EnergieSzene



News und Trends aus der Energiewirtschaft  Oktober 2009




Topthema

Nach der Wahl ist vor der Verlängerung

Die Frage der Laufzeitverlängerung für deutsche Kernkraftwerke dominiert die Verhandlungen der künftigen Koalitionsparteien zur Energiepolitik. Andere drängende Themen wie Energieeffizienz oder CO2-Abscheidung und -Speicherung (CCS) spielen bisher kaum eine Rolle. 
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Kopf des Monats

C. B. Bhattacharya

Professor Bhattacharya beklagt, dass wir vergessen haben, wie wir mit den Ressourcen leben und auskommen können, die zur Verfügung stehen. Traditionelle Werte wie Verantwortungsbewusstsein, gesunder Menschenverstand und Gemeinsinn müssten künftig wieder eine größere Rolle spielen. 
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EnergieSzene Blog

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Aus dem Inhalt
Gasmarkt der Zukunft
Erdgas hat Schlüsselrolle für CO2-ärmere Energieversorgung
ASUE News
Gute Rahmenbedingungen für die Kraft-Wärme-Kopplung mit Gasturbinen
EnergieSzene Berlin
Mehr Wettbewerb bei Strom und Gas
EnergieSzene Brüssel
EU-Kommission will Aufstockung der Mittel für Energieforschung
IEU News
Effizienter Klimaschutz mit innovativen Erdgastechnologien
Klimaschutz
Klimaschutzvereinbarung entlastet Berliner Luft
Zahlen & Fakten
Erneuerbare ersparen der Umwelt 106 Millionen Tonnen CO2
Literaturtipp
Energie in 60 Minuten


Liebe Leser,

mit Spannung lässt sich gerade beobachten, wer in den Diskussionen um die zukünftige Regierungspolitik welche Pflöcke einschlägt. Einig war sich Schwarz-Gelb vor der Wahl beispielsweise, dass die Laufzeiten von Kernkraftwerken verlängert werden. Aber wie lange? Und wer kassiert welchen Anteil an den zusätzlichen Gewinnen? Wie hoch sind die überhaupt? Der Bär ist noch nicht erlegt, aber das Fell wird schon mal verteilt. Der eine will mehr Mittel für die Kraft-Wärme-Kopplung und für Energiedienstleistungen.Andere drängen darauf, den Ausbau der Erneuerbaren und/oder die Energieforschung zu intensivieren. Wieder andere wollen zunächst einmal in die Sicherheit der Kernkraftwerke investieren, um sie fit zu machen für längere Laufzeiten.

Dabei sollte es derzeit um viel mehr gehen als "nur" um die Frage, wie lange Kernkraftwerke denn nun laufen sollen oder dürfen. Dringend notwendig ist ein in sich schlüssiges Energieversorgungskonzept für Deutschland und Europa, das über den Zeitraum von ein oder zwei Wahlperioden hinausreicht.

Eine interessante Lektüre wünscht
Rolf Sweekhorst

 
 

Topthema

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Nach der Wahl ist vor der Verlängerung

Deutschland hat gewählt, das Ergebnis ist nicht wirklich überraschend, und die von der CDU/CSU und der FDP in ihren Wahlprogrammen propagierte Laufzeitverlängerung für die deutschen Kernkraftwerke kommt mit der schwarz-gelben Koalition so sicher wie das Amen in der Kirche. Die Frage ist nur, in welcher Form. Doch das ist nicht das einzige Thema in der Energiepolitik, das zwischen den künftigen Koalitionspartnern geklärt werden muss. Rechtliche Grundlagen zu Energieeffizienz und zur CO2-Abscheidung und -Speicherung (CCS), auf die sich die alte Koalition fast schon geeinigt hatte, müssen dringend verabschiedet, Stromversorgungsnetze schnellstens ausgebaut werden. Doch nach allem, was zu hören und zu lesen ist, sprechen die künftigen Partner derzeit überwiegend über die Kernkraft und über Zuständigkeiten.

Schon lange vor der Wahl hatten Union und FDP angekündigt, die Laufzeiten der Kernkraftwerke in Deutschland verlängern zu wollen. "Wir wollen eine Laufzeitverlängerung von sicheren Kernkraftwerken", hatte Joachim Pfeiffer, der Koordinator für Energiepolitik der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im August in der EnergieSzene gesagt. Der größte Teil des dadurch zusätzlich generierten Gewinns solle zur Forschung an Energieeffizienz und Erneuerbaren sowie zur Strompreissenkung genutzt werden. Gudrun Kopp, Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion für Energiepolitik, sprach sich in der gleichen Ausgabe dafür aus, die Laufzeiten "sicherer Kernkraftwerke" zu verlängern, "bis erneuerbare Energien in ausreichendem Umfang grundlastfähigen Strom erzeugen können oder die CO2-Abscheidung und -Einlagerung für Kohlekraftwerke in großtechnischem Maßstab zur Verfügung steht".

