EnergieSzene



News und Trends aus der Energiewirtschaft  Mai 2009




Topthema

Fünf Sterne für den Erdgas-Passat
Als erstes Auto überhaupt erreichte der VW Passat 1.4 TSI EcoFuel beim anspruchsvollen Eco Test des ADAC fünf Sterne und erhielt deshalb den Sonderpreis "Erdgas-Fahrzeug - Innovation und Evolution". Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee war eigens zur Preisverleihung gekommen, um die Festrede zu halten, die Laudatio übernahm der Formel-1-Experte Christian Danner.

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Bioerdgas

Erneuerbare Energie mit Erdgasqualität
Deutschland ist mit 3.900 kleinen Biogasanlagen bereits eine ausgesprochene Biogashochburg. Doch noch immer produzieren nur wenige Anlagen das veredelte Bioerdgas, das die gleiche Vielfalt der Nutzungs- und Anwendungsmöglichkeiten bietet wie herkömmliches Erdgas und zudem in das Erdgasnetz eingespeist werden kann.

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EnergieSzene Blog

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Aus dem Inhalt
Energieeffizienz
Hausgeräte verbrauchen weniger
IEU News
Bioerdgas - erneuerbare Energie mit Erdgasqualität
EnergieSzene Berlin
Biomasse muss effizient genutzt werden
EnergieSzene Brüssel
Umstrittene Verbrauchskennzeichnung
ASUE News
Sparspaß mit Fahrspaß
Netzausbau
Gesetz stößt auf breite Zustimmung
Windenergie
Grünes Licht für weltgrößten Windpark


Vorwort

Liebe Leser,

fast ein Drittel des deutschen Endenergieverbrauchs geht auf das Konto des Verkehrssektors. Er ist auch für ein Viertel der CO2-Emissionen der EU verantwortlich, und laut Umweltbundesamt weist der Sektor Verkehr in Deutschland im Vergleich zu anderen Sektoren die klimapolitisch ungünstigste Entwicklung auf. Nicht gerade Fakten, die zuversichtlich stimmen hinsichtlich der weiteren Entwicklung im Bereich Klimaschutz. Andererseits sind die Einsparpotenziale oft dort besonders hoch, wo die aktuellen Werte für Energieverbrauch und Emissionen überdurchschnittlich sind. EU und Bund haben das erkannt und neue Anreize für die Entwicklung verbrauchsgünstigerer Autos gesetzt. Außerdem wird die Entwicklung alternativer Antriebe intensiver unterstützt als bisher. Grund genug für die EnergieSzene, in dieser Ausgabe einen Schwerpunkt beim Thema Energieeffizienz und Umweltschutz im Bereich der automobilen Mobilität zu setzen.Schön, dass der neue Erdgas-Passat dann auch noch zeigt, dass man sich das bessere Autofahrer-Gewissen nicht mit einem Verlust an Fahrspaß "erkaufen" muss.

Eine interessante Lektüre wünscht
Rolf Sweekhorst

 
 

Topthema

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Fünf Sterne für den Erdgas-Passat

Ulrich-Klaus Becker vom ADAC, ASUE-Präsident Andreas Prohl, Bundesminister Wolfgang Tiefensee, VW-Vorstand Dr. Ulrich Hackenberg und Christian Danner (v.l.n.r.) vor dem ausgezeichneten Erdgas-Passat





Der Erdgas-Passat ist das derzeit umweltverträglichste Auto seiner Klasse in Europa. Als erstes Auto überhaupt erreichte der VW Passat 1.4 TSI EcoFuel beim anspruchsvollen Eco Test des ADAC fünf Sterne. Ein Grund mehr für den Automobilclub und die Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch (ASUE), den Sonderpreis "Erdgas-Fahrzeug - Innovation und Evolution" an dieses Fahrzeug und seinen Hersteller zu vergeben. Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee war eigens zur Preisverleihung gekommen, um die Festrede zu halten, die Laudatio übernahm der Formel-1-Experte Christian Danner.

Der Passat 1.4 TSI EcoFuel weist besonders niedrige CO2-Emissionen und geringe Betriebskosten bei gleichzeitig hoher Motorleistung auf, begründen ADAC und ASUE ihre Entscheidung. Zudem sei das Auto in den Modellvarianten Limousine und Variant verfügbar und deshalb sowohl als Familien- wie auch als Flottenfahrzeug einsetzbar. "Ich bin froh, dass ASUE und ADAC diejenigen auszeichnen, die die Benchmarks setzen", begrüßte Bundesminister Tiefensee die Verleihung des Preises an Volkswagen.

