EnergieSzene



News und Trends aus der Energiewirtschaft  Oktober 2008




EnergieSzene Blog

Von hier aus kommen Sie mit einem Klick zum EnergieSzene Blog, der Sie mit kurzen Meldungen über das aktuelle Geschehen auf dem laufenden hält. 

 
Kopf des Monats

Tuomo Hatakka
Der Vorstandsvorsitzende der Vattenfall Europe AG spricht sich dezidiert für den Emissionshandel als wirksamens Instrument zur Kohlendioxid-Reduzierung aus.

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Literaturtipp

Der Kaukasus
Der Kaukasus besitzt eine herausragende strategische, sicherheitspolitische und energiepolitische Bedeutung für Europa. Mit seinen Länder-, Konflikt- und Kulturanalysen bietet dieses Buch einen umfassenden Einblick in diese "Krisenregion".

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Aus dem Inhalt
Topthema
"Chic, Chic, Chic!" - Die Strom erzeugende Heizung
Liberalisierung
Messwesen für Strom und Gas wird moderner
EnergieSzene Berlin
BNetzA zieht "gemischte Zwischenbilanz"
EnergieSzene Brüssel
Konzerne dürfen Netze behalten
Zahlen & Fakten
Energie-Importabhängigkeit in 2007 gesunken


Vorwort

Liebe Leser,

manchmal sind es die eher "kleinen" Meldungen, die erhöhte Aufmerksamkeit verdienen. Die Strom erzeugende Heizung beispielsweise könnte für eine Revolution im Heizungskeller sorgen. Bei den in dieser Ausgabe vorgestellten Beispielen geht es um die Weiterentwicklung der Brennstoffzelle zur Serienreife einerseits und um das 200 Jahre alte Prinzip des Sterling-Motors andererseits. Ein anderes Beispiel mit großem Potenzial ist das Smart Metering. Intelligente Zählertechnik bietet wirksame Anreize, den eigenen Stromverbrauch zu senken oder zumindest in verbrauchsarme Zeiten zu verlagern - wenn denn der Regulierer dazu beiträgt, dass sie flächendeckend und mit einheitlichen Standards eingeführt wird.

Eine interessante Lektüre wünscht
Rolf Sweekhorst 

 
 

Topthema

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"Chic, Chic, Chic!" - Die Strom erzeugende Heizung

In die Heizungskeller kommt Bewegung. Bundesbauminister Tiefensee hat das Projekt Callux gestartet. In einem groß angelegten Praxistest mit über 800 Brennstoffzellenheizgeräten in Kellern privater Ein- und Zweifamilienhäuser soll über einen Zeitraum von acht Jahren die Praxistauglichkeit der zukunftsträchtigen Technik getestet werden. "Ziel ist es, bis 2015 Brennstoffzellenheizgeräte an den Markt zu bringen, um eine wirkliche Alternative zu herkömmlichen Geräten zu schaffen. Die Brennstoffzellentechnik holt die hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplung in jedes Haus. Sie produziert Strom und nutzt die Abwärme als Nutzwärme. Das spart bis zu 30 Prozent Primärenergie", sagte Tiefensee. Als Brennstoff wird in dem Praxistest Erdgas verwendet, aus dem Wasserstoff gewonnen wird.

An dem Callux-Konsortium sind neben der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW) als Koordinator die Heizgerätehersteller Baxi Innotech, Hexis, Vaillant und Viessmann, die Energieversorger EnBW, E.ON, EWE, MVV und VNG sowie das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Stuttgart beteiligt. Von den Gesamtkosten, die mit insgesamt 86 Millionen Euro angegeben werden, übernimmt das Bundesbauministerium rund 40 Millionen Euro.

Fast ebenso alt wie die Erfindung des Brennstoffzellenprinzips ist die des Stirling-Motors. Doch anders als die Brennstoffzelle geht die Kraft-Wärme-Kopplungsanlage mit Stirling-Motor schon jetzt in die Serienproduktion, und zwar im spanischen Baskenland. "WhisperGen", die Strom erzeugende Heizung auf Erdgasbasis für Ein- und Zweifamilienhäuser, leistet thermisch 7,5 bis zwölf Kilowatt und elektrisch ein Kilowatt. Mit einem geräusch- und vibrationsarmen Stirling-Motor versehen, erreicht das Gerät von der Größe eines Kühlschranks eine rund zehnprozentige Primärenergieersparnis im Vergleich zur getrennten Erzeugung von Wärme auf Brennwertbasis sowie Strom und reduziert die CO2-Emissionen eines typischen Einfamilienhauses jährlich um eine Tonne.

Einer der Vertriebspartner in Deutschland - auch die MVV hat Interesse angemeldet - wird der Berliner Gasversorger Gasag. "Die Brennstoffzelle ist eine Technologie für morgen. Wir können jedoch nicht auf morgen warten", so Andreas Prohl, Vorstand für Vertrieb und Technik, mit Blick auf den bis 2015 angelegten Feldtest für Brennstoffzellen. In Berlin ist der Feldtest mit 22 der Mikro-KWK-Anlagen WhisperGen bereits erfolgreich absolviert, europaweit sind mehr als 400 dieser Anlagen im Einsatz.