Große Teile der Wirtschaft, insbesondere die deutschen Kernkraftwerksbetreiber, sehen die politische Entwicklung positiv. Mit der neuen Bundesregierung könne eine Zeit jahrelanger energiepolitischer Lähmung beendet werden, meint beispielsweise der VIK, die Interessenvertretung der energieintensiven Industrie. "Gefragt sind nun klare, realistische Zukunftspläne für die Energieversorgung des Industrielandes Deutschland", erklärte Annette Loske, die Geschäftsführerin des Verbandes. Die erneuerbaren Energien gehörten unbedingt dazu. Es gelte Wege zu finden, sie in eine sichere, wettbewerbliche Versorgung einzubinden. Die Verlängerung der Laufzeiten müsse zum Erreichen der Klimaschutzziele, für eine sichere und wettbewerbsfähige Stromversorgung und zur Senkung der Strompreise für die Industrie genutzt werden. Zudem sollten weitere staatliche Belastungen auf den Energieverbrauch dringend vermieden werden.

Nach Ansicht des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) greift die Fokussierung der Beratungen auf die Frage nach Laufzeitverlängerungen zwischen den künftigen Koalitionsparteien deutlich zu kurz. Ziel müsse eine nachhaltige und verlässliche Energiepolitik sein, meint VKU-Präsident Stephan Weil. Es fehle beispielsweise an ausreichenden Investitionsanreizen für die Errichtung dezentraler, klimaschonender Kraftwerke und für die Integration des wachsenden Anteils erneuerbarer Energien in die Endverteilernetze. Falls es bei einer Verständigung über Laufzeitverlängerungen von Kernkraftwerken zur Bildung eines Sonderfonds komme, sollten umfangreiche Mittel für den Ausbau der erneuerbaren Energien, der Kraft-Wärme-Kopplung und von Energiedienstleistungen zur Verfügung gestellt werden.

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), der kommunale, regionale und überregionale Versorgungsunternehmen vertritt, mahnt angesichts der Diskussion um Laufzeitverlängerungen und die daraus resultierenden Gewinne an, etwaige Mittel müssten allen Unternehmen der Branche gleichermaßen offen stehen. "Wir brauchen sowohl den Ausbau der erneuerbaren Energien als auch Investitionen in die Energieforschung", erklärte Verbandspräsident Rolf Martin Schmitz. Energieeffizienz und erneuerbare Energien lieferten entscheidende Beiträge beim Übergang in eine kohlenstoffarme Energieversorgung.

Betreiber akzeptieren Teilung der zusätzlichen Gewinne

Tuomo Hatakka, Vorstandschef bei Vattenfall, wehrt sich gegen Überlegungen, die Kraftwerke Krümmel und Brunsbüttel aufgrund ihres Alters oder der ihnen zugesprochenen Pannenanfälligkeit nicht in die Laufzeitverlängerung einzubeziehen. Im Gespräch mit der Berliner Zeitung räumt Hatakka zwar ein, dass Vattenfalls Zuverlässigkeit als Betreiber bezweifelt wird. Dabei handele es sich aber vor allem um ein politisches Problem. "Wir müssen zeigen, dass wir lernfähig sind." Auch die Vattenfall-Kernkraftwerke könnten sehr viel länger laufen als im Atomausstiegsgesetz vereinbart. "Sie sind sicher, denn sie wurden und werden ständig modernisiert." Hinsichtlich der Forderung, einen Teil der Gewinne aus längeren Laufzeiten für den Klimaschutz einzusetzen, zeigt sich Hatakka offen. Er könne solche Erwartungen sehr gut nachvollziehen und sei bereit, darüber zu sprechen. Der Vattenfall-Chef mahnt aber auch eine Diskussion über neue Kohlekraftwerke an. Kohle sei nötig, um günstig Grundlaststrom für die Industrie bereitzustellen. Notwendig sei unbedingt ein Gesetz, das die CO2-Speicherung unter Tage regele. Vielleicht, so Hatakka, müsse man stärker kommunizieren, dass auch Kohle und Kernkraft "für uns Teil eines vernünftigen Energiemixes sind".

E.ON-Chef Wulf H. Bernotat mahnt, beispielsweise in Interviews mit Bild, Wirtschaftswoche und Handelsblatt, eine "Energiepolitik aus einem Guss" an. Es helfe nichts, wenn es immer nur einseitig mal um den Klimaschutz, mal nur um die Versorgungssicherheit und dann nur um die Preisentwicklung gehe. Die zwischen Umwelt- und Wirtschaftsministerium geteilte Zuständigkeit für Energiefragen sei nicht hilfreich. Selbst wenn bis 2030 30 Prozent des Stroms mit erneuerbaren Energien produziert würden, "muss man die restlichen 70 Prozent irgendwoher bekommen". Bereits in seinem Grundsatzpapier "Energie 2030 - Einladung zum Dialog" hatte der E.ON-Konzern für einen breiten Energiemix plädiert, "wenn wir die Balance zwischen einer sicheren, klimafreundlichen und bezahlbaren Energieversorgung halten und die ökonomische und soziale Stabilität unserer Gesellschaft nicht aufs Spiel setzen wollen". E.ON setzt auf eine evolutionäre Entwicklung. Harte Brüche müssten vermieden werden. Eine klare Absage erteilt Bernotat im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau allen Gerüchten, es gehe nicht nur um eine Laufzeitverlängerung, sondern auch um den Neubau von Kernkraftwerken. Bernotat wörtlich: "Ich kenne niemanden, der ernsthaft den Neubau von Kernkraftwerken in Deutschland fordert."

