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News und Trends aus der Energiewirtschaft
| Â Mai 2009 |
|  | Topthema  | Zum Seitenanfang | Fünf Sterne für den Erdgas-Passat
| Ulrich-Klaus Becker vom ADAC, ASUE-Präsident Andreas Prohl, Bundesminister Wolfgang Tiefensee, VW-Vorstand Dr. Ulrich Hackenberg und Christian Danner (v.l.n.r.) vor dem ausgezeichneten Erdgas-Passat
Der Erdgas-Passat ist das derzeit umweltverträglichste Auto seiner Klasse in Europa. Als erstes Auto überhaupt erreichte der VW Passat 1.4 TSI EcoFuel beim anspruchsvollen Eco Test des ADAC fünf Sterne. Ein Grund mehr für den Automobilclub und die Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch (ASUE), den Sonderpreis "Erdgas-Fahrzeug - Innovation und Evolution" an dieses Fahrzeug und seinen Hersteller zu vergeben. Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee war eigens zur Preisverleihung gekommen, um die Festrede zu halten, die Laudatio übernahm der Formel-1-Experte Christian Danner.
Der Passat 1.4 TSI EcoFuel weist besonders niedrige CO2-Emissionen und geringe Betriebskosten bei gleichzeitig hoher Motorleistung auf, begründen ADAC und ASUE ihre Entscheidung. Zudem sei das Auto in den Modellvarianten Limousine und Variant verfügbar und deshalb sowohl als Familien- wie auch als Flottenfahrzeug einsetzbar. "Ich bin froh, dass ASUE und ADAC diejenigen auszeichnen, die die Benchmarks setzen", begrüßte Bundesminister Tiefensee die Verleihung des Preises an Volkswagen.
Mitentscheidend für die Auszeichnung waren eine vom TÜV Nord zertifizierte Umweltbilanz und die Ergebnisse einer Studie, in der Professor Hurtado von der TU Dresden und Professor Harndorf von der Universität Rostock im Auftrag der ASUE eine Bewertung von ergasbetriebenen Fahrzeugen am Beispiel des VW Passat TSI EcoFuel vorgenommen haben. Danach handelt es sich bei diesem Fahrzeug um das weltweit erste Erdgas-Modell, in dem sowohl ein Kompressor als auch ein Abgasturbolader zur Aufladung eingesetzt werden. Dank dieser Kombination erreicht der Passat nicht nur eine Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h, mit seinem zwischen 1.500 und 4.000 U/min wirksamen Drehmoment von 220 Nm beschleunigt er auch in 9,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Für den Verbrauch kommt die Studie auf Werte zwischen 4,4 und 4,6 Kilogramm Erdgas. Daraus ergibt sich im Erdgasbetrieb eine Reichweite von bis zu 480 Kilometer. Mit dem zusätzlichen Tank für den alternativ oder additiv nutzbaren Benzinbetrieb kommt man sogar auf eine Gesamtreichweite von 900 Kilometer.
Die Umweltbilanz des TÜV Nord gibt für die kombinierten CO2-Emissionen beim EcoFuel mit 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe einen Wert von 119 Gramm pro Kilometer an. Dies sei gleichbedeutend mit einer Einsparung von 33 Prozent gegenüber einem vergleichbaren Benzinmodell. Zudem sind beim Erdgas-Passat nach den Untersuchungsergebnissen des TÜV Nord auch die Umweltbelastungen durch Luftschadstoffe wie Kohlenmonoxid, Stickstoff und Kohlenwasserstoffe um rund 23 Prozent niedriger als bei der benzingetriebenen Alternative.