Eine "leise Revolution" erwartet die Efficient Home Energy (EHE) vom WhisperGen. "Er wird herkömmliche Heizkessel langsam verdrängen." EHE ist ein Kooperationsprojekt der baskischen Mondragon Corporation Cooperativa, nach Umsatz berechnet siebtgrößtes Unternehmen Spaniens und schon heute wichtiger Zulieferer für die europäische Heizungsindustrie, und der neuseeländischen Whisper Tech Limited, die den vor rund 200 Jahren entwickelten Stirling-Motor für die Nutzung im Heizungskeller weiterentwickelt hat. Bis Ende 2012 sollen in einer ehemaligen Papierfabrik nahe Tolosa in der Nähe von San Sebastian bis zu 250 Arbeitsplätze in der Montage entstehen, ein Großteil der Komponenten wird von weiteren MCC-Standorten im Baskenland beigesteuert. 30.000 WhisperGens will EHE im kommenden Jahr produzieren und auf die europäischen Märkte bringen.

Der Neuseeländer Don Clucas begann seine Entwicklungsarbeiten am WhisperGen zunächst für den Einsatz auf Segelyachten. Schon bald richtete sich das Interesse auf die Erzeugung von Wärme und Strom für Gebäude. Doch Neuseeland ist dafür nicht das richtige Pflaster, zumal das Land nicht über eine Erdgasinfrastruktur verfügt. Deshalb jetzt der Schritt nach Europa. Auch für andere Länder wie China hält Clucas den WhisperGen für nutzbar. Und auf der Heimreise vom Baskenland nach Neuseeland wird er einen Zwischenstopp in Kanada einlegen, um dort das nordamerikanische Interesse für die unkonventionelle Technik auszuloten. So unkonventionell wie der WhisperGen ist auch die baskische Ministerin für Industrie, Handel und Tourismus, Ana Agirre. Bei der Feier zum Serienstart lobte sie das Projekt wegen der Vorteile für das Klima und die wirtschaftliche Entwicklung des Baskenlandes. Von ihrem schwarzen T-Shirt leuchtete den Zuhörern in roter Schrift entgegen: "Chic, Chic, Chic!" 

 
Liberalisierung

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Messwesen für Strom und Gas wird moderner

Mit der Öffnung des Messwesens im Strom- und Gasbereich für den Wettbewerb will das Bundeswirtschaftsministerium den Verbrauchern einen zusätzlichen Anreiz geben, die Möglichkeiten des Wettbewerbs und der Energieeinsparung zu nutzen. Ergänzend zum Gesetz zur Öffnung des Messwesens hat das Kabinett jetzt eine Verordnung verabschiedet, die in Kürze in Kraft treten soll. "Mit der Marktöffnung des Messwesens bei Strom und Gas setzt die Bundesregierung ein weiteres Signal für Wettbewerb in der leitungsgebundenen Energieversorgung", so Bundeswirtschaftsminister Michael Glos. "Durch den Wettbewerb erhalten die Verbraucher neue Möglichkeiten bei der Anbieterwahl. Sie bekommen damit auch einen besseren Zugang zu modernen Zählertechnologien. Wer dies will, kann sich künftig Messgeräte einbauen lassen, die ihm bessere Informationen als bisher über seinen aktuellen Energieverbrauch geben. Ich setze auf den mündigen und verantwortungsbewussten Verbraucher, der von solchen Angeboten auch wirklich Gebrauch macht."

In der Folge der Liberalisierung des Messwesens wird künftig jeder Stromverbraucher, egal ob Industrieunternehmen, Gewerbebetrieb oder Hauhaltskunde, die Möglichkeit haben, sich auch hinsichtlich der Messung der eigenen Verbrauchswerte gegen den angestammten örtlichen Netzbetreiber und für einen Dienstleistungsanbieter seiner Wahl zu entscheiden. Spätestens ab 2010 müssen Zähler angeboten werden, die mehr können als die sattsam bekannte "Drehscheibe" mit dem angekoppelten Zählwerk. Eine der wichtigsten zusätzlichen Funktionen ist die Messung und Übermittlung aktueller Informationen zu den Verbrauchswerten und deren vergleichende Darstellung (Smart Metering). Damit soll der Kunde beispielsweise in die Lage versetzt werden, die "Energiefresser" in seinem Haushalt zu identifizieren, um sie sparsamer einzusetzen oder um deren Verbrauch in tarifgünstigere Zeiten zu verlagern.

Die schnelle, systematische und großflächige Installation einer neuen Zählerinfrastruktur ist nach Ansicht von Professor Reinhard Madlener, der an der RWTH Aachen das Institute for Future Energy Consumer Needs and Behavior des E.ON Energy Research Centers leitet, unverzichtbar, um privaten Haushalten genügend Anreize zu bieten für die Nutzung vorhandener Energiesparpotenziale. Madlener und seine Mitarbeiter haben in den letzten Monaten untersucht, welche Rolle Smart Metering in den Planungen der Unternehmen spielt und welche Ziele damit verfolgt werden. Sein Schluss aus den Ergebnissen der Studie: Wenn die deutsche Regulierungsbehörde den Einsatz von Smart Metering weiter vorantreiben will, sollte sie allgemeingültige technische Mindestanforderungen wie zum Beispiel einheitliche Standards für die Datenübertragung und Datenprotokolle entwickeln und gleichzeitig großflächige Roll-outs fördern, wie das in anderen europäischen Ländern längst geschehen ist.