Der RWE-Vorstandsvorsitzende Jürgen Großmann war es, der schon am frühen Montag nach der Wahl im Frühstücksfernsehen von ARD und ZDF gesagt hatte, die Branche sei bereit, einen Teil der zusätzlichen Gewinne abzugeben. Bis heute ist er allerdings der Einzige, der dazu auch Zahlen genannt hat. Von den Einnahmen könne "ein dicker zweistelliger Prozentsatz" abgegeben werden. Ob das 50, 45 oder 55 Prozent seien, müsse man sehen. Mit dem Geld könne man viele andere Dinge tun. Auch die Leitungen bauen, die man brauche, um Windkraftstrom von Norden nach Süden zu transportieren. Konkret plädierte Großmann in der Sendung dafür, die Laufzeiten der von RWE betriebenen Blöcke A und B des Kraftwerks Biblis zu verlängern. "Ich glaube, man sollte technische Anlagen so lange nutzen, wie sie sicher sind", sagte Großmann mit Blick auf die beiden 1974 und 1976 in Betrieb genommenen Anlagen. Selbstverständlich seien beide Blöcke sicher. In den Niederlanden gebe es einen baugleichen Reaktor mit einer Laufzeit von 60 Jahren.

Laufzeitverlängerung ja, die Frage ist nur wie

Trotz der generellen Einigkeit darüber, dass die Laufzeiten der Kernkraftwerke verlängert werden, gibt es offensichtlich eine Reihe diskussionswürdiger Aspekte zwischen den künftigen Koalitionspartnern. Bayerns Umweltminister Markus Söder (CSU) spricht beispielsweise von acht bis zehn Jahren Laufzeitverlängerung, Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) möchte am liebsten die Beschränkung für Kraftwerke, die auf dem neuesten Stand sind, ganz aufheben, und Peter Müller (CDU), Ministerpräsident des Saarlandes, bezeichnet das Thema längere Laufzeiten als "nicht prioritär". Einig sind sich die Parteien allerdings bei der Frage, ob neue Kernkraftwerke gebaut werden sollen. Das wollen weder CDU noch CSU oder FDP. Weniger einig ist man sich hingegen, wenn es um die Verwendung der Zusatzgewinne aus längeren Laufzeiten geht. Teile der Union wollen die Gelder in die Energieforschung und den Ausbau der Erneuerbaren stecken sowie zur Senkung der Strompreise nutzen. Die FDP setzt ihre Prioritäten in der Energieforschung. Noch nicht einig scheint man sich - nach zunächst anders lautenden Meldungen - darüber zu sein, ob die Zuständigkeit für Energiepolitik in einem Ministerium gebündelt werden soll oder ob es bei einer Aufteilung auf zwei Ressorts bleibt. 

 

 

 

 
Gasmarkt der Zukunft

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Erdgas hat Schlüsselrolle für CO2-ärmere Energieversorgung

Beim Übergang in eine CO2-ärmere Energieversorgung und auf dem Weg zu einem nachhaltigen Energiemix kann Erdgas eine zentrale Rolle spielen. Diese Meinung vertrat Bernhard Reutersberg, Vorstandsvorsitzender der E.ON Ruhrgas AG, auf der World Gas Conference in Buenos Aires. "Erdgas ist der sauberste aller fossilen Energieträger. Kein anderer hat eine vergleichbare gute Klima- und Umweltbilanz. Die internationale Politik muss die Schlüsselrolle von Erdgas für Energieeffizienz und Klimaschutz anerkennen und ihr konkret Rechnung tragen." Reutersberg betonte, dass für den Erdgaseinsatz heute leistungsfähige und effiziente Technologien zur Verfügung stünden. Als Beispiele nannte er die Gas-Brennwerttechnik oder Blockheizkraftwerke. Die Gaswirtschaft arbeite zudem intensiv an Zukunftstechnologien wie der Gaswärmepumpe, kleinen Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen für das Ein- und Mehrfamilienhaus und der Brennstoffzelle, um diese zügig zur Marktreife zu entwickeln. "Erdgas kann damit einen wertvollen Beitrag zur Erreichung der klimapolitischen Zielvorgaben leisten - vor allem kann es dies besonders kostengünstig tun." Erdgas, so seine Überzeugung, werde seine Position im europäischen Energiemix weiter ausbauen können - "auch in einem sich wandelnden Markt und einem deutlich veränderten Umfeld".

Wintershall und E.ON Ruhrgas bauen Eigenproduktion aus

Als eines der wichtigsten Ziele seines Unternehmens nannte Reutersberg die langfristige Sicherung der Energieversorgung Europas mit Erdgas. Neben der Versorgung mit Pipeline-Gas baue man deshalb die eigene Gasproduktion und das LNG-Geschäft aus. Langfristig wolle man mehr als zehn Milliarden Kubikmeter Erdgas aus eigener Produktion beziehen. "Der Aufbau neuer Wachstumsfelder und die breite Diversifizierung unserer Ergasbezüge bilden eine gute Grundlage, um auch in Zukunft eine führende Rolle im europäischen Gasmarkt zu spielen."

Wie E.ON Ruhrgas - kürzlich wurde die erste von dem Unternehmen betriebene Förderplattform für das Gasfeld "Babbage" in der britischen Nordsee installiert - will auch der deutsche Erdöl- und Erdgasproduzent Wintershall sein internationales Geschäft weiter ausbauen und bereits im Jahr 2010 eine Produktion von mehr als 140 Millionen Barrel Öl-Äquivalent erreichen. "Die deutliche Ausweitung der Produktion wird aktuell vor allem von unseren Aktivitäten in Russland getragen. Im Feld Juschno Russkoje haben wir früher als geplant bereits jetzt die Plateauförderung erreicht", sagte Rainer Seele, Vorstandsvorsitzender der Wintershall Holding AG, auf der World Gas Conference in Buenos Aires. Auch das zweite Projekt, die Förderung aus dem tiefliegenden Achimov-Horizont, laufe erfolgreich.