Mitentscheidend für die Auszeichnung waren eine vom TÜV Nord zertifizierte Umweltbilanz und die Ergebnisse einer Studie, in der Professor Hurtado von der TU Dresden und Professor Harndorf von der Universität Rostock im Auftrag der ASUE eine Bewertung von ergasbetriebenen Fahrzeugen am Beispiel des VW Passat TSI EcoFuel vorgenommen haben. Danach handelt es sich bei diesem Fahrzeug um das weltweit erste Erdgas-Modell, in dem sowohl ein Kompressor als auch ein Abgasturbolader zur Aufladung eingesetzt werden. Dank dieser Kombination erreicht der Passat nicht nur eine Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h, mit seinem zwischen 1.500 und 4.000 U/min wirksamen Drehmoment von 220 Nm beschleunigt er auch in 9,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Für den Verbrauch kommt die Studie auf Werte zwischen 4,4 und 4,6 Kilogramm Erdgas. Daraus ergibt sich im Erdgasbetrieb eine Reichweite von bis zu 480 Kilometer. Mit dem zusätzlichen Tank für den alternativ oder additiv nutzbaren Benzinbetrieb kommt man sogar auf eine Gesamtreichweite von 900 Kilometer.

Die Umweltbilanz des TÜV Nord gibt für die kombinierten CO2-Emissionen beim EcoFuel mit 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe einen Wert von 119 Gramm pro Kilometer an. Dies sei gleichbedeutend mit einer Einsparung von 33 Prozent gegenüber einem vergleichbaren Benzinmodell. Zudem sind beim Erdgas-Passat nach den Untersuchungsergebnissen des TÜV Nord auch die Umweltbelastungen durch Luftschadstoffe wie Kohlenmonoxid, Stickstoff und Kohlenwasserstoffe um rund 23 Prozent niedriger als bei der benzingetriebenen Alternative.

Zu ähnlich beeindruckenden Ergebnissen kommt der ADAC in seinem Eco Test. Danach erreichte der Erdgas-Passat als erstes Auto überhaupt in diesem Test fünf Sterne und konnte so den bisherigen Dauerspitzenreiter Toyota Prius 1.5 hinter sich lassen. Damit sei der Passat 1.4 TSI EcoFuel das derzeit umweltverträglichste Auto in Europa. Im Verbrauchstest kommen die Experten des Automobilverbandes auf 4,9 Kilogramm Erdgas pro 100 Kilometer und liegen damit leicht über den Werksangaben. Dafür liefere man aber auch praxisnahe Werte durch realitätsnähere Fahrzyklen. So werde beim ADAC-Test im Gegensatz zum gesetzlichen Prüfverfahren auch der Betrieb der Klimaanlage sowie der Einsatz auf der Autobahn berücksichtigt. Den gemessenen Wert beim CO2-Ausstoß - 134 Gramm - qualifiziert der Automobilverband als eines der bisher besten Ergebnisse. Noch besser seien allerdings die Messergebnisse bei anderen Schadstoffen. Durch die saubere Verbrennung von Erdgas habe der Passat hier als bisher einziges Auto die volle Punktzahl erreicht. "Erdgas-Mobilität ist dem ADAC ein Anliegen", betonte Ulrich-Klaus Becker, Vizepräsident für Verkehr beim ADAC in Berlin. Bestätigt werde diese positive Einschätzung auch durch praktische Erfahrungen: Die in der Pannenhilfe seit vielen Jahren eingesetzten Erdgasfahrzeuge seien absolut zuverlässig und überzeugten durch ihr hohes Maß an Wirtschaftlichkeit.