EnBW bietet Smart Metering flächendeckend an

Werden bisher in Deutschland, wenn überhaupt, fast ausschließlich Pilotstudien zu den technischen, finanziellen und Energie sparenden Aspekten dieser neuen Technologie durchgeführt, so geht der baden-württembergische Energiekonzern Energie Baden Württemberg (EnBW) nun einen Schritt weiter. Ab sofort bietet das Unternehmen seinen Privatkunden, die in Häusern mit maximal sechs Wohneinheiten wohnen, den intelligenten Stromzähler in Serie an. Damit, so Vorstandschef Hans-Peter Villis, gebe sein Unternehmen in Deutschland den Startschuss für eine neue Ära, in der Verbraucher ihren Energiehaushalt selbst analysieren und selbst steuern könnten. Der neue Zähler sendet seine Daten in Echtzeit an den DSL-Router des Kunden, der diese dann an seinem Computer - sekundengenau oder als gemittelte 15-Minuten-Werte - auswerten kann. Kunden, die ihren Stromverbrauch in die Abend- und Nachtstunden oder in das Wochenende verlagern, erhalten für diese Zeiträume einen Bonus von 2,8 Cent pro Kilowattstunde. Ganz ohne Kosten können EnBW-Kunden das neue Angebot allerdings nicht in Anspruch nehmen. Wer mithilfe der neuen Zähler Strom sparen möchte, muss dafür einmalig knapp 100 Euro zahlen. Und der Bonus-Tarif kostet im Grundpreis sechs Euro pro Monat mehr als der Normaltarif. Mit anderen Worten: Wer mehr als 215 Kilowattstunden pro Monat in die günstigeren Zeiten verlegt, spart laufende Kosten und holt sich auf diese Weise früher oder später auch die 100 Euro zurück. Erfolgreiche Energiesparer sind natürlich sehr viel früher im Plus. Das Unternehmen rechnet mit 45.000 Privatkunden, die in den nächsten drei Jahren auf die neue Technologie umsteigen werden. In einer vorgeschalteten einjährigen Testphase hatte nach Angaben von EnBW jeder dritte Testkunde seinen Stromverbrauch um mehr als zehn Prozent reduzieren können.

Ausführliche Informationen zu diesem neuen EnBW-Angebot sind im Internet unter www.enbw.com/stromzaehler abrufbar.

 
Erdgas

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E.ON wird Partner beim Erdgasfeld Yushno Russkoje

Der E.ON-Konzern beteiligt sich mit 25 Prozent minus einer Aktie am sibirischen Gasfeld Yushno Russkoje. Das Vorkommen zählt zu den größten Erdgasfeldern der Welt und verfügt über Reserven von mehr als 600 Milliarden Kubikmetern. Im vergangenen Jahr lief die Förderung dort an, für 2009 wird eine Produktionsmenge von 25 Milliarden Kubikmetern erwartet. Im Rahmen der deutsch-russischen Regierungskonsultationen in St. Petersburg wurde vereinbart, dass Gazprom im Gegenzug von E.ON Ruhrgas deren Beteiligung von 49 Prozent an der russischen Gesellschaft ZAO Gerosgaz übernimmt, die knapp drei Prozent der Gazprom-Aktien hält. Direkt hält E.ON Ruhrgas weiterhin 3,5 Prozent der Gazprom-Aktien. "Wir freuen uns über den endgültigen Abschluss unserer Verhandlungen und über das sehr positive Ergebnis. Mit der Beteiligung an Yushno Russkoje vertiefen wir unsere langjährige Partnerschaft mit Gazprom und leisten einen weiteren wichtigen Beitrag zur deutsch-russischen Verständigung und zur sicheren Versorgung Europas mit Erdgas", sagte E.ON-Vorstandschef Wulf Bernotat. "Nach dem Erwerb der russischen Kraftwerksgesellschaft OGK-4 ist dies erneut ein bedeutender Schritt zur Stärkung der Position der E.ON auf dem russischen Energiemarkt." Als einen "Meilenstein zur Realisierung unseres Upstream-Zieles" wertete Bernhard Reutersberg, Vorstandschef der E.ON Ruhrgas, die Vereinbarung. "Wir wollen zukünftig mindestens zehn Milliarden Kubikmeter Erdgas aus eigenen Feldesbeteiligungen beziehen." 

 
Erdgas

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Forum Erdgas: Wechselrate nicht mit Wettbewerb verwechseln

Die Wechselrate im Gasmarkt von einem zu einem anderen Lieferanten lag laut Bundesnetzagentur im Jahr 2007 bei einem Prozent. Deshalb könne man bisher noch nicht von einem flächendeckenden Wettbewerb im Gasbereich sprechen, so das Fazit der Behörde. Dem widerspricht das Forum Erdgas, eine Initiative ostdeutscher Erdgasunternehmen. Seit 2007 böten nahezu alle ostdeutschen Stadtwerke und Regionalversorger alternative Angebote zur Grundversorgung an. Bis zu 70 Prozent der Kunden der Gasversorger hätten sich aktiv für Optionen wie Tarife mit Treue-Bonus oder Festpreisgarantie entschieden und ihre Wahl im Wettbewerb getroffen. Die meisten Kunden seien jedoch beim langjährigen Versorger ihres Vertrauens geblieben. Offensichtlich seien für sie die Produkte ihres bisherigen Anbieters absolut wettbewerbsfähig. Die Kunden wüssten, dass langjährige Erfahrung und regionale Nähe große Pluspunkte seien, um eine sichere Gasversorgung zu gewährleisten. "Mit einer Wechselrate von nur einem Prozent zu argumentieren, ist eine Verzerrung der Realität", so das Fazit des Forums Erdgas. "Wettbewerb besteht. Die Vielzahl der Kunden hat sich bewusst für ein alternatives Produkt bei ihrem angestammten Gasversorger entschieden." 

