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News und Trends aus der Energiewirtschaft
|  März 2010 |
|  | Topthema  | Zum Seitenanfang | Baubeginn an der Nord Stream Pipeline
| Im September 2005 wurde von den Unternehmen OAO Gazprom, BASF AG und E.ON AG die Grundsatzvereinbarung zum Bau der Nord Stream Pipeline unterzeichnet. Im April dieses Jahres kann nun die eigentliche Verlegung der Erdgastransportleitung auf dem Grund der Ostsee beginnen, da Finnland die letzte der erforderlichen Genehmigungen für den Bau der 1.223 Kilometer langen Erdgasleitung zwischen Wyborg bei Sankt Petersburg und Lubmin bei Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern inzwischen erteilt hat. Vorbereitende Arbeiten laufen bereits und sowohl auf russischer wie deutscher Seite wurde zwischenzeitlich mit dem Bau der erforderlichen Infrastruktur begonnen. Â
| Vom Hafen Sassnitz auf der Ostseeinsel Rügen werden die im nordrhein-westfälischen Mülheim produzierten Spezialrohre für die Nord Stream Pipeline zu verschiedenen Lagerplätzen der Ostsee-Region transportiert.
"Unser Projekt steht auch für die intensive Zusammenarbeit und Unterstützung vieler Länder. Es wird einen wichtigen Beitrag zur Versorgung Europas leisten", erklärte Matthias Warnig, Managing Director der Nord Stream AG, anlässlich der Genehmigungserteilung nach dem finnischen Wassergesetz. Dieses "Schlüsselprojekt für die europäische Energieinfrastruktur" habe man in den vergangenen Jahren mit Unterstützung zahlreicher Behörden und Interessengruppen gemäß den geltenden nationalen und europäischen Sicherheits- und Umweltstandards auf höchstem Niveau entwickelt.
Mit dem Bau der ersten der beiden geplanten Leitungsstränge, die jeweils einen Innendurchmesser von 1,15 Metern haben werden, wird Nord Stream ab April 2010 starten. Gut eineinhalb Jahre später, Ende 2011, soll dann erstmals Erdgas aus russischen Quellen durch die neue Leitung fließen. 2012 soll dann auch der zweite Leitungsstrang in Betrieb genommen werden, sodass von diesem Zeitpunkt an jährlich bis zu 55 Milliarden Kubikmeter Gas für die Versorgung europäischer Verbraucher über die nachgelagerten Vorhaben in das europäische Fernleitungsnetz eingespeist und so dem europäischen Binnenmarkt zugeführt werden. Das Gesamtvolumen der Investitionen für die Nord Stream Pipeline liegt nach Angaben des Unternehmens, an dem inzwischen auch die N.V. Nederlandse Gasunie beteiligt ist, bei 7,4 Milliarden Euro. Rund 30 Prozent dieser Summe werden durch Eigenkapital der Anteilseigner finanziert, die übrigen 70 Prozent durch Kredite abgedeckt. Bisher hält OAO Gazprom 51 Prozent der Aktienanteile der Nord Stream AG, BASF SE/Wintershall Holding AG und E.ON Ruhrgas AG halten jeweils 20 Prozent und der niederländische Partner ist zu neun Prozent beteiligt. Im Gespräch ist zudem die Aufnahme von GdF Suez in das Konsortium. Bei E.ON heißt es dazu auf Nachfrage, man stehe einer Erweiterung des Gesellschafterkreises offen gegenüber, zumal dadurch die europäische Dimension des Projekts noch deutlicher werde. Wie Wintershall sei man bereit, 4,5 Prozent der eigenen Anteile abzugeben, um GdF Suez eine Beteiligung von neun Prozent zu ermöglichen.
| Die Trasse der Nord Stream Pipeline führt durch die ausschließlichen Wirtschaftszonen und/oder die Hoheitsgewässer von Russland, Finnland, Schweden, Dänemark und Deutschland. An der Umweltverträglichkeitsprüfung waren überdies die Staaten Estland, Lettland, Litauen und Polen beteiligt.