Der Eco Test bescheinigt dem Erdgas-Passat zudem äußerst niedrige Betriebskosten. Die ergäben sich hauptsächlich aus den geringeren Aufwendungen für den Kraftstoff, die für ein "so großes Auto ausgesprochen niedrig" seien. Allerdings solle man darauf achten, möglichst immer im Erdgasbetrieb zu fahren. Das Umschalten von der einen zur anderen Antriebsart sei zwar problemlos möglich und im Benzinbetrieb seien die Verbrauchswerte ebenfalls vergleichsweise günstig, doch der höhere Kaufpreis amortisiere sich wesentlich schneller durch häufiges Fahren im Erdgasbetrieb. Das, so der ADAC, sei aber auch problemlos möglich bei Reichweiten zwischen 400 und 500 Kilometern mit einer Füllung der knapp 20 Kilogramm fassenden Gastanks unter dem Kofferraum der Limousine beziehungsweise der Ladefläche beim Variant.

Das deutsche Erdgastankstellennetz ist inzwischen auf bundesweit rund 840 Tankstellen angewachsen. Damit rangiert Deutschland europaweit auf Platz eins. Timm Kehler, Geschäftsführer von erdgas mobil, versichert, dass der Ausbau kontinuierlich durch die Gaswirtschaft vorangetrieben wird. Bis Ende 2010 sollen rund 150 zusätzliche Tankmöglichkeiten insbesondere entlang der Autobahnen die Fahrt mit dem Erdgasauto auch über sehr weite Strecken ohne vorherige Planung der Tankstopps ermöglichen.

Die Gastanks des Passat 1.4 TSI EcoFuel befinden sich unter dem hinteren Wagenboden. Der Laderaum bleibt so uneingeschränkt erhalten. 

 

 

 

 
Energieeffizienz

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Haushaltsgeräte verbrauchen weniger

Durch die Weiterentwicklung von Energienormen konnte in den vergangenen zehn Jahren der Energieverbrauch allein bei Hausgeräten um 30 Prozent gesenkt werden. Laut der Deutschen Kommission Elektrotechnik (DKE) im DIN und VDE entspricht diese jährliche Energieeinsparung in Europa der Jahresleistung eines größeren Kernkraftwerks. Anlässlich der Tagung "Normung und Handwerk - Mit Energie zu mehr Effizienz" betonte Bernhard Thies, Sprecher der Geschäftsführung der VDE/DKE, das Thema Energieeffizienz sei nicht mit Energiesparen gleichzusetzen. "Verbrauch und Performance müssen aufeinander abgestimmt sein." Es gelte, einzelne Komponenten zu optimieren, aber vor allem auch Gesamtsysteme. Durch intelligente Steuerung ließen sich Verbrauchsreduzierungen von bis zu 50 Prozent erzielen. Thies zufolge kommt kein Energiebereich ohne Normung aus, ob Photovoltaik oder Windenergie, Smart Metering, Smart Grid, Smart Home oder die Einbindung von Elektrofahrzeugen als Stromspeicher. Die Marktchancen für innovative Lösungen für Energieeffizienz aus Deutschland stehen nach Einschätzung des VDE/DKE gut. Deutsche Normungsexperten seien in internationalen Strategiegruppen zum Thema "Energieeffizienz" und "Neue Energien/Umwelt" federführend.
 

 
Energieforschung

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Bund fördert elektrische Antriebe

Mit elektrischen Fahrzeugantrieben lassen sich verkehrsbedingte CO2- und Schadstoffemissionen senken - vorausgesetzt der Strom kommt aus erneuerbaren Energiequellen. Laut Bundesumweltministerium (BMU) hat sich die Bundesregierung zum Ziel gesetzt, Deutschland zum Leitmarkt für Elektromobilität zu entwickeln. Bis zum Jahr 2020 sollen eine Million Fahrzeuge mit Elektroantrieb auf die Straße kommen. Dafür stehen im Rahmen des Konjunkturpakets II insgesamt 500 Millionen Euro zur Verfügung. In einer unlängst veröffentlichten Förderbekanntmachung des BMU heißt es, dass vor allem die Weiterentwicklung und Erprobung von Plug-in-Hybrid- und reinen Elektroantrieben, Verfahren zum gesteuerten Laden und Entladen sowie die Forschung und Entwicklung im Recycling von Antriebsbatterien vom Bund finanziell unterstützt werden sollen. Darüber hinaus fördert das Ministerium die Vernetzung von Elektrofahrzeugen und Energiesystemen mittels Informations- und Kommunikationstechnologie in sogenannten E-Energy-Modellregionen sowie den Kauf von Diesel-Hybrid-Bussen durch Kommunen. Die Elektromobilität bietet aus Sicht des BMU gerade für die deutsche Automobil- und Zulieferindustrie große Chancen, da in den wichtigen Märkten weltweit eine zunehmende Verschärfung der CO2- und Abgas-Gesetzgebung zu beobachten sei.