 
EnergieSzene Berlin

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Rückkehr zur realen Wirtschaft - Klimaschutzziele erreichbar

Die Finanzkrise eröffnet nach Ansicht von Bundesumweltminister Gabriel neue Chancen für klassische Investitionen in Klimaschutz- und Effizienztechnologien. Er wandte sich gegen Befürchtungen, die Aufwendungen für Klimaschutz könnten angesichts der aktuellen weltweiten Probleme zurückgehen und die Klimaziele so unerreichbar werden. Gabriel sieht durch die Finanzkrise das "Ende der virtuellen Ökonomie und die Rückkehr zur realen Wirtschaft" markiert. "Für alle Technologien, die Energie und Rohstoffe effizienter nutzen oder erneuerbare Ressourcen erschließen, wird in den nächsten Jahren ein sehr großer internationaler Markt entstehen. Investitionen in diesen Markt sind allemal lohnender als das, was von Spekulationen abhängt und eine virtuelle Wirtschaft geworden ist." Erfolgreiche Klimapolitik schaffe Wachstumsmärkte, Arbeitsplätze und erhöhe die Energiesicherheit.

"Im Hinblick auf die wachsenden Gefahren des Klimawandels würden wir die Zukunft der nachwachsenden Generationen aufs Spiel setzen, wenn wir wegen der aktuellen Probleme den langfristigen Klimaschutz vernachlässigen würden", betonte Gabriel. "Deshalb dürfen wir keine Zeit mehr verlieren." Der Umweltminister ist zuversichtlich, dass Mitte 2009 eine neue US-Administration ihr eigenes Klimaprogramm vorlegen wird und dann auch China, Indien und weitere Schlüsselstaaten der Schwellen- und Entwicklungsländer bereit sein werden, mitzumachen. "Im Dezember 2009 wollen wir dann in Kopenhagen ein neues internationales Klimaschutz-Abkommen beschließen." 

 
EnergieSzene Berlin

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Ferngasnetz soll in Anreizregulierung einbezogen werden

Ab dem 1. Januar 2010 sollen auch die überregionalen Gas-Fernleitungsnetzbetreiber der Anreizregulierung unterliegen. Das kündigte Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur, an. Die Transportunternehmen von E.ON, Wingas sowie Gasunie müssten nun innerhalb der nächsten zwei Monate Kostenunterlagen vorlegen und würden einem Effizienzvergleich unterzogen. Verfahren gegen sieben weitere Netzbetreiber würden "zeitnah" abgeschlossen. In den bisher ergangenen drei Entscheidungen werde im Einvernehmen mit dem Bundeskartellamt festgestellt, dass diese Unternehmen keinem Leitungswettbewerb ausgesetzt seien. "Diese Netzbetreiber verfügen über eine dominierende Marktmacht und besitzen daher nicht durch den Wettbewerb kontrollierte Verhaltensspielräume", so Kurth. Die Kapazitäten im Ferngasnetz seien bei allen Betreibern langfristig ausgebucht und es bestehe kaum eine Möglichkeit, auf Alternativangebote auszuweichen. "Bemühungen von Gasnetzbetreibern, durch niedrigere Preise Netzkunden zu gewinnen, sind nicht erkennbar." Kurth zufolge ist auch ein "potenzieller Leitungswettbewerb" nicht erkennbar. Er nennt als Markteintrittsschranken planungs- und umweltrechtliche Genehmigungsverfahren vor einem Leitungsbau, größere Spielräume der etablierten Netzbetreiber bei der Preisgestaltung und die Tatsache, dass es sich bei den Investitionen in der Regel um "versunkene Kosten handele, die ein zusätzliches Risiko für den "Newcomer" darstellten. 

 
EnergieSzene Berlin

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Bundesnetzagentur zieht "gemischte Zwischenbilanz"