Zu ähnlich beeindruckenden Ergebnissen kommt der ADAC in seinem Eco Test. Danach erreichte der Erdgas-Passat als erstes Auto überhaupt in diesem Test fünf Sterne und konnte so den bisherigen Dauerspitzenreiter Toyota Prius 1.5 hinter sich lassen. Damit sei der Passat 1.4 TSI EcoFuel das derzeit umweltverträglichste Auto in Europa. Im Verbrauchstest kommen die Experten des Automobilverbandes auf 4,9 Kilogramm Erdgas pro 100 Kilometer und liegen damit leicht über den Werksangaben. Dafür liefere man aber auch praxisnahe Werte durch realitätsnähere Fahrzyklen. So werde beim ADAC-Test im Gegensatz zum gesetzlichen Prüfverfahren auch der Betrieb der Klimaanlage sowie der Einsatz auf der Autobahn berücksichtigt. Den gemessenen Wert beim CO2-Ausstoß - 134 Gramm - qualifiziert der Automobilverband als eines der bisher besten Ergebnisse. Noch besser seien allerdings die Messergebnisse bei anderen Schadstoffen. Durch die saubere Verbrennung von Erdgas habe der Passat hier als bisher einziges Auto die volle Punktzahl erreicht. "Erdgas-Mobilität ist dem ADAC ein Anliegen", betonte Ulrich-Klaus Becker, Vizepräsident für Verkehr beim ADAC in Berlin. Bestätigt werde diese positive Einschätzung auch durch praktische Erfahrungen: Die in der Pannenhilfe seit vielen Jahren eingesetzten Erdgasfahrzeuge seien absolut zuverlässig und überzeugten durch ihr hohes Maß an Wirtschaftlichkeit.
Der Eco Test bescheinigt dem Erdgas-Passat zudem äußerst niedrige Betriebskosten. Die ergäben sich hauptsächlich aus den geringeren Aufwendungen für den Kraftstoff, die für ein "so großes Auto ausgesprochen niedrig" seien. Allerdings solle man darauf achten, möglichst immer im Erdgasbetrieb zu fahren. Das Umschalten von der einen zur anderen Antriebsart sei zwar problemlos möglich und im Benzinbetrieb seien die Verbrauchswerte ebenfalls vergleichsweise günstig, doch der höhere Kaufpreis amortisiere sich wesentlich schneller durch häufiges Fahren im Erdgasbetrieb. Das, so der ADAC, sei aber auch problemlos möglich bei Reichweiten zwischen 400 und 500 Kilometern mit einer Füllung der knapp 20 Kilogramm fassenden Gastanks unter dem Kofferraum der Limousine beziehungsweise der Ladefläche beim Variant.
Das deutsche Erdgastankstellennetz ist inzwischen auf bundesweit rund 840 Tankstellen angewachsen. Damit rangiert Deutschland europaweit auf Platz eins. Timm Kehler, Geschäftsführer von erdgas mobil, versichert, dass der Ausbau kontinuierlich durch die Gaswirtschaft vorangetrieben wird. Bis Ende 2010 sollen rund 150 zusätzliche Tankmöglichkeiten insbesondere entlang der Autobahnen die Fahrt mit dem Erdgasauto auch über sehr weite Strecken ohne vorherige Planung der Tankstopps ermöglichen.
| Die Gastanks des Passat 1.4 TSI EcoFuel befinden sich unter dem hinteren Wagenboden. Der Laderaum bleibt so uneingeschränkt erhalten.Â
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IEU News  | Zum Seitenanfang | Bioerdgas - erneuerbare Energie mit Erdgasqualität
| Deutschland ist mit 3.900 kleinen Biogasanlagen bereits eine ausgesprochene Biogashochburg. Doch noch immer produzieren nur wenige Anlagen das veredelte Bioerdgas, das die gleiche Vielfalt der Nutzungs- und Anwendungsmöglichkeiten bietet wie herkömmliches Erdgas und zudem in das Erdgasnetz eingespeist werden kann. Auf diese Weise kann Bioerdgas als erneuerbare Energie im Wärmemarkt in bestehenden hocheffizienten Gasbrennwertkesseln, in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen zur Strom- und Wärmeversorgung oder im Verkehrssektor als Kraftstoff in Erdgasfahrzeugen flexibel und effizient genutzt werden.