Versorgungssicherheit für West- und Mitteleuropa
Trotz der aktuellen Entwicklungen sieht man in den beteiligten Unternehmen nach wie vor einen großen Bedarf an zusätzlichen Importkapazitäten für Erdgas. So sei während der letzten Jahre die Nachfrage nach Erdgas in Europa von Jahr zu Jahr gestiegen. Gleichzeitig gehe die heimische Förderung in vielen Ländern, insbesondere in den Fördergebieten der Nordsee, zurück. Nord Stream geht von einer Importlücke aus, die zwischen 100 und 200 Milliarden Kubikmeter liegen kann. Als wichtige Abnehmerländer werden Deutschland, Dänemark, die Niederlande, Belgien, Großbritannien, Frankreich und die Tschechische Republik genannt. Mit Kunden in diesen Ländern hat Gazprom bisher Verträge über mehr als 20 Milliarden Kubikmeter Erdgas abgeschlossen, die über die Nord Stream Pipeline angeliefert und ins west- und mitteleuropäische Netz eingespeist werden sollen.
Welche Bedeutung man innerhalb der Europäischen Union diesem Energie-Infrastruktur-Projekt zur Verbesserung der Versorgungssicherheit zumisst, zeigt schon die Tatsache, dass EU-Rat und EU-Parlament die Nord Stream Pipeline zu einem "Vorhaben von europäischen Interesse" im Rahmen der Leitlinien für die Transeuropäischen Energienetze (TEN-E) erklärt haben. Damit wird Nord Stream als eines der wichtigsten Projekte für eine sichere und nachhaltige Gasversorgung der EU im Einklang mit der europäischen Energiepolitik anerkannt. Dies sicher auch, weil es erheblich zur Diversifizierung der Importrouten für Erdgas beiträgt.
Grundstein für OPAL-Erdgasübernahmestation gelegt
Noch vor dem Baubeginn an der Nord Stream Pipeline starteten vor wenigen Wochen die Bauarbeiten für die Erdgasübernahmestation an der Ostseeküste in Lubmin. Von hier aus soll das aus Russland transportierte Erdgas über zwei große Anbindungsleitungen weitergeleitet werden. Die Bauarbeiten für eine dieser beiden Leitungen, die Ostsee-Pipeline-Anbindungs-Leitung (OPAL), laufen bereits. Die entsprechende Trasse verläuft über eine Strecke von rund 470 Kilometern von Lubmin durch Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen bis nach Olbernhau an der deutsch-tschechischen Grenze. Die Leitung wird von Wingas im Auftrag der OPAL NEL Transport GmbH und von E.ON Ruhrgas gebaut. Die OPAL ist ein Gemeinschaftsprojekt, an dem E.ON Ruhrgas neben der WINGAS mit 20 Prozent beteiligt ist. Darüber hinaus soll die Norddeutsche Erdgasleitung (NEL) von Lubmin an Schwerin und südlich an Hamburg vorbei bis nach Rehden in Niedersachsen führen.
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Biogas  | Zum Seitenanfang | Biogasrat warnt vor Kollaps des Biogasmarkts
| Ein Positionspapier zur Weiterentwicklung der Biogasbranche hat der Biogasrat e. V. vorgelegt. Die Vereinigung von Unternehmen der Biogasbranche will dafür eintreten, dass die politischen Rahmenbedingungen verbessert werden. So fordert der Biogasrat unter anderem, den Wärmemarkt auch im Wohnungsbestand sehr schnell zu öffnen, indem die Beimischung von Biomethan zu Erdgas in einer vorgegebenen Quote als Beitrag zur CO2-Minderung anerkannt wird. Dabei soll durch geeignete Maßnahmen sichergestellt werden, dass Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), da wo sie möglich ist, Vorrang hat. Darüber hinaus soll der Einsatz von Biogas auch in größeren KWK-Anlagen attraktiv werden. "Um den Wärmemarkt zu öffnen, ist kurzfristig die Änderung des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes (EEWärmeG) erforderlich", heißt es in dem Positionspapier. "Geschieht dies nicht, sind die Ziele von Meseberg hinsichtlich CO2-Minderung und Aufwuchs der Biomasse als Energieträger unerreichbar. Das in der Gasnetzzugangsverordnung definierte Ziel, bis zum Jahr 2020 sechs Milliarden Kubikmeter Biomethan ins Erdgasnetz einzuspeisen, wäre nicht annähernd zu realisieren. Zudem würde der gut gestartete Biogasmarkt kollabieren, Neuinvestitionen würden zurückgestellt oder unterbleiben, der Zusammenbruch von Unternehmen wäre wahrscheinlich."Â
Das Positionspapier des Biogasrats ist unter der Adresse www.biogasrat.de zum Download eingestellt.