 
Studie

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Energie aus Wind kann Energiebedarf aller Autos decken

Die Windenergie könnte im Jahr 2020 den Energiebedarf aller Autos in Deutschland decken. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des VDE. Der Alltags-Mobilitätsbedarf könnte rein elektrisch mit sogenannten Plug-in-Hybridfahrzeugen - das sind Hybridfahrzeuge, deren Batterie sowohl aus dem Netz als auch vom Verbrennungsmotor aufgeladen werden kann - erbracht werden. Große stationäre Wasserstoffspeicher in Küstennähe könnten außerdem Energie aus Offshore-Windparks aufnehmen. Der Wasserstoff ließe sich nach Bedarf wieder verstromen oder aber in Hybridfahrzeugen für mehr Reichweite einsetzen. "Elektrofahrzeuge können zum Lastmanagement beitragen und so den Ausbau erneuerbarer Energien unterstützen", meint Jochen Kreusel, Vorsitzender der Energietechnischen Gesellschaft im VDE. "Ziel der Bundesregierung ist es, den Anteil der regenerativen Energien massiv zu steigern. Allerdings stellt immer mehr Strom aus regenerativen Energien mit einer stark schwankenden Erzeugung die Stabilität der Versorgung vor große Herausforderungen. Die vorhandene Infrastruktur ist heute nicht für so große Mengen unregelmäßig einspeisender Energie ausgelegt."

Für eine Markteinführung kommen nach Ansicht der VDE-Experten zunächst Plug-in-Hybridfahrzeuge mit Lithium-Ionen-Batterie und Verbrennungsmotor in Frage. Langfristig favorisiert der VDE jedoch das Brennstoffzellen-Hybridfahrzeug - eine Kombination von Batterie, Wasserstoff-Brennstoffzelle und Elektromotor -, weil diese Variante effizienter fährt sowie an jeder Steckdose aufzuladen ist und die Reichweite umweltfreundlich vergrößert. Um eine flächendeckende Infrastruktur für die Betankung von Brennstoffzellen-Hybridfahrzeugen zu schaffen, bedarf es nach Ansicht des VDE einer konzertierten Aktion von Energie- und Kraftstoffversorgern, Fahrzeugindustrie und öffentlicher Hand.

 
IEU News

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Bioerdgas - erneuerbare Energie mit Erdgasqualität

Deutschland ist mit 3.900 kleinen Biogasanlagen bereits eine ausgesprochene Biogashochburg. Doch noch immer produzieren nur wenige Anlagen das veredelte Bioerdgas, das die gleiche Vielfalt der Nutzungs- und Anwendungsmöglichkeiten bietet wie herkömmliches Erdgas und zudem in das Erdgasnetz eingespeist werden kann. Auf diese Weise kann Bioerdgas als erneuerbare Energie im Wärmemarkt in bestehenden hocheffizienten Gasbrennwertkesseln, in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen zur Strom- und Wärmeversorgung oder im Verkehrssektor als Kraftstoff in Erdgasfahrzeugen flexibel und effizient genutzt werden.

 "Das klimaschonende Bioerdgas ist insbesondere für den Wärmemarkt von wachsendem Interesse", so Bernhard Funk, Sprecher der Initiative Erdgas pro Umwelt (IEU). "Ein moderner Erdgasbrennwertkessel nutzt die Wärme aus dem Abgas, über den Bioerdgas-Anteil im Erdgas stammt ein Teil der Energie aus nachwachsenden Rohstoffen, und außerdem lässt sich die Anlage ideal mit der Gewinnung von Solarwärme kombinieren." Die IEU fordert den Bund daher auf, Bioerdgas noch stärker als regenerative Energie anzuerkennen und in Verordnungen und Förderprogrammen zu verankern. "Es zeigt sich wieder einmal der besondere Vorteil des Energieträgers Erdgas: Als Bioerdgas ist Erdgas selbst eine erneuerbare Energie", so Funk.