Neben dem Ausbau der Förderung in Russland habe Wintershall vor allem das Engagement in der Nordsee gestärkt. "Noch immer stammt rund die Hälfte des heute in Europa verbrauchten Erdgases aus den Nordsee-Anrainerstaaten Norwegen, den Niederlanden, Dänemark, Großbritannien und Deutschland", betonte Seele. "Im Zuge unserer Gas-für-Europa-Strategie ist die Nordsee für Wintershall eine heimische Förderregion. Unsere ersten Bohrungen in Norwegen haben nicht nur das Potenzial für einen signifikanten Fund, sondern auch die Wahrscheinlichkeit von weiteren Ressourcen in dieser Region erhöht." 

 
ASUE News

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Gute Rahmenbedingungen für die Kraft-Wärme-Kopplung mit Gasturbinen

Gasturbinen sind seit vielen Jahren bewährte Komponenten von effizienten Kraft-Wärme-Kopplungs-(KWK)-Anlagen beziehungsweise Gas- und Dampfturbinen-(GuD)-Anlagen und haben sich sowohl im industriellen Bereich als auch in der kommunalen Strom- und Wärmewirtschaft vielfach bewährt. So erzeugen beispielsweise allein in Deutschland aktuell etwa 350 Anlagen mit einer gesamten installierten Leistung von 7.000 Megawatt Strom und Wärme gleichzeitig. Vor allem in der Nah- und Fernwärmeversorgung spielt diese effiziente Technik eine wichtige Rolle: Gasturbinen stehen hier mit einem Anteil von 40 Prozent an erster Stelle. Im industriellen Bereich, in der Prozesstechnik, werden sie häufig zur Trocknung und zur Nachverbrennung von Schad- und Geruchsstoffen eingesetzt.

Anlagenbetreiber, Planer, Energieberater und Entscheider aus der Politik informierten sich in Berlin über jüngste Entwicklungen bei der KWK mit Gasturbinen






 Die "Hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplung mit Gasturbinen" stand auf der Agenda einer Fachtagung, die von der ASUE Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch e.V. veranstaltet wurde. Anlagenbetreiber, Planer, Energieberater und Entscheider aus der Politik kamen dazu in Berlin zusammen, um Erfahrungen mit solchen Anlagen auszutauschen und sich in insgesamt 16 Fachvorträgen über jüngste Entwicklungen zu informieren.

Mehr Effizienz mit Geld vom Staat

"Die politischen Rahmenbedingungen für die Kraft-Wärme-Kopplung waren in Deutschland noch nie so gut." Zu diesem Fazit kam Adi Golbach, Geschäftsführer des Bundesverbandes Kraft-Wärme-Kopplung, in seinem Vortrag, in dem die zahlreichen Möglichkeiten der Förderung entsprechender Investitionen, beispielsweise auf der Grundlage des KWK-Gesetzes oder des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), im Vordergrund standen. KWK mit Gasturbinen werde vor allem gefördert, weil sie besonders effizient arbeite, betonte der Verbandsvertreter.

Voraussetzungen für eine Inanspruchnahme des Impulsprogramms für Mini-KWK-Anlagen sind laut Golbach unter anderem eine Antragstellung beim BAFA vor Beginn des Vorhabens und die Einhaltung der Emissionsgrenzwerte der TA Luft. Antragsberechtigt sind sowohl Privatpersonen als auch kleine und mittlere Unternehmen (KMU), kommunale Einrichtungen sowie Energiedienstleister. Zusätzlich wird die KWK durch Marktanreizprogramme gefördert. Das ERP Umwelt- und Energieeffizienzprogramm bietet zinsgünstige Kredite zur Verbesserung der Energieeffizienz in KMU. Umweltdarlehen mit Zinszuschuss sind über das Umweltinnovationsprogramm des Bundesumweltministeriums erhältlich. Unterstützung kommt unter Umständen auch aus dem KfW-CO2-Gebäudesanierungsprogramm und aus dem KfW-Programm Erneuerbare Energien.

Gute Chancen in der Wohnungswirtschaft

Die "Marktpotenziale der Kraft-Wärme-Kopplung" präsentierte Jan Mühlstein von Energie und Management. Für die Industrie erwartet Mühlstein beispielsweise, dass Umwelt- und Klimaschutzgesichtspunkte eine stärkere Rolle bei Entscheidungen spielen werden. Zudem gewönnen kleinere GuD-Anlagen und Gasturbinen aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten zunehmend an Attraktivität. Im Gewerbe und in öffentlichen Einrichtungen machten vor allem steigende Strompreise die KWK immer wirtschaftlicher. Auch wirke das Impulsprogramm zur Mikro-KWK-Förderung stimulierend. Erhebliche Chancen für die KWK sieht Mühlstein in der Wohnungswirtschaft, vor allem vor dem Hintergrund von steigenden Strompreisen, Bonuszahlungen für die Stromeigennutzung und dem möglichen Stromverkauf an Mieter.