 "Das klimaschonende Bioerdgas ist insbesondere für den Wärmemarkt von wachsendem Interesse", so Bernhard Funk, Sprecher der Initiative Erdgas pro Umwelt (IEU). "Ein moderner Erdgasbrennwertkessel nutzt die Wärme aus dem Abgas, über den Bioerdgas-Anteil im Erdgas stammt ein Teil der Energie aus nachwachsenden Rohstoffen, und außerdem lässt sich die Anlage ideal mit der Gewinnung von Solarwärme kombinieren." Die IEU fordert den Bund daher auf, Bioerdgas noch stärker als regenerative Energie anzuerkennen und in Verordnungen und Förderprogrammen zu verankern. "Es zeigt sich wieder einmal der besondere Vorteil des Energieträgers Erdgas: Als Bioerdgas ist Erdgas selbst eine erneuerbare Energie", so Funk.
Bei der Produktion von Bioerdgas können beispielsweise Silagen aus Mais, Gras und Zuckerrüben eingesetzt werden. Die eigens zu diesem Zweck angebauten Pflanzen gelten als nachwachsende Rohstoffe und werden in der näheren Umgebung der jeweiligen Anlage, meist in einem Gebiet mit einem Radius von rund 15 Kilometer, geerntet. Für die beteiligten Landwirte ergibt sich daraus eine zusätzliche Einkommensquelle mit einem langjährig kalkulierbaren Absatzweg. Letztlich sichern Bioerdgas-Anlagen langfristig die Wertschöpfung im ländlichen Raum. Die europaweit größte Anlage zur Herstellung von Bioerdgas wurde im Juli 2008 im oberpfälzischen Schwandorf in Betrieb genommen. Weitere Anlagen sind in der Planung oder bereits im Bau.
Unabhängig davon, ob durch Fermentationsprozesse oder über die bisher noch fast ungenutzten Potenziale der Holzvergasung gewonnen, wird Bioerdgas eine wichtige Rolle für die Zukunft der deutschen Gasindustrie spielen. Neben dem Einsatz in der Wärme- und Stromproduktion wird Bioerdgas zukünftig auch für den Kraftstoffsektor interessant: Allein durch Beimischung von 20 Prozent Bioerdgas zum Erdgas kann die gleiche CO2-Reduktion erreicht werden wie durch den 100-prozentigen Einsatz von Bioethanol.  Die industrielle Erzeugung von Biogas ist wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll. Nach einer Studie des Wuppertal Instituts könnte Bioerdgas bis 2030 einen Anteil von etwa zehn Prozent des derzeitigen Erdgasverbrauchs abdecken. Das entspricht der Versorgung von fünf Millionen Haushalten. Der Sachverständigenrat für Umweltfragen beim Bundesumweltministerium hat 2007 in einem Gutachten das Potenzial für Bioenergien aus nachwachsenden Rohstoffen bewertet. Danach können drei bis vier Millionen Hektar Ackerland in Deutschland für die Erzeugung von Pflanzen für die Bio- und Bioerdgasherstellung eingesetzt werden, ohne die Nahrungs- und Futtermittelversorgung zu beeinträchtigen.Â
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EnergieSzene Berlin  | Zum Seitenanfang | Begrenzte Ressource Biomasse muss möglichst effizient genutzt werden
| Eine Stop-and-Go-Politik sei nicht gut für die Wirtschaft, aber es sei gut, "dass sich die Politik als lernfähig erweist", sagte Christian Hey, Generalsekretär des Sachverständigenrats für Umweltfragen, auf der Tagung "Perspektiven einer neuen Biokraftstoffstrategie" des Forums für Zukunftsenergien in Berlin mit Blick auf die Senkung der Quoten für die Beimischung von flüssigen Biokraftstoffen. Nicht nur die "Umwelt-Weisen" hätten mit ihrem Sondergutachten vor einer zu starken Fokussierung auf die Förderung von flüssigen Biokraftstoffen gewarnt. Jetzt stelle er ein Umkippen der Debatte hin zu einer nüchternen Einschätzung fest. Hey betonte, dass Biomasse eine begrenzte Ressource sei, die möglichst effizient genutzt werden müsse. "Sektorale, verwendungsbezogene Förderstrategien sind verfehlt." Dem Markt solle überlassen werden, wo Biomasse am besten eingesetzt werden könne. Priorität hätten dabei der Wärmesektor und die Kraft-Wärme-Kopplung. Hey nannte das Argument Versorgungssicherheit einen "Mythos". Wenn das Öl teurer werde, würden auch Biokraftstoffe wegen der Verkoppelung der Energie- und Agrarmärkte teurer. Und Nachhaltigkeit lasse sich nur in enger Kooperation mit großen Exportländern erreichen. "Wir brauchen eine globale Lösung. Das ist ein langer und schwieriger Weg."