Bei der Produktion von Bioerdgas können beispielsweise Silagen aus Mais, Gras und Zuckerrüben eingesetzt werden. Die eigens zu diesem Zweck angebauten Pflanzen gelten als nachwachsende Rohstoffe und werden in der näheren Umgebung der jeweiligen Anlage, meist in einem Gebiet mit einem Radius von rund 15 Kilometer, geerntet. Für die beteiligten Landwirte ergibt sich daraus eine zusätzliche Einkommensquelle mit einem langjährig kalkulierbaren Absatzweg. Letztlich sichern Bioerdgas-Anlagen langfristig die Wertschöpfung im ländlichen Raum. Die europaweit größte Anlage zur Herstellung von Bioerdgas wurde im Juli 2008 im oberpfälzischen Schwandorf in Betrieb genommen. Weitere Anlagen sind in der Planung oder bereits im Bau.

Unabhängig davon, ob durch Fermentationsprozesse oder über die bisher noch fast ungenutzten Potenziale der Holzvergasung gewonnen, wird Bioerdgas eine wichtige Rolle für die Zukunft der deutschen Gasindustrie spielen. Neben dem Einsatz in der Wärme- und Stromproduktion wird Bioerdgas zukünftig auch für den Kraftstoffsektor interessant: Allein durch Beimischung von 20 Prozent Bioerdgas zum Erdgas kann die gleiche CO2-Reduktion erreicht werden wie durch den 100-prozentigen Einsatz von Bioethanol.
 
Die industrielle Erzeugung von Biogas ist wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll. Nach einer Studie des Wuppertal Instituts könnte Bioerdgas bis 2030 einen Anteil von etwa zehn Prozent des derzeitigen Erdgasverbrauchs abdecken. Das entspricht der Versorgung von fünf Millionen Haushalten. Der Sachverständigenrat für Umweltfragen beim Bundesumweltministerium hat 2007 in einem Gutachten das Potenzial für Bioenergien aus nachwachsenden Rohstoffen bewertet. Danach können drei bis vier Millionen Hektar Ackerland in Deutschland für die Erzeugung von Pflanzen für die Bio- und Bioerdgasherstellung eingesetzt werden, ohne die Nahrungs- und Futtermittelversorgung zu beeinträchtigen. 

 
EnergieSzene Berlin

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Begrenzte Ressource Biomasse muss möglichst effizient genutzt werden

Eine Stop-and-Go-Politik sei nicht gut für die Wirtschaft, aber es sei gut, "dass sich die Politik als lernfähig erweist", sagte Christian Hey, Generalsekretär des Sachverständigenrats für Umweltfragen, auf der Tagung "Perspektiven einer neuen Biokraftstoffstrategie" des Forums für Zukunftsenergien in Berlin mit Blick auf die Senkung der Quoten für die Beimischung von flüssigen Biokraftstoffen. Nicht nur die "Umwelt-Weisen" hätten mit ihrem Sondergutachten vor einer zu starken Fokussierung auf die Förderung von flüssigen Biokraftstoffen gewarnt. Jetzt stelle er ein Umkippen der Debatte hin zu einer nüchternen Einschätzung fest. Hey betonte, dass Biomasse eine begrenzte Ressource sei, die möglichst effizient genutzt werden müsse. "Sektorale, verwendungsbezogene Förderstrategien sind verfehlt." Dem Markt solle überlassen werden, wo Biomasse am besten eingesetzt werden könne. Priorität hätten dabei der Wärmesektor und die Kraft-Wärme-Kopplung. Hey nannte das Argument Versorgungssicherheit einen "Mythos". Wenn das Öl teurer werde, würden auch Biokraftstoffe wegen der Verkoppelung der Energie- und Agrarmärkte teurer. Und Nachhaltigkeit lasse sich nur in enger Kooperation mit großen Exportländern erreichen. "Wir brauchen eine globale Lösung. Das ist ein langer und schwieriger Weg."