Technisch orientierte Präsentationen, in deren Verlauf auch praxiserprobte Anwendungsbeispiele, beispielsweise aus der chemischen Industrie, aus der Druckindustrie oder der pharmazeutischen Industrie, vorgestellt wurden, standen zwar im Vordergrund bei dieser Veranstaltung. Aber auch der aktuelle Stand und ein Ausblick zum CO2-Emissionshandel und die daraus resultierenden Auswirkungen auf die weitere Entwicklung bei der Kraft-Wärme-Kopplung wurden präsentiert und diskutiert. Bei Finanzplanern stießen naturgemäß die Ausführungen zu den Möglichkeiten der Finanzierung von Gasturbinen-Projekten auf großes Interesse.

Der umfangreiche Tagungsband mit sämtlichen Präsentationen und zahlreiche Fotos von der Veranstaltung sind unter der Adresse www.asue.de zur Ansicht und zum Download eingestellt.

 

 

 

 
EnergieSzene Berlin

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Mehr Wettbewerb bei Strom und Gas

Der Wettbewerb im deutschen Strom- und Gasmarkt nimmt weiter zu, erklärte Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur, anlässlich der Vorlage des diesjährigen Monitoringberichts seiner Regulierungsbehörde. Die weitere Entwicklung sei nun allerdings verstärkt vom Verbraucherverhalten abhängig. Noch 2007 hätten die Privatverbraucher im Gasbereich nur zwischen wenigen Anbietern wählen können. Das, so Kurth, sei inzwischen deutlich anders. Nach aktuellen Markterhebungen könne sich der Verbraucher heute im Durchschnitt zwischen zwölf Anbietern je Postleitzahlgebiet entscheiden. Entsprechend sei auch die Wechselquote angestiegen. Von 2007 auf 2008 habe sich die Zahl der Lieferantenwechsel im Haushaltskundenbereich auf über 350.000 mehr als verdreifacht. Beim Strom sei die Zahl der Lieferantenwechsel im gleichen Zeitraum allerdings von 1,35 auf 2,11 Millionen angestiegen.

Kurth führte die dynamische Entwicklung zu mehr Wettbewerb im Gasmarkt auch auf die Arbeit seiner Behörde zurück. Zum einen habe die Bundesnetzagentur die bundeseinheitlichen Prozesse für den Lieferantenwechsel im Gassektor vorangetrieben, um diese zu standardisieren und damit massentauglich zu machen. Zum anderen werde neuen Anbietern durch das seit Beginn des letzten Gaswirtschaftsjahres geltende "Grundmodell der Ausgleichsleistungs- und Bilanzierungsregeln im Gassektor" der Marktzutritt erleichtert und der Transport im Netz deutlich verbilligt. Auf diese Weise habe man wichtige Voraussetzungen für mehr Liquidität im Markt und damit auch für mehr Wettbewerb im Gasnetz geschaffen.

Einen weiteren wesentlichen Baustein für mehr Wettbewerb im Gassektor sieht Kurth in der Reduzierung der Gasmarktgebiete. Jüngste Beispiele dafür seien Zusammenlegungen von H-Gas-Marktgebieten zum 1. Oktober. Seither kooperieren unter dem Dach der "NetConnect Germany" fünf Netzbetreiber, und weitere fünf Netzbetreiber haben ihre Marktgebiete unter der Bezeichnung "Gaspool" zusammengefasst. Damit hat sich die Zahl der Marktgebiete von zehn auf sechs verringert, wobei die verbleibenden Unterteilungen zum Teil durch unterschiedliche Gasqualitäten (H-Gas und L-Gas) begründet sind.

Die Zahlen des Monitoringberichts belegen nach Ansicht Kurths, dass die von der Bundesnetzagentur ergriffenen Maßnahmen im Gasbereich bedeutende Auswirkungen auf die Verbraucher haben. "Es zeigt sich, dass der Wettbewerb auf Grundlage unserer Entscheidungen weiter an Fahrt gewinnt", erklärte der Präsident der Bundesnetzagentur.

 
EnergieSzene Brüssel

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EU-Kommission will Aufstockung der Mittel für Energieforschung

Einen Appell zur Bündelung der Anstrengungen hat die EU-Kommission an Behörden, Unternehmen und Forscher gerichtet, um bis 2020 die erforderlichen Technologien zu entwickeln, mit denen sich der Klimawandel bekämpfen, die Energieversorgung der EU sichern und die Wettbewerbsfähigkeit der Volkswirtschaften stärken lassen. In ihrem Vorschlag "Investitionen in die Entwicklung von Energietechnologien mit geringen CO2-Emissionen" geht die Kommission davon aus, dass in den nächsten zehn Jahren zusätzlich 50 Milliarden Euro in die Energietechnologieforschung investiert werden müssen. Damit stiege das jährliche Investitionsvolumen in der EU von drei auf acht Milliarden Euro. Die Initiative steht im Zeichen des Europäischen Strategieplans für Energietechnologie (SET-Plan), des Technologiepfeilers der Energie- und Klimapolitik der EU.

