. Allerdings müsse dabei vor allem der Gebäudebestand mit seinen teils veralteten und ineffizienten Heizungen weitaus stärker als bisher in den Fokus rücken. In effizienten modernen Heizungssystemen sieht die Initiative den richtigen Weg, um die hoch gesteckten Ziele der deutschen Klimaschutzpolitik mit vergleichsweise geringem Aufwand erreichen zu können. Solche Systeme sind am Markt vorhanden und auch bezahlbar. In Kombination mit einer gezielten Förderung lassen sich hier enorme Effekte erzielen: Der Verbrauch an Energierohstoffen sinkt, die Emission klimaschädlicher Abgase nimmt mindestens in gleichem Maß ab, die laufenden Kosten gehen zurück, und mit Erdgas als Brennstoff ist die CO2-Ersparnis besonders groß.
"Höhere Effizienz muss bei der weiteren Entwicklung des Wärmemarkts im Mittelpunkt stehen", fordert IEU-Sprecher Bernhard Funk. "Dies gilt gerade im Hinblick auf die dringend notwendige Auflösung des Modernisierungsstaus in deutschen Heizungskellern." Ein verschärftes Tempo bei der Heizungsmodernisierung erfordere allerdings ein hohes Maß an Offenheit gegenüber den angebotenen Heizungstechnologien. "Denn regenerativ heizen muss nicht gleichbedeutend sein mit effizient heizen." Die Erdgas-Brennwerttechnik beispielsweise nutze den Brennstoff mit Wirkungsgraden von rund 100 Prozent auf besonders effiziente Weise und halte damit sowohl den Gasverbrauch als auch den CO2-Ausstoß niedrig. Zudem, so Funk, hat sich der Einbau der Erdgas-Brennwerttechnik als technisch bewährtes Energiesystem in der Praxis, aber auch in entsprechenden Untersuchungen als besonders kostengünstig erwiesen. Laut IEU-Modernisierungskompass (s. u. a. EnergieSzene 12/2009) dauert es gerade einmal 4,8 Jahre, bis sich der Ersatz der alten Heizung durch eine moderne Erdgas-Brennwertheizung dank des deutlichen geringeren Verbrauchs amortisiert hat. Dieser Wert liegt unter den Amortisationszeiten aller anderen am Markt verfügbaren Heiztechnologien oder energetischen Sanierungsmaßnahmen wie etwa der Verbesserung der Gebäudedämmung. "Mit der Erdgas-Brennwerttechnik wird der Heizungstausch auch für Haushalte mit sehr begrenztem Budget erschwinglich und zur lohnenden Investition", so Bernhard Funk. "Schon nach knapp fünf Jahren hat sich die Investition durch die Einsparungen quasi selbst bezahlt, und von da an schlagen die deutlich niedrigeren Heizkosten Jahr für Jahr als Plus auf dem Haushaltskonto zu Buche."
Wie hoch das Potenzial zum Schutz des Klimas, der Rohstoffe und der Geldbeutel ist, das in der technischen Umrüstung der deutschen Heizungskeller steckt, zeigt der Blick auf die Struktur des deutschen Wärmemarktes. Rund 50 Prozent aller deutschen Haushalte heizen aktuell mit Erdgas. Eine flächendeckende Umstellung auf die Erdgas-Brennwerttechnik würde neben den individuellen Heizkosten auch den gesamten Gasverbrauch deutlich senken. Damit verbunden wäre ein erheblicher Beitrag für den Klimaschutz: Mehr als 70 Millionen Tonnen CO2-Emissionen bleiben der Umwelt jährlich erspart, wenn alle zehn Millionen bis 2020 modernisierungsbedürftigen Heizkessel gegen moderne Erdgas-Brennwerttechnik ausgetauscht werden. Wenn künftig, wie beabsichtigt und auch politisch gewollt, mehr Bioerdgas in das Versorgungsnetz eingespeist wird, fällt die CO2-Bilanz noch positiver aus.