Boom für Umwelttechnologien

Bei den Umwelttechnologien ist ein Boom zu erwarten. Das Beratungsunternehmen Roland Berger hat im Auftrag des Bundesumweltministeriums den Öko-Atlas für Deutschland aktualisiert. Danach erwirtschafteten Umwelttechnologien im Jahr 2007 rund acht Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts, bis 2020 wird sich dieser Anteil auf 14 Prozent erhöhen. Weltweit wird sich der Umsatz der Umweltindustrien bis zum Jahr 2020 mehr als verdoppeln, und zwar auf 3.200 Milliarden Euro. In der ersten Auflage vor zwei Jahren war man noch von 2.200 Milliarden Euro ausgegangen. "Klimaschutz, Energie- und Rohstoffeffizienz sind Impulse und Chancen in der Krise", so Bundesumweltminister Sigmar Gabriel. Der GreenTech-Atlas 2.0 basiert auf der Befragung von rund 1.300 Umwelttechnikunternehmen und 200 Forschungseinrichtungen. Dabei stehen sechs Leitmärkte der Zukunft im Fokus: Umweltfreundliche Energieerzeugung, Energieeffizienz, Rohstoff- und Materialeffizienz, Kreislaufwirtschaft, nachhaltige Wasserwirtschaft und nachhaltige Mobilität. "Das Zusammenspiel von Umwelt und Wirtschaft und Arbeit hat eine neue Qualität erreicht", so Gabriel. "Die Branche modernisiert die deutsche Wirtschaft und wächst insgesamt sogar noch schneller, als wir vor zwei Jahren in der ersten Auflage des Atlas erwartet haben. Das ist ein Lichtblick gerade in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten."


EnergieEffizienz Tour 2009 gestartet

Mit einem multimedialen Erlebnispavillon unter dem Motto "Mit Energie sinnvoll wirtschaften" macht das Bundeswirtschaftsministerium von Mai bis Juli 2009 Bürgerinnen und Bürger auf das Thema Energieeffizienz aufmerksam. Vertreter des Ministeriums sind in dieser Zeit gemeinsam mit Vertretern des Verbraucherzentrale Bundesverbandes und der Deutschen Energie-Agentur in München, Leipzig, Berlin, Hamburg und Frankfurt am Main unterwegs. Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg: "Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist es wichtig, sich mit Energieeffizienz zu beschäftigen. Deshalb haben wir in den Konjunkturpaketen der Bundesregierung einen Schwerpunkt auf diesen Bereich gelegt. Mit unserer Tour wollen wir das Gespür dafür wecken, dass jeder und jede Einzelne gefragt ist, wenn es um den effizienten und verantwortungsbewussten Umgang mit Energie und Ressourcen geht."

 

 

 
EnergieSzene Brüssel

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Umstrittene Verbrauchskennzeichnung

Das EU-Parlament hat verschärfte Anforderungen an die Effizienz von Waschmaschinen sowie Kühl- und Gefriergeräten auf den Weg gebracht.  Danach werden in der ersten Stufe ab Juli 2010 Geräte mit einer Effizienzklasse schlechter als A von der Vermarktung ausgeschlossen. Der Vorschlag der EU-Kommission zur Effizienzkennzeichnung von TV-Geräten hat die parlamentarische Hürde hingegen nicht geschafft. Staatssekretär Homann vom Bundeswirtschaftsministerium bedauert die Ablehnung, "da es gerade dort sehr große Energieeinsparpotenziale gibt, zu deren Aktivierung das Kennzeichnungssystem eine wichtige Hilfe gewesen wäre". Das EU-Parlament strebt ein Kennzeichnungssystem an, das in seinen Stufen unverändert bleibt, aber regelmäßig neu bewertet wird. Darin sehen die Kommission und die Mehrheit der Mitgliedstaaten erhebliche Nachteile. Sie hatten ein System vorgeschlagen, das bei Effizienzfortschritten neue Klassen hinzufügt. Nur damit, so die Bewertung des Bundeswirtschaftsministeriums, ließen sich zuverlässig Verbraucherirritationen verhindern und Effizienzfortschritte dauerhaft darstellen. Das vom Parlament geforderte Modell führe dazu, dass in Umstellungsphasen Geräte mit alten und neuen Kennzeichen nebeneinander zum Kauf angeboten würden.

 
ASUE News

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Sparspaß mit Fahrspaß

Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (l.), Formel-1-Experte Christian Danner (r.), ASUE-Präsident Andreas Prohl (m.) und Ulrich-Klaus Becker (2. v. r.) vom ADAC sind sich einig: Der Passat 1.4 TSI EcoFuel hat den Sonderpreis "Erdgas Fahrzeug - Innovation und Evolution" verdient (s. Topthema). Volkswagen Markenvorstand Dr. Ulrich Hackenberg (2. v. l.) nahm Ende April in Berlin die Auszeichnung entgegen und sieht darin eine Bestätigung für die intensive Arbeit seines Unternehmens an alternativen Antriebskonzepten. An dieser Stelle einige interessante Statements. 