"Eine Aufstockung der Investitionen in die Erforschung sauberer Technologien ist dringend geboten, wenn Europa den Weg nach Kopenhagen und darüber hinaus kostengünstiger gestalten will", so der für Wissenschaft und Forschung zuständige Kommissar Janez Potocnik. "Mit den heutigen Schätzungen möchte die Kommission den SET-Plan zu einem Sprungbrett machen, das uns Schwung gibt für den Übergang zu einer Wirtschaft mit deutlich geringerem CO2-Ausstoß. Dies ist aber nur möglich, wenn öffentliche und private Akteure ihre Ressourcen zusammenführen und kohärent einsetzen." Laut EU-Energiekommissar Andris Piebalgs haben frühere industrielle Revolutionen bewiesen, "dass die richtigen Technologien unsere Lebensweise zum Besseren wandeln können. Heute haben wir die einzigartige Chance, ein Energiemodell, das sich auf umweltbelastende, knappe und risikobehaftete fossile Brennstoffe stützt, in ein sauberes, tragfähiges und weniger abhängiges System umzuwandeln. Alles hängt davon ab, ob wir uns für die richtigen Technologien entscheiden."

Die Kommission hat zusammen mit der Industrie und Wissenschaftskreisen Technologiepläne aufgestellt und darin ermittelt, welche CO2-armen Schlüsseltechnologien auf EU-Ebene ausbaufähig sind. Dazu zählt sie Wind- und Sonnenenergie, Stromnetze, Bioenergie, CO2-Abscheidung und -Speicherung (CCS) und die zukunftsfähige Kernspaltung. Vorgeschlagen wird zudem eine neue Initiative zur Energieeffizienz für bis zu 30 "Intelligente Städte", die die Voraussetzungen dafür schaffen sollen, dass energieeffiziente Technologien, erneuerbare Energiequellen und Energienetztechnologien vom Massenmarkt übernommen werden.

Zur Unterstützung des SET-Plans hat die Kommission SETIS in Betrieb genommen (http://setis.ec.europa.eu). Das Online-Informationssystem bietet die neuesten Ergebnisse zum gegenwärtigen Stand CO2-armer Technologien sowie Informationen zu Entwicklungsprognosen und Forschungsinvestitionen. Janez Potocnik dazu: "Das System soll robuste Daten und transparente Methoden allgemein verbreiten und so die EU-Strategie für Energietechnologieforschung - den SET-Plan - unterstützen. Das System hilft dabei zu ermitteln, wo Ressourcen am besten eingesetzt und Maßnahmen im Interesse der EU koordiniert werden können."

 
IEU News

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Effizienter Klimaschutz mit innovativen Erdgastechnologien

Energiesparen, Energieeffizienz, Klimaschutz - der fortschreitende Wandel der Energiesysteme ist untrennbar mit diesen Begriffen verbunden. Der Trend geht ganz klar hin zu dezentralen Strukturen, zu massiv verstärkter Nutzung erneuerbarer Energien und zum Einsatz von Energierohstoffen, deren effiziente Umwandlung in Strom und/oder Wärme mit möglichst geringen Schadstoffemissionen verbunden ist. Diese Entwicklungen sieht auch Bernhard Funk, Sprecher der Initiative Erdgas pro Umwelt (IEU): "Der Primärenergieträger Erdgas nimmt hier eine Schlüsselposition ein. Erdgastechnologie ist besonders geeignet für Zukunftslösungen im Wärmemarkt. Sie lässt sich beispielsweise problemlos mit der Nutzung erneuerbarer Energien kombinieren, und sie hat beste Voraussetzungen für den Auf- und Ausbau politisch gewollter dezentraler Strukturen."

Die Erdgas-Brennwertheizung in Kombination mit einer solarthermischen Wärmegewinnung kann mit Fug und Recht als Basistechnik für den Klimaschutz in der Wärmeversorgung von Wohngebäuden bezeichnet werden. Gaswärmepumpen, mit deren Hilfe sich die umweltschonende Erdgastechnologie mit der Nutzung von Umweltwärme verbinden lässt, stehen kurz vor der Markteinführung. Mit Erdgas betriebene Kraft-Wärme-Kopplungs-(KWK)-Anlagen erzeugen gleichzeitig Strom und Wärme und kommen so auf Wirkungsgrade, von denen man in der reinen Stromerzeugung nur träumen kann. Derzeit in aller Munde ist das "Kraftwerk im Keller". Gemeint sind damit Mini-KWK-Anlagen, die mit Erdgas betrieben werden und Strom und Wärme für den häuslichen Gebrauch erzeugen.

Neue effiziente Erdgastechnologien für Heizungskeller

Angesichts dieser breiten Palette an effizienten, energiesparenden und klimaschonenden Erdgastechnologien kann es nicht verwundern, dass derartige Innovationen einen Schwerpunkt der diesjährigen Gasfachlichen Aussprachetagung (gat) in Leipzig bildeten. So nutzte die Branche das Fachforum, um marktreife Heiztechnologien zu positionieren und ihr Engagement bei der Entwicklung solcher Zukunftslösungen zu präsentieren. Die IEU als Expertennetzwerk aus 19 führenden Unternehmen der Heizgeräteindustrie, der Gaswirtschaft, des installierenden Fachhandwerks und des Großhandels wirbt insbesondere für eine stärkere Berücksichtigung erdgasunterstützter Heizsysteme wie der Brennwerttechnik in Kombination mit Solarthermie. Um einen noch effizienteren Einsatz von Erdgas zu ermöglichen, arbeiten die IEU-Mitglieder darüber hinaus intensiv an innovativen Systemen und Lösungen für den Wärmemarkt. 

"Erdgas wird eine Schlüsselposition im Energiemix der Zukunft einnehmen. Erdgastechnologie ist besonders geeignet für Zukunftstechnologien im Wärmemarkt und für den politisch gewollten Aufbau dezentraler Strukturen."