| Boom für Umwelttechnologien
| Bei den Umwelttechnologien ist ein Boom zu erwarten. Das Beratungsunternehmen Roland Berger hat im Auftrag des Bundesumweltministeriums den Öko-Atlas für Deutschland aktualisiert. Danach erwirtschafteten Umwelttechnologien im Jahr 2007 rund acht Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts, bis 2020 wird sich dieser Anteil auf 14 Prozent erhöhen. Weltweit wird sich der Umsatz der Umweltindustrien bis zum Jahr 2020 mehr als verdoppeln, und zwar auf 3.200 Milliarden Euro. In der ersten Auflage vor zwei Jahren war man noch von 2.200 Milliarden Euro ausgegangen. "Klimaschutz, Energie- und Rohstoffeffizienz sind Impulse und Chancen in der Krise", so Bundesumweltminister Sigmar Gabriel. Der GreenTech-Atlas 2.0 basiert auf der Befragung von rund 1.300 Umwelttechnikunternehmen und 200 Forschungseinrichtungen. Dabei stehen sechs Leitmärkte der Zukunft im Fokus: Umweltfreundliche Energieerzeugung, Energieeffizienz, Rohstoff- und Materialeffizienz, Kreislaufwirtschaft, nachhaltige Wasserwirtschaft und nachhaltige Mobilität. "Das Zusammenspiel von Umwelt und Wirtschaft und Arbeit hat eine neue Qualität erreicht", so Gabriel. "Die Branche modernisiert die deutsche Wirtschaft und wächst insgesamt sogar noch schneller, als wir vor zwei Jahren in der ersten Auflage des Atlas erwartet haben. Das ist ein Lichtblick gerade in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten."
| EnergieEffizienz Tour 2009 gestartet
| Mit einem multimedialen Erlebnispavillon unter dem Motto "Mit Energie sinnvoll wirtschaften" macht das Bundeswirtschaftsministerium von Mai bis Juli 2009 Bürgerinnen und Bürger auf das Thema Energieeffizienz aufmerksam. Vertreter des Ministeriums sind in dieser Zeit gemeinsam mit Vertretern des Verbraucherzentrale Bundesverbandes und der Deutschen Energie-Agentur in München, Leipzig, Berlin, Hamburg und Frankfurt am Main unterwegs. Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg: "Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist es wichtig, sich mit Energieeffizienz zu beschäftigen. Deshalb haben wir in den Konjunkturpaketen der Bundesregierung einen Schwerpunkt auf diesen Bereich gelegt. Mit unserer Tour wollen wir das Gespür dafür wecken, dass jeder und jede Einzelne gefragt ist, wenn es um den effizienten und verantwortungsbewussten Umgang mit Energie und Ressourcen geht." |  |  |  |
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