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Versorgungssicherheit  | Zum Seitenanfang | Stromspeicher braucht das Land
| Die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) plädiert nachdrücklich für den Ausbau von Stromspeicherkapazitäten und befürwortet in diesem Zusammenhang den geplanten Neubau eines neuen Pumpspeicherwerks im Südschwarzwald. Das geht aus einem Gutachten hervor, das die dena im Auftrag der für den Bau verantwortlichen Schluchseewerk AG erstellt hat.
"Deutschland braucht Stromspeicher", betonte der Vorsitzende der dena-Geschäftsführung Stephan Kohler. "Wind- und Solaranlagen richten sich nicht danach, wann Strom genutzt wird, sondern wann der Wind weht oder die Sonne scheint." Pumpspeicherwerke seien auf absehbare Zeit die flexibelste, effizienteste und wirtschaftlichste Speicherlösung. Mit ihrer Hilfe könne die Stromversorgung sicherer, günstiger und klimaschonender gestaltet werden. Gleichzeitig müsse jedoch die Entwicklung von Druckluft-, Wasserstoff- und Batteriespeichern vorangetrieben werden."
Das dena-Gutachten untersucht einerseits die Bedeutung von Pumpspeichern und anderen Stromspeichern für die Integration der erneuerbaren Energien in die Stromversorgung. Andererseits werden am Beispiel des geplanten Pumpspeicherwerks Atdorf die Vorteile für den konkreten Fall berechnet. Mit einer vorgesehenen Spitzenleistung von 1.400 Megawatt kann Atdorf zwischen 2020 und 2030 insgesamt bis zu 3,7 Milliarden Kilowattstunden an zeitweise überschüssigem Strom indirekt speichern und zu Spitzenlastzeiten ins Netz zurückspeisen. Das entspricht etwa acht Prozent der Strommenge, die alle Wind- und Solaranlagen in Deutschland im Jahr 2009 erzeugt haben.
Nach Berechnungen der dena kann Atdorf die volkswirtschaftlichen Kosten der Stromerzeugung um mehr als 20 Millionen Euro pro Jahr reduzieren, indem es Strom genau dann ins Netz einspeist, wenn er knapp ist. Hinzu kommen CO2-Einsparungen, wenn das Pumpspeicherwerk die Erzeugung in fossilen Kraftwerken ersetzt. Den Standort von Atdorf im Süden Deutschlands bewertet die dena wegen des Ausbaus der Offshore-Windkraft im Norden als besonders vorteilhaft. Bei starkem Wind reichen möglicherweise die Übertragungskapazitäten nicht aus, um genügend elektrische Energie zu den Lastzentren im Süden zu transportieren. Ein leistungsstarkes Pumpspeicherwerk könnte hier bei Netzengpässen günstig Spitzenlaststrom erzeugen und so die Stromversorgung sichern.
Das technische Prinzip von Pumpspeicherwerken
Pumpspeicherwerke nutzen nicht benötigten Strom, der preisgünstig eingekauft werden kann, um Wasser in ein höher gelegenes Becken zu pumpen. Bei hohem Bedarf wandeln sie die gespeicherte potenzielle Energie über eine Turbine wieder in - dann stark nachgefragten - Strom um und speisen diesen ins Netz ein. Da Pumpspeicherkraftwerke kurzfristig auf Schwankungen im Netz reagieren können, sind sie besonders wertvoll für die Sicherung der Stromversorgung.
Kurz- und Langfassung des dena-Gutachtens "Analyse der Notwendigkeit des Ausbaus von Pumpspeicherwerken und anderen Stromspeichern zur Integration der erneuerbaren Energien" sind unter www.dena.de/studien als PDF-Dokumente zum Download eingestellt.