Höhere Sanierungsquote erfordert gezielte Förderung
"Das Modernisierungstempo in Deutschland ist viel zu langsam", beklagt Bernhard Funk von der IEU. "Um hier für Schwung zu sorgen, brauchen wir ein verändertes, gezieltes und schlagkräftiges Förderinstrumentarium. Effizienz und CO2-Einsparung müssen dabei in den Vordergrund treten. Hier ist die Erdgas-Brennwerttechnik unschlagbar."
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Zahlen & Fakten  | Zum Seitenanfang | Energieverbrauch in 2009 gesunken
| Erstmals seit 1984 ist im vergangenen Jahr laut einer Jahresstatistik des britischen Ölkonzerns BP der globale Energieverbrauch gesunken: Insgesamt sind in 2009 weltweit 1,1 Prozent weniger Energie verbraucht worden als in 2008. Während es in den Industrieländern einen Einbruch um fünf Prozent gab, verbrauchten die übrigen Länder insgesamt 2,7 Prozent mehr Energie. Besonders in China sei der Energiehunger weiter gestiegen, heißt es in der BP-Mitteilung.
Der Ölverbrauch ging um 1,7 Prozent zurück, noch stärker war bei diesem Energierohstoff das Minus in der Förderung. Der Gasabsatz ging um 2,1 Prozent zurück. Hingegen sorgte die weiter steigende Nachfrage aus China für eine stabile Nachfrage nach Kohle. Die Kernenergie verzeichnete einen leichten Absatzrückgang, bei Strom aus Wasserkraft und anderen erneuerbaren Quellen wurden hingegen Zuwächse registriert.Â
Der Bericht ist unter www.bp.com/statisticalreview zum Download eingestellt.
| Energienachfrage in Deutschland steigt wieder
| Der strenge Winter und das leicht verbesserte wirtschaftliche Umfeld haben in Deutschland den Energieverbrauch der ersten drei Monate des laufenden Jahres wieder steigen lassen. Nach vorläufigen Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) stieg die Nachfrage um etwa zwei Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres auf rund 3.800 Petajoule (PJ) oder knapp 131 Millionen Tonnen Steinkohleneinheiten (Mio. t SKE). Gegen den Trend verminderte sich der Mineralölverbrauch um knapp elf Prozent, was überwiegend auf den eingebrochenen Absatz von leichtem Heizöl zurückzuführen ist. Die AGEB geht davon aus, dass viele Heizölverbraucher während der Kälteperiode den Bedarf aus ihren Vorräten gedeckt haben, und ihre Tanks erst im Jahresverlauf wieder auffüllen werden.
Der Erdgasverbrauch legte in allen Verbrauchssektoren zu und stieg insgesamt um knapp elf Prozent. Außerordentlich stark zog die Nachfrage nach Steinkohle an. Die Lieferungen an die Eisen- und Stahlindustrie erhöhten sich um 77 Prozent, und die Lieferungen an die Kraftwerke nahmen um knapp vier Prozent zu. Als wesentlichen Grund für die hohen Zuwachsraten nennt die Arbeitsgemeinschaft den statistischen Basiseffekt der konjunkturbedingt niedrigen Werte des Vorjahres. Der Verbrauch an Braunkohle verminderte sich im ersten Quartal leicht um rund ein Prozent.Â
| Hohe Einnahmen aus "Umweltsteuern"
| Auf rund 54,3 Milliarden Euro beliefen sich die Einnahmen aus "Umweltsteuern" im vergangenen Jahr, berichtet das Statistische Bundesamt. Der Anteil der umweltbezogenen Steuern an den gesamten Steuereinnahmen der öffentlichen Haushalte lag bei 10,4 Prozent. Von den umweltbezogenen Steuern entfielen 39,8 Milliarden Euro auf die Energiesteuer (früher Mineralölsteuer), 8,2 Milliarden Euro auf die Kraftfahrzeugsteuer und 6,3 Milliarden Euro auf die Stromsteuer. |  |  |  |
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