"Trotz zahlreicher Fortschritte hin zu mehr Wettbewerb bleibt noch viel zu tun." Dieses Fazit zieht Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur, aus dem Monitoringbericht zur Entwicklung der Strom- und Gasmärkte 2008. "Wir ziehen eine gemischte Zwischenbilanz. Das Glas ist halb voll und bei der Wechselbereitschaft der Verbraucher im Strombereich und der Senkung der Netzentgelte insgesamt gibt es schon signifikante Fortschritte. Bei der Wechselbereitschaft im Gasmarkt und bei der Struktur der Anbieter sowie beim Netzausbau und beim Kraftwerksbau müssen wir allerdings noch engagierter und wachsamer arbeiten." Kurth zufolge ist das Niveau der Versorgungssicherheit in Deutschland nach wie vor hoch. "Um Gefährdungen für die Versorgungssicherheit auch in der weiteren Zukunft auszuschließen, ist eine zeitnahe Umsetzung geplanter Netzausbaumaßnahmen sicherzustellen. Auch bei den erforderlichen Investitionen in Kraftwerke dürfen im Zuge der Umsetzung der Investitionsvorhaben keine signifikanten Verzögerungen mehr entstehen." Kurth sieht in den massiven Akzeptanzproblemen in der Bevölkerung Anlass zu erheblicher Sorge. Sollte sich dieser negative Trend fortsetzen, seien weitere und überproportional steigende Strompreise zu erwarten und längerfristig auch Versorgungsengpässe nicht mehr auszuschließen. "Wer sich gegen den Bau neuer Kraftwerke mit erheblich höherem Wirkungsgrad sowie den überfälligen Bau neuer Leitungen, die im Übrigen auch dem Transport von Strom aus erneuerbaren Energien dienen, wendet, wendet sich im Ergebnis auch gegen den Klimaschutz."

Der Wettbewerb auf dem deutschen Strommarkt funktioniert und auch im Erdgasbereich gewinnt er immer mehr an Dynamik. Diese These sieht der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) durch den Monitoringbericht der Bundesnetzagentur bestätigt. Diese Entwicklung belegten beispielhaft das wachsende Angebot auf dem deutschen Energiemarkt und das Kundenverhalten, so Martin Weyand, stellvertretender Hauptgeschäftsführer. Dies dürfe aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Energieunternehmen in den nächsten Monaten mit neuen Rahmenbedingungen und Unsicherheiten zu kämpfen hätten. Weyand mahnte dringend verlässliche Rahmenbedingungen an. Die derzeitigen Planungs- und Genehmigungsverfahren insbesondere im Netzbereich verzögerten notwendige Investitionsvorhaben. "Aufgrund der derzeit unsicheren Rahmenbedingungen ist noch unklar, ob die Strom- und Gaswirtschaft die geplanten Investitionen in diesem Jahr auch in vollem Umfang realisieren kann", sagte Weyand. Neben den zu langen Genehmigungsverfahren seien dafür vor allem die noch bestehenden Unklarheiten bei der Ausgestaltung der Anreizregulierung im Netzbereich sowie die widersprüchlichen Signale von Politik und Regulierungsbehörden verantwortlich. "Es können nicht einerseits von Behörden Investitionen und Engagement gefordert werden, wenn für die Energieunternehmen andererseits ständig neue Gesetze und Verordnungen erlassen werden, in denen zum Beispiel keine wettbewerbsfähigen Renditen für Investitionen zugestanden werden." 

 
EnergieSzene Brüssel

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Konzerne dürfen Netze behalten

Die für Energie zuständigen Minister der Europäischen Union haben sich darauf geeinigt, die großen Energiekonzerne nicht zum Verkauf ihrer Netze zu zwingen. Die härtere Entflechtungs-Variante, die ursprünglich von der EU-Kommission angestrebt wurde, ist zugunsten des Dritten Weges, auf den insbesondere Frankreich und Deutschland gedrängt hatten, gekippt worden. Der aktuelle Beschluss bestätigt einen im Juni gefundenen Kompromiss, der den Konzernen statt des Verkaufs eine striktere organisatorische Trennung der Netzsparten von den übrigen Unternehmensanteilen abverlangt. Die von den Ministern gefundene Lösung braucht allerdings noch das Plazet des Europäischen Parlaments, das sich zuletzt zumindest im Strombereich mehrheitlich für eine eigentumsrechtliche Entflechtung ausgesprochen hatte. Eine Einrichtung einer EU-Regulierungsbehörde mit weit reichenden Kompetenzen bis in die Regulierung der Verteilnetze, wie sie zwischenzeitlich im Gespräch war, ist nach den Luxemburger Beschlüssen wohl vom Tisch.

Zum Paket gehört, wie zu lesen war, auch eine Drittlandsregelung. Aber auch dies in abgeschwächter Form. War ursprünglich noch ein Vetorecht für die EU-Kommission vorgesehen für den Fall, dass beispielsweise der Gazprom-Konzern europäische Energieunternehmen aufkaufen möchte, soll die Entscheidung darüber nach der Einigung der Minister bei den jeweils betroffenen Staaten liegen - nach Konsultation der Kommission. Weiterer wichtiger Punkt des von den Ministern verabschiedeten Energiepakets ist, dass große integrierte Energiekonzerne in solchen Staaten, in denen das Ownership Unbundling schon jetzt gesetzlich vorgeschrieben ist, die dortigen Strom- und Gasnetzbetreiber nicht übernehmen dürfen.
 

 
EnergieSzene Berlin/Brüssel

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Emissionshandel: Arbeitsplatzvernichter oder Hoffnungsträger?