Andreas Prohl:
"30 Prozent des deutschen Endenergieverbrauchs gehen auf das Konto Verkehr. Wir dürfen nicht einfach mit den bisherigen Modellen weitermachen."














Wolfgang Tiefensee:
"Wir sind bei der steuerlichen Förderung von Erdgas im Kfz-Bereich noch nicht am Ende dessen, was möglich ist."







Christian Danner:
"Der Fahrspaß ist definitiv gewährleistet. Wenn man in die Breite will, muss es ein Auto sein, das für die Familie infrage kommt und es muss gleichzeitig ein Auto sein, das Spaß macht."














Dr. Ulrich Hackenberg:
"Der Passat TSI EcoFuel ist Sparspaß und Fahrspaß in Kombination. Wir werden in Zukunft all unsere Modelle, vom Passat bis hin zum neuen Kleinwagen, dem Up, mit Erdgasantrieb anbieten."

 
Netzausbau

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Gesetz stößt auf breite Zustimmung

Das Gesetz zur Beschleunigung des Ausbaus der Höchstspannungsnetze (EnLAG) hat den Bundestag passiert. Damit werden die Planungs- und Genehmigungsverfahren für 24 vordringliche Leitungsbauvorhaben im Höchstspannungsnetz (380 kV) beschleunigt. Im Rahmen von vier Pilotprojekten soll zudem die Erdverkabelung von 380-kV-Leitungen getestet werden. Auf 110-kV-Ebene werden Erdkabel nach Wirtschaftlichkeitskriterien gestattet. Außerdem werden Regelungen zur Verstärkung und Optimierung bestehender Leitungen sowie zum Einsatz neuer Technologien wie der Hochspannungs-Gleichstromübertragung (HGÜ) getroffen. Bundeswirtschaftsminister zu Guttenberg: "Wir sind uns der Belastungen bewusst, die sich aus dem Bau neuer Leitungen für die Betroffenen vor Ort ergeben. Möglicherweise können wir den Netzausbau durch Erdkabel konfliktfreier gestalten. Dabei dürfen wir jedoch die Wirtschaftlichkeit und Sicherheit der Stromversorgung nicht aus den Augen verlieren." Bundesumweltminister Gabriel begrüßt die Verabschiedung als wichtigen "Schritt für die überfällige Modernisierung des deutschen Elektrizitätsnetzes." Der Staat habe seine Hausaufgaben gemacht. "Jetzt sind die Unternehmen am Zug." Auch BDEW-Hauptgeschäftsführerin Hildegard Müller sieht im EnLAG einen Schritt in die richtige Richtung: "Verkürzte Genehmigungszeiten sind eine wichtige Voraussetzung, um die dringend notwendigen neuen Stromautobahnen realisieren zu können." 

 
Windenergie

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Grünes Licht für weltgrößten Windpark

Dong Energy, E.ON und Masdar haben vor wenigen Tagen angekündigt,  bis 2012 im Mündungsgebiet der Themse mit London Array den weltgrößten Offshore-Windpark zu bauen. In der ersten Stufe sollen 2,2 Milliarden Euro in die Errichtung von 175 Turbinen mit einer Gesamtleistung von 630 Megawatt investiert werden. Mit den Arbeiten an Land soll noch in diesem Jahr begonnen werden, Offshore soll es dann Anfang 2011 weitergehen. Nach Fertigstellung der zweiten Stufe wird die Gesamtkapazität von London Array 1.000 Megawatt betragen.

Premierminister Gordon Brown gratulierte den beteiligten Unternehmen und zeigte sich angesichts der nun endgültigen Entscheidung für diesen riesigen Offshore-Windpark hocherfreut: "London Array ist ein Flaggschiff-Projekt im Rahmen unserer Bestrebungen, die Emissionen bis 2050 um 80 Prozent zu senken."

 
Zahlen & Fakten

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Energieverbrauch sinkt deutlich

Der Konjunkturverlauf hat deutliche Auswirkungen auf den Energieverbrauch in Deutschland. Nach aktuellen Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) sank der Primärenergieverbrauch in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres im Vergleich zum ersten Quartal des vergangenen Jahres um vier Prozent auf 131,5 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten. Ohne die deutlich niedrigeren Temperaturen wäre der Rückgang nach Einschätzung der Arbeitsgemeinschaft noch stärker gewesen. Besonders betroffen vom Verbrauchsrückgang waren die Energieträger Steinkohle, Kernenergie und Erdgas.