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IEU News  | Zum Seitenanfang | Erdgas-Brennwerttechnik baut Spitzenposition weiter aus
| Aber: Geringere Kesseltauschprämie bremst Modernisierung
Es geht voran mit der Sanierung in deutschen Heizungskellern - aber beileibe nicht schnell genug. So könnte man die vom Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- Und Umwelttechnik (BDH) vorgestellten Wärmemarkt-Daten zum abgelaufenen Jahr zusammenfassen. Danach gehört die effiziente Erdgas-Brennwerttechnik auch in 2009 zu den Gewinnern im deutschen Wärmemarkt. Die Initiative Erdgas pro Umwelt (IEU) freut sich über die wachsende Nachfrage - und kritisiert zugleich die Kürzung des so genannten Kesseltauschbonus' durch die Bundesregierung.
Überproportionale Zunahme
Nach den vom BDH vorgelegten Zahlen wurde für den gesamten deutschen Heizungsmarkt in 2009 ein Plus von etwa drei Prozent registriert. Deutlich stärker ist die Zunahme bei den Absatzzahlen von Erdgas-Brennwertheizungen. Hier haben sich im vergangenen Jahr immerhin sieben Prozent mehr Haus- und Wohnungsbesitzer von den technischen und wirtschaftlichen Vorteilen dieser Heizungstechnologie überzeugen lassen als im Jahr zuvor. Dank dieser überproportionalen Zunahme konnte die Erdgas-Brennwerttechnik ihre Spitzenposition im Vergleich aller in Deutschland installierten Wärmeerzeuger - der entsprechende Anteil liegt bei mehr als 50 Prozent - weiter ausbauen.
Bei der IEU sieht man diese Entwicklung als weiteren Schritt in die richtige Richtung: "Rund 330.500 Haushalte haben sich 2009 für eine Erdgas-Brennwertheizung entschieden. Damit hat diese Technologie ihre Position als Vorreiter im Heizungsmarkt weiter ausgebaut", erklärte Bernhard Funk, Sprecher dieser Gemeinschaft führender Unternehmen der Heizgeräteindustrie, der Gaswirtschaft, des installierenden Fachhandwerks und des Großhandels. Der erfreuliche Trend zeige, dass immer mehr Verbraucher von den Vorteilen der Erdgas-Brennwerttechnik profitieren wollten. Zudem bestätige die Entwicklung die Ergebnisse, die man unlängst mit dem aktuellen Modernisierungskompass präsentiert habe. Diese Studie, die gemeinsam von der IEU und dem Institut für Technische Gebäudeausrüstung Dresden veröffentlicht wurde (s. EnergieSzene 12/2009), zeigt eindrucksvoll, dass Erdgas-Brennwertheizungen nicht allein hinsichtlich der kosteneffizienten Reduzierung von CO2-Emissionen die Nase vorn haben, sondern auch in Bezug auf Energieeffizienz und Amortisationszeiten (s. Grafik).Â
| Die Ergebnisse der Studie "IEU-Modernisierungskompass" zeigen: Mit der geeigneten Heiztechnik macht sich ein Anlagentausch schnell bezahlt. Die Kosten für den Tausch eines Erdgas-Standardkessels gegen eine effiziente Erdgas-Brennwertheizung sind beispielsweise nach weniger als fünf Jahren ausgeglichen. Hingegen rechnet sich die Gebäudedämmung erst nach rund 40 Jahren. Auch im Vergleich zu anderen Heiztechnologien schneidet die Erdgas-Brennwerttechnik sehr gut ab.
 Reduzierung der Kesseltauschprämie ist falsches Signal
Von der Politik fordert die IEU, den Vorteilen der Brennwerttechnik in ihren Förderprogrammen Rechnung zu tragen. Rückwirkend zum 1. Januar und mit deutlich reduziertem Umfang tritt die Kesseltauschprämie wieder in Kraft. Mit ihr fördert das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) den Austausch alter Heizkessel. Die IEU begrüßt grundsätzlich die Fortsetzung der Förderung, befürchtet aber wegen der Kürzungen eine spürbare Verlangsamung des Modernisierungstempos. Das Bundesumweltministerium hat die Fördersätze praktisch halbiert. Statt bisher 750 Euro für einen neuen Brennwertkessel in Kombination mit einer Solaranlage zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung gibt es künftig nur noch 400 Euro. "Die Entscheidung ist aus unserer Sicht das falsche Signal", sagt Bernhard Funk. "Dadurch verlangsamt sich das Tempo der notwendigen Heizungsmodernisierung und die Reduzierung von CO2-Emissionen wird erschwert." Um die Klimaziele zu erreichen, müssen pro Jahr etwa eine Million Heizungsanlagen erneuert werden. Doch gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten überlegen Verbraucher sehr genau, wofür sie ihr Geld ausgeben und in welche Sanierungsmaßnahmen sie investieren. Auch aus diesem Grund macht sich die Initiative Erdgas pro Umwelt dafür stark, dass die Förderung auf mindestens zehn Prozent der jeweiligen Investitionskosten erhöht wird.