Bernhard Funk, Sprecher der Initiative Erdgas pro Umwelt (IEU)


Ein Beispiel dafür ist die Gaswärmepumpe. Mit Erdgas als Antriebsenergie gewinnt sie Umweltwärme für den häuslichen Gebrauch und ist damit sowohl in ökologischer als auch in ökonomischer Hinsicht zukunftsweisend. Die Systeme kommen im Vergleich zu herkömmlichen modernen Wärmeerzeugern noch einmal mit einem rund 25 bis 30 Prozent niedrigeren Primärenergieeinsatz aus und ersparen der Umwelt entsprechende Mengen an Kohlendioxidemissionen. Damit sind sie ideal geeignet für die klimaschonende Wärmeversorgung des Hauses. Für den Einsatz in Mehrfamilienhäusern ist die neue Technologie bereits erhältlich, für Einfamilienhäuser steht sie kurz vor der Markteinführung.
Erdgasbetriebene Mini-Blockheizkraftwerke oder Mini-KWK-Anlagen sind erheblich kleiner als die lange erprobten Blockheizkraftwerke, arbeiten jedoch nach dem gleichen Prinzip: Sie erzeugen gleichzeitig Strom und Wärme. Während in herkömmlichen Wärmekraftwerken rund 40 Prozent der eingesetzten Primärenergie in Strom umgewandelt wird, nutzen Blockheizkraftwerke bzw. KWK-Anlagen auch die Abwärme, beispielsweise zu Heizzwecken. Damit erreichen sie Wirkungsgrade von bis zu 90 Prozent und ersparen der Umwelt rund die Hälfte des Kohlendioxids, das bei einer getrennten Erzeugung von Strom und Wärme freigesetzt würde. Mini-KWK-Anlagen oder Mini-Blockheizkraftwerke sind gerade einmal so groß wie eine Gefriertruhe, passen damit problemlos in den Heizungskeller und sind derzeit mit Leistungswerten von drei Kilowatt elektrisch und bis zu acht Kilowatt thermisch erhältlich. Damit eignen sie sich vor allem für die Strom- und Wärmeversorgung von Mehrfamilienhäusern. Noch kleinere Systeme für den Einsatz in Einfamilienhäusern sind inzwischen entwickelt, befinden sich jedoch noch in der Erprobungsphase.

In der technischen Entwicklung noch nicht ganz so weit wie Gaswärmepumpe und Mini-Blockheizkraftwerk ist die erdgasbetriebene Brennstoffzelle, die in Zukunft ebenso wie die Mini-KWK-Anlage als "Kraftwerk im Keller" eingesetzt werden wird. Sie wandelt die Energie des Erdgases in einem elektrochemischen Prozess besonders effizient in Strom und Wärme um. Das erspart der Umwelt einiges an CO2-Emissionen und schont die Energieressourcen.

Unter www.ieu.de bietet die Initiative unter dem Stichwort "Fördermittelauskunft" Zugang zu einer Datenbank, die einen umfangreichen Überblick über Programme zur finanziellen Förderung der Heizungsmodernisierung liefert.

 

 

 

 
Klimaschutz

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Klimaschutzvereinbarung entlastet Berliner Luft

Die Vattenfall Europe AG hat erstmals eine Klimaschutzvereinbarung mit dem Land Berlin unterzeichnet. Durch verschiedene Maßnahmen will Vattenfall seine dortigen CO2-Emissionen von derzeit rund 7,5 Millionen Tonnen pro Jahr bis 2020 um gut eine Million Tonnen auf rund 6,4 Millionen Tonnen pro Jahr senken. Gegenüber dem Basisjahr 1990 wäre das eine Reduzierung um gut 50 Prozent. Bis 2020 und darüber hinaus will der Berliner Stromversorger die Modernisierung des Kraftwerksparks fortsetzen. So wird das Heizkraftwerk Klingenberg durch moderne Gas- und Dampfturbinenkraftwerke und durch Biomasse-Heizkraftwerke ersetzt werden. In Lichterfelde wird das mehr als 40 Jahre alte Heizkraftwerk ebenfalls durch ein neues Gas- und Dampfturbinenkraftwerk ersetzt. Spätestens 2020 soll das Steinkohle-Heizkraftwerk Reuter C stillgelegt werden. Im Bereich der erneuerbaren Energien soll vor allem der Einsatz von Biomasse ausgebaut werden. Außerdem ist der Ausbau des Fernwärmenetzes geplant.

 
Zahlen & Fakten

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Windenergie erreicht 25-Gigawatt-Marke

Die Gesamtleistung aller Windenergieanlagen in Deutschland hat die 25-Gigawatt-Marke überschritten. "Dieser Erfolg der Windenergie", so Bundesumweltminister Sigmar Gabriel anlässlich des Erreichens dieser beeindruckenden Zahl, "steht für die Versorgung von mehr als 25 Millionen Menschen mit sauberem Strom und für Zehntausende neuer Jobs." Nach Angaben des Ministeriums verteilen sich die mehr als 90.000 Arbeitsplätze in dieser Branche über das gesamte Bundesgebiet. Bayern profitiere allerdings mit Zulieferstandorten wie Nürnberg, Augsburg, Schweinfurt und Herzogenaurach ganz besonders vom Jobmotor Windenergie.