Scharfe Kritik äußerte Hubertus Schmoldt, Vorsitzender der IG BCE, am Beschluss des Umweltausschusses des Europäischen Parlaments zum Emissionshandel. Er fordert die Bundesregierung auf, "diese Pläne zur Arbeitsplatzvernichtung und Investitionsblockade" im Europäischen Rat zu verhindern. "Das ist ein Angriff auf den Kernbereich der industriellen Zukunft Deutschlands und Europas", sagte der Gewerkschaftsfunktionär. Auf praktisch alle Branchen im Organisationsbereich der IG BCE kämen massive finanzielle Mehrbelastungen zu. "Die energieintensiven Industrien sind doppelt belastet. Sie müssen selbst Emissionszertifikate ersteigern und leiden zugleich unter den vom Emissionshandel verursachten höheren Strompreisen. Es geht uns nicht um den Schutz der Gewinne der Energiewirtschaft oder deren Entlassung aus den gemeinsam erforderlichen Anstrengungen für den Klimaschutz. Aber wir erwarten erhebliche negative Auswirkungen auf Industrie und Haushalte durch die Strompreiserhöhungen, die zwangsläufig die Folge weiterer Stromknappheit mangels neuer Kraftwerke sein werden."

Der WWF Deutschland dagegen begrüßt, dass sich der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments auf striktere Regelungen beim Emissionshandel geeinigt hat, als die deutsche Regierung bislang angestrebt hat. Allerdings seien die EU-Abgeordneten nicht weit genug gegangen, um die globale Erwärmung unter zwei Grad Celsius zu halten. "Alle Augen sind jetzt auf die Staatschefs und die Umweltminister der EU gerichtet. Sie müssen nun dem Parlament folgen und dürfen das Paket nicht weiter aufweichen", sagte Regine Günther, Leiterin Energie und Klima beim WWF Deutschland. Es sei zu begrüßen, dass die Verschmutzungsrechte für den gesamten Stromsektor komplett versteigert werden sollen. Positiv sei auch, dass die energieintensive Industrie bis 2020 ihre Zertifikate vollständig ersteigern solle. Allerdings sei die Eintrittsschwelle von 15 Prozent im Jahr 2013 zu niedrig angesetzt. Problematisch ist nach Ansicht von Günther der große Anteil von Zertifikaten, die aus dem Ausland zugekauft werden können. "Es besteht die Gefahr, dass die Emissionen im großen Maßstab außerhalb der EU reduziert werden. Damit fließen die dringend benötigten Investitionen und Innovationen ins Ausland, und in der EU bleiben veraltete Strukturen bestehen."

 
Energieeffizienz

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Made in Germany

Mehr als 350 Unternehmen haben sich schon wenige Wochen nach dem Start des Internetportals www.efficiency-from-germany.info angemeldet, um ihre energieeffizienten Produkte oder Dienstleistungen für ausländische Interessenten transparent zu machen. Das Angebot der Datenbank reicht von "Architekten" bis "zentrale Lüftungssysteme". Unter der Dachmarke "Energy Efficiency - Made in Germany" wird das Portal nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums international beworben. Ein starkes Netzwerk an Partnern kommuniziere zusätzlich die Datenbank in den jeweiligen Zielländern. "Mit der Online-Datenbank rund um das Thema Energieeffizienz vermitteln wir internationalen Interessenten die richtigen Ansprechpartner bei kompetenten deutschen Technologieanbietern und Dienstleistern", so Minister Glos. "Gleichzeitig bieten wir der deutschen Energieeffizienz-Wirtschaft eine Internet-Plattform, über die sie ihre Exportaktivitäten weiter ausbauen kann. 'Energieeffizienz - Made in Germany' soll als zentrales Qualitätsmerkmal im Ausland noch stärker wahrgenommen werden." 

 
Bioenergie

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RWE Innogy nutzt verstärkt Biomasse

RWE Innogy, das für die Nutzung der erneuerbaren Energien zuständige Tochterunternehmen des Essener Energieversorgers, weitet seine Aktivitäten im Bereich Bioenergie erheblich aus. Ende September teilte das Unternehmen mit, dass man in Zusammenarbeit mit der Schmack Biogas Gruppe in der Gemeinde Güterglück in Sachsen-Anhalt eine Biogasanlage mit einer Wärmeleistung von etwa 6,5 Megawatt errichten wird. Das Ausgangsprodukt für diese Anlage - überwiegend Maissilage, aber auch Gülle - wird in Kooperation mit der regionalen Landwirtschaft gewonnen. 50.000 Tonnen nachwachsende Rohstoffe sollen hier jährlich zur Biogasproduktion eingesetzt werden. Die ins Netz eingespeiste Gasmenge soll bei 15.000 Kubikmetern täglich oder 50.000 Megawattstunden jährlich liegen. Genug, um ein Heizkraftwerk mit einer elektrischen Leistung von drei Megawatt rund um die Uhr mit Gas zu versorgen.

Am Standort Güterglück soll ab Sommer 2009 Biogas erzeugt, auf Erdgasqualität aufbereitet und in das lokale Erdgas-Versorgungsnetz eingespeist werden. Nach Angaben von Fritz Vahrenholt, Chef von RWE Innogy, will sein Unternehmen bis 2012 bis zu zehn weitere Anlagen dieser Art in Betrieb nehmen. Den Vorteil dieser Technik sieht man in Essen vor allem darin, dass das aufbereitete Biogas als Bio-Erdgas problemlos in das vorhandene Erdgas-Leitungsnetz eingespeist und so an Standorten genutzt werden kann, die weit entfernt von der Biogasanlage liegen.