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IEU-Modernisierungskompass
Der IEU-Modernisierungskompass ist ein Wegweiser zur effizienten energetischen Sanierung und unter der Adresse www.ieu.de direkt von der Startseite aus erreichbar. Mit seiner Hilfe kann sich der Sanierungswillige schnell ausrechnen lassen, wie er seinen Energieverbrauch wirksam drosselt und welche Investition sich besonders schnell bezahlt macht.
Die Studie "IEU-Modernisierungskompass" ist unter www.ieu.de zum Download eingestellt.
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EnergieSzene Berlin/Brüssel  | Zum Seitenanfang | Berliner Streichkonzert
| In Berlin wird derzeit ein Streichkonzert aufgeführt. Ob Förderung der Photovoltaik, Anschubfinanzierung für Mini-Blockheizkraftwerke (siehe auch ASUE News), Kesseltauschbonus oder Marktanreizprogramm für erneuerbare Wärmetechnologien - der Rotstift tritt in Aktion. Alle Bekundungen der Regierung zum Ausbau der Erneuerbaren im Wärmesektor würden damit konterkariert, kritisierte Dietmar Schütz, Präsident des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE). Wenn die Bundesregierung ihre Zusagen für den Klimaschutz einhalten wolle, sei eine deutliche Steigerung der Modernisierungsrate von Heizungsanlagen und mehr Erneuerbare Energie im Wärmesektor notwendig. "Wer jetzt die Fördermittel kürzt, bremst den Umbau statt ihn zu beschleunigen."
"Mit gemischten Gefühlen" reagiert die deutsche Heizungsindustrie auf die Veränderungen. Der BDH begrüßt zwar die Verlängerung des Kesseltauschbonus, nicht aber die Kürzung von 750 auf 400 Euro (s. auch IEU News). Die zurückgefahrenen Anreize für den Einsatz erneuerbarer Energien zur Wärmeerzeugung träfen auf einen schwächelnden Heizungsmarkt, so der BDH. Vor allem die Nachfrage nach Systemen, die erneuerbare Energien nutzten, sei seit dem zweiten Halbjahr 2009 drastisch eingebrochen. Dieser Trend habe sich in den ersten Monaten des neuen Jahres verstetigt. "Um diesen Trend wieder umzukehren, erwarten wir starke und positive Signale von der Politik. Hierzu gehören verlässliche und berechenbare Rahmenbedingungen", so Andreas Lücke, Hauptgeschäftsführer des BDH.
Für die geplante Änderung der Photovoltaik-Förderung hat das Bundeskabinett unterdessen eine "Formulierungshilfe" beschlossen, die in das parlamentarische Gesetzgebungsverfahren einfließen soll. "Solarenergie ist ein zentraler Zukunftsmarkt, in dem Deutschland weiterhin stark sein soll", so Bundesumweltminister Norbert Röttgen. Jedoch habe der derzeitige Verfall der Marktpreise um bis zu 40 Prozent bei Photovoltaikanlagen zu einer Überförderung und zu wirtschaftlichen Fehlanreizen geführt. Daher werde die künftige Vergütung für Solarstrom an die aktuelle Marktentwicklung angepasst. "Der beschlossene Entwurf ist ausgewogen und wird dazu beitragen, dass die Photovoltaik aus ihrer Nischenposition zu einer relevanten Größe im Energiemix werden kann", verteidigte Röttgen die zusätzliche Kürzung um elf bis 16 Prozent gegenüber den Kritikern, die Insolvenzen und den Verlust von Arbeitsplätzen fürchten. Die Zielmarke für das jährliche Ausbauvolumen werde von 1.700 Megawatt auf 3.500 Megawatt nahezu verdoppelt. Werde das Ausbauziel überschritten, sänken die Vergütungssätze zum Jahresende 2010 um zwei Prozent und im Jahr 2011 um zwei beziehungsweise drei Prozent pro 1.000 Megawatt zusätzlichem Ausbauvolumen über den im Erneuerbare-Energien-Gesetz regulär vorgesehenen Degressionssatz von neun Prozent hinaus. Unterschreite das Marktwachstum die Untergrenze von 2.500 Megawatt, sänken die Vergütungssätze langsamer. Darüber hinaus werde der Eigenverbrauch von Strom aus Photovoltaikanlagen künftig stärker, nämlich mit acht statt drei Cent pro Kilowattstunde gefördert.