Beim Mineralölverbrauch ist ein Plus von knapp zwei Prozent zu verzeichnen. Diese Entwicklung ist insbesondere auf die um fast 50 Prozent gestiegene Nachfrage nach leichtem Heizöl zurückzuführen. Für die übrigen Mineralölprodukte wurden dagegen Rückgänge registriert. Der Erdgasverbrauch ging trotz der witterungsbedingten Zunahme in privaten Haushalten um rund sieben Prozent zurück. Als wesentlichen Grund gibt die AGEB die stark verminderter Nachfrage aus der Industrie an. Der Verbrauch an Steinkohle ging um mehr als 20 Prozent zurück. Diese Entwicklung spiegele den drastisch verminderten Bedarf der Eisen- und Stahlindustrie wider. Allerdings seien auch in den Kraftwerken rund 17 Prozent weniger Steinkohle zur Stromerzeugung eingesetzt worden als in den ersten drei Monaten des Vorjahres. Der Braunkohlenverbrauch erhöhte sich dagegen um etwas mehr als drei Prozent. Dieses Plus resultiert nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft insbesondere aus einer erhöhten Kraftwerksverfügbarkeit. Die Stromerzeugung aus Kernkraftwerken verminderte sich dagegen um über sieben Prozent. Laut AGEB leisteten die erneuerbaren Energien im ersten Quartal 2009 einen insgesamt stabilen Beitrag zur Energiebilanz des ersten Quartals, allerdings mit starken Schwankungen in den einzelnen Bereichen. Nach den Berechnungen erreichte die Stromerzeugung aus Windkraftanlagen mit einem Minus von 36 Prozent bei weitem nicht die überdurchschnittlichen Ergebnisse des Vorjahres. Zudem wurden 21 Prozent weniger Wasserkraftstrom ins Versorgungsnetz eingespeist. Diese Rückgänge wurden durch Zuwächse bei der Biomasse und den Biokraftstoffen ausgeglichen. 

 
Kopf des Monats

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Wulf H. Bernotat

"Wir brauchen ein stimmiges Energiekonzept ... und wir brauchen eine neue Art der Diskussion, ohne jeden ideologischen oder politischen Vorbehalt. Weil beides fehlt, gibt es ein ständiges Hin und Her in der Energiepolitik, unter dem vor allem die energieerzeugende Industrie leidet."

Im Interview mit der Wirtschaftswoche beklagt Wulf H. Bernotat, dass in der energiepolitischen Diskussion die Themen fast mit den Jahreszeiten wechseln. Mal treibe die Gaskrise die Ängste um die Versorgungssicherheit, mal verdränge der Klimaschutz alles, und dann diskutiere man nur noch über Energiepreise. Bernotat wörtlich: "Wir müssen in der Energiepolitik raus aus den Schützengräben."

Wulf H. Bernotat ist seit sechs Jahren Vorsitzender des Vorstandes der E.ON AG. Zuvor war der promovierte Jurist bei Shell, Veba Oel und Stinnes tätig. Vor wenigen Tagen kündigte Bernotat an, seine Tätigkeit bei der E.ON AG mit dem Auslaufen seines Vertrages im Mai 2010 beenden zu wollen.

 
Literaturtipp

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Jürgen Habermas: Ach, Europa

Europa bleibt, nicht nur für die Energiepolitik, der wesentliche Bezugsrahmen. Das haben Entscheidungen wie die jüngste zur Energiepartnerschaft mit den EU-Anrainern im Kaukasus sehr deutlich in Erinnerung gerufen. Daher gehört es auf die Agenda der Energiepolitik, sich zu diesem Europa immer wieder auch grundsätzliche Einwände anzuhören. Jürgen Habermas entwickelt in einer Rede, die er aus Anlass einer Diskussion mit Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hielt, politische Alternativen für den Kontinent. Er plädiert für eine Politik der abgestuften Integration und für eine "bipolare Gemeinsamkeit" des "alten Europa" mit den USA.




191 Seiten
Frankfurt am Main 2008
ISBN: 978-3518125519
9,- Euro

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