Einstieg in den britischen Markt

Nur einen Tag nach der Bekanntgabe des Projekts in Güterglück teilte RWE Innogy mit, dass man die englische Projektentwicklungsgesellschaft Helius Energy Alpha Ltd. erworben hat. Das britische Unternehmen hält die Rechte für die Entwicklung und den Betrieb des Biomassekraftwerks Stallingborough Alpha, das in Lincolnshire in den East Midlands entstehen soll. Das Kraftwerk ist genehmigt, die Bauarbeiten sollen in Kürze beginnen. Stallingborough Alpha soll mit Restholz oder Forstbiomasse befeuert werden und eine elektrische Bruttoleistung von 73 Megawatt haben. Nach eigenen Angaben investiert RWE Innogy rund 260 Millionen Euro in dieses Projekt. Vahrenholt sieht in dieser Übernahme einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur beabsichtigten Verfünffachung der Strom- und Wäremeerzeugung aus Biomasse in Europa bis 2011. Die elektrische Gesamtleistung der entsprechenden Einheiten von RWE Innogy soll in drei Jahren bei 600 Megawatt liegen. 

 
Windenergie

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Deutsches Know-how für dänischen Windpark

E.ON hat bei Siemens Energy 90 Windkraftanlagen für den Offshore-Windpark Rodsand II in Dänemark geordert. Mit einer installierten Leistung von 207 Megawatt wird das Projekt südlich der Insel Lolland einer der weltweit größten Windparks auf See sein. Die Anlagen sollen im Jahr 2010 errichtet werden und jährlich CO2-Emissionen in der Größenordnung von 700.000 Tonnen einsparen. E.ON beziffert das Auftragsvolumen inklusive eines zweijährigen Servicevertrags auf rund 275 Millionen Euro. Das Projekt wird rund drei Kilometer westlich des Windparks Rodsand I entstehen, der seit 2003 Strom ins dänische Netz einspeist. Siemens hatte für diesen von E.ON und dem dänischen Unternehmen DONG betriebenen Windpark 72 Anlagen geliefert. Mit einer Gesamtleistung von 165,6 Megawatt ist Rodsand I der bisher größte dänische Offshore-Windpark. 

 
Zahlen & Fakten

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Energie-Importabhängigkeit in 2007 gesunken

Nach Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen wurden für die Energieversorgung Deutschlands im vergangenen Jahr 403 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten importiert, 139 Millionen Tonnen stammten aus heimischer Energiegewinnung. Zusätzlich wurden rund sechs Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten aus Vorräten und Lägern im Inland entnommen. Aus dem von der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen erstellten Energieflussbild für das Jahr 2007 geht hervor, dass nach Abzug der Exporte 477,5 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten an Primärenergieträgern zur Verfügung standen. Davon beanspruchten der nicht-energetische Verbrauch in den Grundstoffindustrien, Umwandlungsverluste und der Eigenverbrauch der Energiewirtschaft rund 185 Tonnen.

Zur Deckung des Endenergiebedarfs von Industrie, Verkehr und Haushalten sowie Gewerbe, Handel und Dienstleistungsbranche verblieben knapp 293 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten. Den größten Anteil am Endenergieverbrauch hatte der Verkehr mit 30,3 Prozent. Auf die Industrie entfielen 28,5 Prozent und auf die privaten Haushalte 25,6 Prozent. Der Anteil des Bereichs Gewerbe, Handel, Dienstleistungen erreichte 15,6 Prozent. In der Folge der überdurchschnittlich warmen Witterung lag der gesamte Endenergieverbrauch um rund sechs Prozent unter dem Vergleichswert von 2006. Die privaten Haushalte profitierten am stärksten von der milden Witterung und verminderten ihren Bedarf mit 15,4 Prozent besonders stark. Im Bereich Gewerbe, Dienstleistungen sank den Verbrauch um 8,4 Prozent. Die Industrie verringerte ihren Bedarf um gut ein Prozent und der Verkehr um 0,6 Prozent. Die Importabhängigkeit der deutschen Energieversorgung lag im vergangenen Jahr bei rund 71 Prozent und damit um zwei Prozentpunkte niedriger als im Jahr zuvor. Wesentliche Gründe für den leichten Rückgang der Importabhängigkeit waren neben dem geringeren Gesamtbedarf und niedrigeren Importen eine höhere Gewinnung von heimischer Braun- und Steinkohle sowie die verstärkte Nutzung von Wind- und Wasserkraft.

Das Energieflussbild der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen steht als Download unter http://www.ag-energiebilanzen.de zur Verfügung.

 
Zahlen & Fakten

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Importwert für Erdgas stark gestiegen

Die weltweite Energiepreisentwicklung hat nach Angaben des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zu einem Anstieg der deutschen Erdgasimportwerte geführt. Der Verband, der sich auf Berechnungen des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle beruft, teilte mit, dass der entsprechende Wert im Juli 2008 um 46,4 Prozent über dem Vergleichswert im Juli 2007 lag. Im europäischen Vergleich liegen die Erdgaspreise für Haushalte in Deutschland laut BDEW im Mittelfeld. Das habe eine im Juli 2008 erschienene Untersuchung des Londoner Wirtschaftsberatungsunternehmens Energy Advice ergeben. Danach hätten Kunden in Italien im Juli 2008 etwa 24 Prozent mehr für ihre Erdgasrechnung aufwenden müssen als in Deutschland. In Dänemark und Schweden lägen die Preise sogar um 51 beziehungsweise 64 Prozent höher. Auch in den Niederlanden seien die Preise für Erdgas höher als in Deutschland. Kein Land könne sich von der weltweiten Energiepreisentwicklung abkoppeln. Zudem sei der Steuer- und Abgabenanteil für deutsche Haushalte zwischen 1998 und 2007 von 21 auf 29 Prozent gestiegen.