| Forschungsziel "Energieautarke Stadt"
|  "Die Forschungsunion wird sich noch stärker als bisher auf die zentralen Herausforderungen der Zukunft konzentrieren", sagte Bundesforschungsministerin Annette Schavan anlässlich der konstituierenden Sitzung der neuen Forschungsunion Wirtschaft-Wissenschaft als Beratungsgremium für das BMBF. "Die zentralen Fragen sind Klima, Energie, Gesundheit, Mobilität, Sicherheit und Kommunikation. Diese Gebiete sind sehr wichtig für die Gesellschaft - und sie sind Bereiche, in denen Forscher aus Deutschland bereits heute eine sehr gute Position im globalen Wettbewerb haben, die sie noch weiter ausbauen können." Als Beispiel für ein erstes Zukunftsprojekt nannte Schavan eine nachhaltige Stadtinfrastruktur, die bis hin zur energieautarken Stadt entwickelt werden soll. "Ich werde die Forschungsunion bitten, sich mit der konkreten Ausgestaltung des Zukunftsprojekts 'Energieautarke Stadt' bis zum Sommer zu befassen."
Weitere Informationen unter www.ideen-zuenden.de.
| Europa 2020 - neue Strategie
| Als einen wichtigen Beitrag für eine gemeinsame europäische Energiepolitik wertet Thomas Bareiß, Koordinator für Energiepolitik der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, die Wirtschafts- und Wachstumsstrategie "Europa 2020" der EU-Kommission. "Die Kommission gibt das Ziel vor, CO2-Ausstoß und Energieverbrauch innerhalb von zehn Jahren um je ein Fünftel zu senken und den Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtverbrauch auf 20 Prozent zu erhöhen." Europa müsse zum Vorbild für Energie- und Ressourceneffizienz werden, betont der Bundestagsabgeordnete. "Wirtschaftswachstum und sinkender Energieverbrauch sind kein Widerspruch. Vielmehr werden die europäischen Unternehmen zusätzlich an globaler Wettbewerbsfähigkeit gewinnen. Deutschland mit seinen ambitionierten Klima- und Energieeinsparzielen ist dafür bestes Beispiel. Fest steht aber auch, dass wirksamer Klimaschutz nur gemeinsam möglich ist." Bareiß stellte indirekt die deutsche Klimaschutzverpflichtung in Frage: "Die Diskrepanz zwischen dem deutschen Ziel einer CO2-Reduzierung um 40 Prozent bis 2020 und dem europäischen Ziel einer CO2-Reduzierung um 20 Prozent ist zu hoch. Europa muss an einem Strang ziehen und sich auf gemeinsame Ziele festlegen."
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ASUE News  | Zum Seitenanfang | Förder-Jo-Jo schadet Mini-KWK-Entwicklung
| (R)Evolution im Heizungskeller braucht verlässliche Grundlagen
"Der Zustand in den Heizungskellern ist alles andere als optimal." Andreas Prohl, Präsident der ASUE Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch e. V., sieht in der Wärmeversorgung von Wohnungen und Wohnhäusern erheblichen Modernisierungsbedarf. Allein in den nächsten Jahren müssten fast fünf von 17,8 Millionen Heizungen in Einfamilienhäusern durch moderne und vor allem effiziente Nachfolger ersetzt werden. Knapp 80 Prozent aller gegenwärtigen Heizungsanlagen entsprächen nicht mehr dem Stand der Technik. "Strom erzeugende Heizungen bieten eine hervorragende Chance, die anstehende Modernisierung des Heizungsbestands in Deutschland mit einer klimaverträglichen Wärme- und Stromversorgung zu koppeln", so Prohl im Rahmen des ASUE-Effizienzdialogs.