Marktanreizprogramm ist Investitionsmotor

Das im Jahr 2008 novellierte und aufgestocke Marktanreizprogramm des Bundesumweltministeriums zur Förderung moderner Heizsysteme mit erneuerbaren Energien bewährt sich als Motor für mehr Investitionen. Nach Angaben des Ministeriums wird mit einem Förderbeitrag von 400 Millionen Euro ein Investitionsvolumen von mehr als drei Milliarden Euro ausgelöst. In den letzten zwölf Monaten habe sich die Nachfrage nach Förderungen für Heizsysteme, die auch erneuerbare Energien nutzen, auf Rekordhöhe bewegt. Mit einer Gesamtzahl von 290.000 liege die Zahl der Anträge um 60 Prozent über dem Vergleichzeitraum zuvor. Auf zunehmendes Interesse stößt das Förderprogramm bei gewerblichen oder kommunalen Investoren, die über das KfW-Programm Erneuerbare Energien eine auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Förderung erhalten. Besonders nachgefragt wird hier laut Ministerium die Unterstützung für den Ausbau von Wärmenetzen, die aus erneuerbaren Energien gespeist werden. Im laufenden Jahr seien bereits 800 derartiger Netze mit zinsgünstigen Darlehen gefördert worden. Überdies erfreue sich auch die Unterstützung für Tiefengeothermie-Anlagen, Biomasseheizwerke, große Wärmespeicher, Anlagen zur Aufbereitung von Biogas auf Erdgasqualität und Biogasnetze großer Beliebtheit. 


Erneuerbare ersparen der Umwelt 106 Millionen Tonnen CO2

Im Jahr 2007 hat der Einsatz erneuerbarer Energien in Deutschland rund 106 Millionen Tonnen an klimaschädlichen Kohlendioxid-(CO2)-Emissionen vermieden. Das geht aus dem Bericht zur "Emissionsbilanz erneuerbarer Energieträger" des Umweltbundesamtes hervor. Die Netto-Emissionsbilanz setzt sich dabei zum einen aus der eingesparten Menge an Emissionen und zum anderen aus neu entstandenen Emissionen, die zum Beispiel bei Transport und Herstellung von Windkraftanlagen freigesetzt werden, zusammen. Nach dieser Bilanz betrug die Emissionsvermeidung im Stromsektor etwa 67 Millionen Tonnen CO2, im Wärmesektor 28 Millionen Tonnen und im Verkehrssektor rund elf Millionen Tonnen. Direkte und indirekte Landnutzungsänderungen sind laut Umweltbundesamt aufgrund lückenhafter Datenlage sowie noch laufender methodischer Diskussionen in den Berechnungen nicht berücksichtigt. Der Bericht findet sich als Download unter www.umweltbundesamt.de.

 

 

 
Kopf des Monats

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Prof. C. B. Bhattacharya Ph.D.

"Vielleicht sind ja zehn Paar Schuhe genug für einen Menschen ... Ich spreche hier auch über die Verantwortung von Konsumenten. Das beginnt im Einfachen, dass man Verschwendung vermeidet, das Licht ausschaltet, wenn man den Raum verlässt. Nur mit einer Bewusstseinsänderung können wir Nachhaltigkeit erreichen."

Im Interview mit der Frankfurter Rundschau beklagt Professor Bhattacharya, dass wir vergessen haben, wie wir mit den Ressourcen leben und auskommen können, die zur Verfügung stehen. Traditionelle Werte wie Verantwortungsbewusstsein, gesunder Menschenverstand und Gemeinsinn müssten künftig wieder eine größere Rolle spielen.

Prof. C. B. Bhattacharya Ph.D. hat im September den E.ON-Lehrstuhl für Corporate Responsibility an der European School of Management and Technology (ESMT) in Berlin übernommen. Die 2002 gegründete private Hochschule wird von namhaften deutschen Wirtschaftsunternehmen und Verbänden finanziert und dient der Führungskräfteausbildung, unter anderem mit dem Abschluss MBA.

 
Literaturtipp

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Thomas Kästner, Andreas Kießling: Energie in 60 Minuten

Der Titel klingt nach einem Büchlein aus dem Regal "Yoga und sonstige Wellness-Rezepte". Weit gefehlt. Thomas Kästner und Andreas Kießling geht es nicht um den Biorhythmus, sondern um die leicht verständliche und in 60 Minuten zu lesende Vermittlung von Basiswissen über technische, ökonomische, rechtliche und politische Zusammenhänge der Energiewirtschaft. Beide arbeiten beim Energiekonzern E.ON, wollen ihr Buch aber als persönlichen Beitrag zur Energiedebatte verstanden wissen. In kurzen, tatsächlich leicht verständlich geschriebenen Kapiteln nehmen sich die Autoren erneuerbare und fossile Energien, Atomkraft und Stromnetze, Markt und Preise sowie Zukunftstechnologien vor. Das Ergebnis ist eine ausgewogene und sehr kenntnisreiche Darstellung von Basiswissen, das Stärken und Schwächen aller Energieträger referiert und dessen Botschaften in jeder Hinsicht moderat sind: Energiemix, Ausgewogenheit, Augenmaß, Evolution statt Revolution. Für Experimente und radikale Lösungen ist die Energieversorgung zu sensibel.

120 Seiten
Wiesbaden 2009
ISBN 978-3-531-17058-9
16,90 Euro 

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