 
Zahlen & Fakten

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Starkes Plus beim Erdgasverbrauch

Im ersten Halbjahr 2008 ist der Erdgasverbrauch in Deutschland, verglichen mit dem entsprechenden Vorjahreszeitraum, um 9,5 Prozent auf 524 Milliarden Kilowattstunden angestiegen. Das meldet der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW).

Zurückzuführen ist das starke Plus nach Ansicht des Branchenverbandes auf die im Vergleich zum Vorjahr deutlich niedrigeren Temperaturen. Dies gelte insbesondere für die Monate März und April. Allein die Nachfrage der privaten Haushalte nach Heizgas sei um etwa ein Zehntel angestiegen. Das liege jedoch auch an der absoluten Zahl der mit Erdgas beheizten Wohnungen, die in 2007 um 200.000 auf 18,4 Millionen angestiegen sei. Mittlerweile habe der flüchtige Energierohstoff auf diesem Sektor einen Marktanteil von 48,3 Prozent erreicht. Für die Industrie gibt der BDEW das Verbrauchsplus mit fünf Prozent an. Besonders hoch sei die Zuwachsrate mit 12 Prozent in der Stromerzeugung gewesen. Dies vor allem, weil die Kraft-Wärme-Kopplung immer mehr genutzt werde. 

 
Kopf des Monats

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Tuomo Hatakka

Tuomo Hatakka ist Vorsitzender des Vorstandes der Vattenfall Europe AG und gleichzeitig Senior Executive Vice President Vattenfall AB.

"Ja, wir brauchen diesen Emissionshandel. Nur so bekommen wir einen Preis für Emissionen und einen Anreiz, sie zu reduzieren, etwa mit CCS."











Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung betont der Vattenfall-Chef die Herausforderung, Kohlekraftwerke umweltfreundlicher zu machen. "Deutschland ist abhängig von der Kohleverstromung." Das Ziel der Kohlendioxid-Reduzierung verfolge man mit der CCS-(Carbon Capture and Storage)-Technologie. Dabei werde Kohlendioxid abgeschieden und unterirdisch gespeichert. Die großtechnische Umsetzung dieser Technologie werde nicht morgen möglich sein, doch technisch habe man das Verfahren im Griff. Es fehlten allerdings noch die rechtlichen Rahmenbedingungen. Hatakka zeigt sich im Interview davon überzeugt, dass die erste kommerzielle Generation von CCS-Kraftwerken 2020 in Betrieb sein wird. 

 
Wer macht was?

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Max Dietrich Kley
, Aufsichtsratsvorsitzender der Infineon AG und Ex-Aufsichtsratsvorsitzender der BASF-Energietochter Wintershall, wird im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums ausloten, ob und unter welchen Voraussetzungen die Stromkonzerne EnBW, E.ON, RWE und Vattenfall bereit sind, ihre Netze in eine Netzgesellschaft einzubringen. Kley soll außerdem sondieren, welche Vorstellungen die Energiekonzerne von einem zukünftigen Energiemix in der Stromerzeugung haben, der Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit gleichermaßen gewährleistet. Und er soll prüfen, wie Stromverbraucher entlastet werden könnten, wenn es zu einer Laufzeitverlängerung bei Kernkraftwerken kommt.  

 
Literaturtipp

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Marie-Carin von Gumppenberg / Udo Steinbach

Der Kaukasus. Geschichte - Kultur - Politik

Mit bedeutenden Öl- und Gasvorkommen sowie wichtigen Transit-Pipelines besitzt der Kaukasus eine herausragende strategische, sicherheitspolitische und energiepolitische Bedeutung für Europa. Die jüngsten kriegerischen Auseinandersetzungen um Georgien haben das Konfliktpotential dieser Region erneut anschaulich gemacht. Um diese Konflikte zu verstehen und eine Vorstellung davon zu gewinnen, ob und wie sie zu vermeiden wären, hilft eine Analyse dieser widersprüchlichen Region. Die Politikwissenschaftlerin Marie-Carin von Gumppenberg und der Islamwissenschaftler Udo Steinbach versammeln in diesem Band namhafte Experten, die sich eingehend mit Armenien, Aserbaidschan und Georgien, den russischen Regionen im Nordkaukasus, den Nachbarstaaten Türkei und Iran und den prominenten Konfliktregionen Abchasien, Süd-Ossetien sowie Tschetschenien beschäftigen. Mit seinen Länder-, Konflikt- und Kulturanalysen bietet das Buch einen umfassenden und einmaligen Einblick in die "Krisenregion" Kaukasus.

256 Seiten
München 2008
ISBN: 978-3406568008
12.95 Euro 

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