Die "(R)Evolution im Heizungskeller" stand im Vordergrund dieser Veranstaltung, zu der sich zahlreiche Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Kammern und Verbänden vor wenigen Tagen in Berlin zusammenfanden. Das Kleinkraftwerk im Keller bietet hervorragende Möglichkeiten, Brennstoffe effizient zu nutzen und einen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. In dieser Einschätzung waren sich die Teilnehmer des hochkarätig besetzten Podiums einig. Auch dass die Förderung dieser Technologie weitergeführt werden muss, um ihr zu einer größeren Marktverbreitung zu verhelfen, war weitgehend unstrittig. Schließlich arbeiten die Mini- und Mikro-Blockheizkraftwerke (BHKW) in den Heizungskellern nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), die politisch gewollt ihren Anteil an der Stromerzeugung bis 2020 auf 25 Prozent annähernd verdoppeln soll. "Wir müssen sehen, dass wir die edle Energie Strom überall dort erzeugen, wo Wärme benötigt wird", bekräftigte Wolfgang Müller, Regierungsdirektor im Bundesumweltministerium, den politischen Willen zum Ausbau der Mini- und Mikro-KWK-Technik. Bisher, so Müller weiter, werde die Abwärme der Stromerzeugung - das seien jährlich immerhin mehr als 1.000 Terrawattstunden - nur zu 15 Prozent genutzt. Ein Ziel des 100.000-Keller-Programms sei deshalb der Ersatz von alten Heizungskesseln durch Mini- und Mikro-BHKW.
Der Stopp des Mini-KWK-Förderprogramms wurde von allen Podiumsteilnehmern kritisch gesehen. Wie allerdings die Förderung wieder aufgenommen werden soll, dazu gab es Absichtserklärungen oder Forderungen von allen Podiumsteilnehmern, aber keine festen Zusagen von den Vertretern der an der Regierung beteiligten Parteien. "Trotz knapper Finanzmittel sind gerade bei neuen, innovativen Technologien in der Anfangsphase kontinuierliche Rahmenbedingungen nötig", erklärte Dr. Joachim Pfeiffer, wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und weckte so Hoffnungen auf eine Fortführung des Förderprogramms. Unsicherheit wirke sich fatal aus auf die weitere Entwicklung. SPD-MdB Dirk Becker wurde deutlicher: Das Mini-KWK-Programm müsse in voller Höhe weitergeführt werden. "Ohne Förderung wird es nämlich schiefgehen." Für Dr. Klaus-Robert Kabelitz von E.ON Ruhrgas ist entscheidend, dass mit KWK-Anlagen die Integration leitungsgebundener Energiesysteme zu einem intelligenten Energieverbund vorangetrieben wird. Deshalb und wegen demografischer Faktoren sowie knapper Budgets der Privaten müsse eine technologie- und energieträgeroffene Förderung vorerst beibehalten werden.
Thematisiert wurden im Verlauf des Effizienzdialogs auch die mit dieser Technologie verbundenen Möglichkeiten zur Stromnetzstabilisierung, die in der zentralen Steuerung von zahlreichen dezentralen Mini- oder Mikrokraftwerken liegen. Die gezielte Stromerzeugung der zu virtuellen Kraftwerken zusammengefassten dezentralen Einheiten, beispielsweise zu verbrauchsstarken oder erzeugungsschwachen Zeiten, könne das strapazierte Stromversorgungsnetz erheblich entlasten, erklärte Lichtblick-Vorstand Gero Lücking im Verlauf der Vorstellung des Schwarmstrom-Konzepts seines Unternehmens.
"Ohne finanzielle Anreize werden Nachfrage und Angebot zusammenbrechen und dieser Pfad der effizienten Energienutzung blockiert werden. Für die Entwicklung neuer Gerätelinien kann das das Aus bedeuten, denn der Markt ist auf verlässliche, konsistente Rahmenbedingungen angewiesen", erklärte Andreas Prohl abschließend. Nur mit dem entsprechenden politischen Rückenwind habe man "die Chance, eine Position aufzubauen. Wenn wir diesen Markt entwickelt haben, kann die Förderung selbstverständlich entfallen."
| Hochkarätig besetzte Runde: Im Verlauf des ASUE-Effizienzdialogs diskutierten auf dem Podium (von links nach rechts) Oliver Krischer (MdB, Die Grünen), Dorothee Menzner (MdB, Die Linke), Dirk Becker (MdB, SPD), Dr. Klaus-Robert Kabelitz von der E.ON Ruhrgas AG, Handelsblatt-Redakteur Klaus Stratmann als Moderator, ASUE-Präsident Andreas Prohl, Dr. Joachim Pfeiffer (MdB, CDU/CSU-Fraktion), Klaus Breil (MdB, FDP; verdeckt) und Gero Lücking (Lichtblick AG).
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Zahlen & Fakten  | Zum Seitenanfang | Gaspreise gesunken - Staatslasten gestiegen
| Seit 1998 hat sich der Steuer- und Abgabenanteil an der Erdgasrechnung der Endkunden fast verdoppelt. Nach Angaben des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) lag der Anteil im vergangenen Jahr bei rund 30 Prozent, etwa ein Prozentpunkt mehr als im Jahr zuvor. Der Anteil der Mehrwertsteuer am Brutto-Erdgaspreis beträgt aktuell 16 Prozent, Erdgassteuer schlägt mit neun Prozent zu Buche. Hinzu kommen die Konzessionsabgabe mit zwei Prozent und die anteilige Förderabgabe, die von zwei Prozent in 2008 auf drei Prozent in 2009 angestiegen ist. Allein im Jahr 2008 zahlten die Haushaltskunden laut BDEW rund 3,8 Milliarden Euro an Erdgassteuern und -abgaben in die öffentlichen Kassen. Seit 1998, dem Jahr vor der Einführung der Ökosteuer, sind die Staatseinnahmen aus Erdgasförderung und -absatz um fast 80 Prozent gestiegen.
Trotz höherer Staatslasten waren die Gaspreise im Januar 2010 laut Statistischem Bundesamt durchschnittlich um mehr als 20 Prozent niedriger als im Januar 2009. Die Gasversorger hätten im vergangenen Jahr aufgrund gesunkener Beschaffungskosten die Preise zum Teil mehrfach gesenkt, so der Branchenverband. Mittlerweile lägen die Gaspreise in Deutschland im Durchschnitt auf dem niedrigsten Stand seit der zweiten Jahreshälfte 2006.
| Singles verbrauchen mehr Strom
| Die wachsende Zahl Alleinlebender erhöht den Strombedarf der deutschen Haushalte: Deutsche Singles verbrauchen durchschnittlich 2.050 Kilowattstunden Strom im Jahr. Ziehen zwei Personen zusammen, sinkt ihr jährlicher Gesamtverbrauch um 660 Kilowattstunden. Das ermittelten der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und die HEA - Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung in einer aktuellen Erhebung. Im Jahr 2009 wohnten in rund 40 Millionen deutschen Haushalten 15,9 Millionen Alleinlebende. Zehn Jahr zuvor lag die entsprechende Anzahl noch bei 13,5 Millionen Singles. Ein Zwei-Personen-Haushalt verbraucht im Bundesdurchschnitt etwa 3.440, zwei Singles hingegen zusammen 4.100 Kilowattstunden Strom pro Jahr. Der Verbrauch pro Kopf nimmt demnach mit wachsender Haushaltsgröße stetig ab, erläutert der BDEW die Ergebnisse der statistischen Erhebungen. Eine Familie mit drei Personen verbraucht nach den Berechnungen der beiden Verbände im Mittel 4.050, ein Vier-Personen-Haushalt 4.940 Kilowattstunden Strom im Jahr.
Nach den Berechnungen der Branchenverbände gibt es bei den Durchschnittsverbräuchen erhebliche regionale Unterschiede. So verbrauchen zum Beispiel Haushalte im Osten Deutschlands im Schnitt rund 20 Prozent weniger Strom als Haushalte in den westlichen Bundesländern. Als Gründe nennt der BDEW durchschnittlich kleinere Wohnflächen und eine weniger umfangreiche Ausstattung mit elektrischen Geräten.
Der BDEW sieht in den ermittelten Zahlen Orientierungswerte, mit deren Hilfe sich Sparpotenziale beim eigenen Stromverbrauch identifizieren lassen. Dabei könnten Energieberatungsstellen helfen, die fast alle Energieunternehmen für ihre Kunden unterhielten. Die Angebote umfassten neben Tipps zur effizienten Energienutzung im Haushalt auch Förderprogramme beispielsweise zur Heizungs- und Wohnungsmodernisierung.
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